Die wahre Liebe ist hoffnungslos?

Die Hoffnung ist hinterhältig?

Die Hoffnung – ein ausgesprochen zwiespältiger Begriff – hinterhältig – könnte man durchaus formulieren. Denn seine so durchdringend positiv gedeutete Bedeutung ist trügerisch. Betrachten wir die Sache in Abstraktion: Sobald der Begriff „Hoffnung“ auftaucht, ist es zwingend notwendig, dass es eine Situation gibt, die verbesserungswürdig wäre/ist. Nur in dieser Konstellation funktioniert diese Begrifflichkeit.

Jede Hoffnung benötigt eine Entscheidungsbasis?

Es soll besser werden. Das zementiert den Urteilsgedanken. Der Hoffnung geht also eine Entscheidung voraus. Nämlich, dass das, was ist, nicht gut ist. Wir sehen die Möglichkeit es zu verbessern. Erneut scheint sie auf, die unglaubliche Überheblichkeit, die Arroganz der Gesellschaftsidee. Doch, süß ist die Hoffnung. Das Wortgebilde scheint wie klebrige Zuckerwatte. Zahnschmerzen garantiert. Die Hoffnung – in ungeheuer subtiler Art und Weise die perfekte Fessel.

Ohne Negativismus keine Hoffnung?

Sobald der Begriff „Hoffnung“ nur in unserem Denken als Attribut auftaucht, entwickelt er sofort seine komplett defätistische Wirkung. Wo Hoffnung ist, dort hat das Urteilsdenken schon gänzlich gesiegt. Ja. Die Wirklichkeit, die Liebe, die Schöpfung, ist vollkommen ohne Hoffnung. Denn sie ist GEWISSHEIT. Hoffnung dagegen – ist nichts anderes als Rückschritt.

Ein gewaltiger Gedankensprung?

Das ist ohne Zweifel ein „gedankendidaktischer“ Kreuzsprung. Doch wer versteht, der erkennt den Egotrick. Nichts anderes als der Aufruf zur Kleinheit, trotz aller romantischen Verbrämung, das Drängen hin zum Urteil – das ist die Hoffnung. Liebe ist Ursache und nicht Wirkung. Sie ist direkt, keinerlei Grund also, auch nur den kleinsten Funken Hoffnung zu haben. Hoffen und Harren macht zum Narren.

Geistiges Verdursten?

Wir stehen bis zum Hals in wohlschmeckenden Süßwasser, weigern uns aber zu trinken, verdursten, weil wir uns weigern, ohne Glas zu trinken. Außerdem, nicht zu vernachlässigen, hat man uns vom ersten Atemzug an beigebracht, dass die Wahrheit, das Wasser, giftig sei. So geben wir uns in unserem Leben, ungewollt, dem ständigen Gefühl des geistigen „Verdurstens“ hin. Wie soll es auch möglich sein, aus Illusionen Hoffnung zu schöpfen?

Hoffnung stammt immer aus der Vergangenheit?

Die Hoffnung kommt immer im aus der Vergangenheit geschnürten Komplettpaket. Nochmals: Jede Hoffnung bereitet sich selbst den Boden. Hoffnung impliziert immer Urteil. Also den Wunsch nach einer im Vergleich zur wahrgenommenen Situation besseren Stellung. Plötzlich eben – zeitgleich mit dem Begriff der Hoffnung – taucht dieser generelle Lebensnegativismus als unabdingbare Basis auf. Das ist die Trennung, hier ist die Angst in dem dualistischen Chaos, in das die Liebe, die Schöpfung, Gott, keinen Einlass finden kann.

Hoffnung – Fessel des Gesellschaftsdenkens?

Hoffnung – das Wort hängt auch ganz stark mit Vokabeln wie Begierde, Gier, Macht, ebenso Leid, Erniedrigung und vielen Umständen mehr zusammen. Sie alle sind dasselbe, verschiedene Bezeichnungen lediglich für die Fesseln des Gesellschaftsdenkens, der Logikkette, die hier in dynamische Bewegung gesetzt ist. Hoffnung – die überwältigende Kraft, die uns durch unser Leben peitscht.

Zwei vollkommen verschiedene Dinge?

Es scheint nicht allzu viel Differenz zu existieren, zwischen Hoffnung und Gewissheit – in Wahrheit sind es zwei diametrale Universen, von denen nur dass eine tatsächlich existiert, während das andere sich bei näherer Betrachtung zu dem absoluten Nichts auflöst, dass es schon immer war, nur Illusion, flüchtiges, nichtiges Gedankenspiel. So entpuppt sich die „Hoffnung“ als hinterlistig wirksames Werkzeug der Egoidee.

Hoffnung ist der Boden für unser Gefängnis?

Es tut nahezu körperlich weh, die Wellen zu erkennen, welche dieser Begriff hervorruft, sehen zu können, dass hier lediglich der Boden bereitet wird, für unsere Gefangenschaft. Mehr noch, sie täglich, ständig aufs Neue zu zementieren, zu bestätigen, abzusegnen. Sich zum Teil des Chaos zu denken, abzustempeln. Die Schuld ins Außen zu projizieren. Weg von jeder Eigenverantwortung.

Vertrauende Gewissheit?

Das Wort „Hoffnung“ ist in unserem Denken vollständig positiv belegt. Mit diesem glänzenden, blendenden Schein versteckt es das unberechenbare Chaos des ihm zugrundeliegenden Lebenssystems. Hoffnung ist Ungewissheit, eben aus diesem Chaos heraus. In den Augen der wirklichen Liebe eine liebevolle Lüge. Und es ist uns möglich, diese Lüge, diesen Zweifel, diese Ängste aufzulösen – einfach durch das Vertrauen in die Schöpfung durch Gewissheit über das Absolute der Liebe.

Hoffnung ist nicht nötig?

Die Gewissheit, das Vertrauen in die wahre Liebe, gestaltet das, nur im Außen wohlmeinend definierte Wort „Hoffnung“, vollkommen unnötig. Es enttarnt es, zeigt seine Nichtigkeit auf. Vertrauen – Gewissheit – statt fauler Hoffnung auf morschen Pfählen der unwissenden Ungewissheit. Das SOSEIN akzeptieren. Hoffnung – so sagte einst ein Mönch – ist schleichendes Gift. Vertrauen in die liebende Gewissheit der Schöpfung dagegen – der heilige Pfad zur Erkenntnis.

Hoffnung ist Lebenszweifel?

Was ist Hoffnung anderes, als jener stille Zweifel ob des Lebens Sinn? Und wie könnte die Hoffnung je berechtigt sein, ohne einen fixen Punkt des Vertrauens? Der fixe Punkt der in dieser chaotischen Systemkonfiguration überhaupt niemals existieren kann? So kann es letztendlich nur eine einzige, universelle, allumfassende Hoffnung geben. Das ist die Liebe. Und die ist GEWISSHEIT. So ist es dem, der versteht, möglich, alle Hoffnung freudig fahren zu lassen.

Fazit

Was ist Hoffnung anderes als unterdrückter Schmerz. Hoffnung ist ein Zustand der Nichterfüllung. Ein Bangen und Zweifeln in Ungewissheit. Und genau dies macht unseren, versteckt und ignoriert, in Schubladen gepackten, Lebenszweifel aus. Wir leben in Hoffnung. Wir leben in Nichterfüllung. Doch – das Leben ist Erfüllung – und unser Zustand sollte die vollkommene Gewissheit, das absolute Vertrauen sein. Das ist unser wahres Zuhause.

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