Der Weg

Erklärungsversuch


Das oberste Streben eines Menschen ist es gemeinhin, zu verstehen. Die Welt und ihre Ursachen zu ergründen, zumindest mit ihr umgehen zu können, sie zu bewältigen. Diese Umwelt ist zumeist relativ begrenzt. Das erscheint individuell persönlich und ist von einer Unmenge an Komponenten und Parametern abhängig. Mit Umwelt ist nun nicht nur das konkrete materielle Dasein des Menschen gemeint, sondern auch alles, was in seinem Denken vor sich geht. Seinen Träumen, seinem Unterbewusstsein, seinem reflexhaften Handeln, seinen Fehlern und Dingen, die aus all diesen Verknüpfungen hervorgehen. Es ist für den betroffenen Menschen, gefangen in eben dieser eben dargestellten Umwelt, nicht möglich, die ungeheure Komplexität dieser Einflüsse bei sich selbst festzustellen, noch viel weniger bei anderen Menschen, auf die er ja immer nur sehr beschränkten Zugang hat. Das heißt sozusagen sieht er den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er versteht Teile des Ganzen, sieht vielleicht die Bäume, die gerade vor ihm stehen, findet vielleicht mal einen Pilz oder stellt fest, dass man die Bäume auch fällen oder anzünden kann, doch er bleibt immer in dem Wald, den er als solchen zwangsläufigerweise immer nur begrenzt sehen kann. Das ist seine Sicht der Dinge, die sich darauf begründet, dass die Bäume ja schließlich existieren und, wenn man nicht aufpasst, man auch mal von einem erschlagen werden könnte. Die Bäume sind da, – die Umwelt also, – sie ist nicht weg zu diskutieren. Man hat sich nach Umständen, die die Bäume und der Weg durch sie hindurch vorgeben, zu verhalten, man hat sich anzupassen, um schlicht zu überleben.

Was nun die großen Religionen tun, ist, zu verkünden, dass es am Ende des Waldweges eine wunderschöne Hügellandschaft gebe, oder zumindest irgendwo eine Lichtung. Alles das, was gerade gesagt wurde, ist mit Dualismus behaftet. Es geht dabei um eine mehr oder minder materialistische Einstellung des Menschen in seiner Sinnfindung, was seine Umwelt angeht. Hier haben eben die großen Religionen, in der Art des vorherrschenden, kapitalmaximierenden Systems eine Art von Leitfaden geschaffen, mit deren Hilfe man ganz gut durch die Unmenge von Bäumen finden kann. Aus dem Wald heraus kommt man bei ihnen aber erst am Ende des materiellen, körperlichen Lebens. Im Gegensatz zu dieser Glaubenshaltung, die ich mit dem Bild der Bäume zu verdeutlichen versucht habe, hat der wahre Blick auf das Leben nun überhaupt nichts zu tun. Er versteckt sich hinter dem Klatsch mit einer Hand, das die dualistische Welt des Westens ad absurdum führt. Wir sind unsterblich, die materiellen Hüllen sind nur Werkzeug für unsere gebündelte Energie, die sie benützt, in der Unendlichkeit der Energien des ALLES.
Die Welt, die man leben kann, das ist die Unendlichkeit der Sterne, die Begrifflichkeit, die sich zwingende Logik, das eben ALLES miteinander verbunden ist, miteinander wechselwirkt, das es eben ein nicht zu beschreibendes großes Ganzes gibt, das als wunderbare Schöpfung in großem Frieden und Vollkommenheit existiert. Dieses große Ganze besteht aus allen Dingen, denen in der Energiestruktur des GANZEN ein Platz zugewiesen ist, ob Stein, Tier, Mensch oder Pflanze, ob Sternschnuppe oder Atomkern. Wie auch wissenschaftlich im Dualismus bewiesen werden kann, besitzt tatsächlich jedes Ding seine eigene Energiestruktur.

Es existiert tatsächlich keine einzige Frage, die nicht unmittelbar beantwortet werden könnte. …



Ich habe niemanden, kein Geld, keine Arbeit, nur Schulden. Wo ist Gott?

Du bist Gott! Doch du hast, mit deiner fehlerhaft verwendeten Schöpferkraft, eine Welt errichtet, die aus eben dem besteht: Mangel. Du hast eine Welt erschaffen, abseits von dem, was du als wünschenswert betrachten würdest, eine Insel der Mühsal und Pein. Und allzu eifrig verteidigst du ihre Grenzen, eifersüchtig darauf bedacht, niemanden eindringen zu lassen. Warum bist du auf dieser ach so einsamen Insel gelandet? Weil du dich untergeordnet hast, unter die Gesetze und Bedingungen, die dir das System, das, was du als Leben betrachtest, diktiert zu haben scheint. Verzweifelt, traurig, enttäuscht suchst du ständig, jeden Tag, jede Sekunde nach einem Sinn in dieser Handlung. Und du wirst ihn nicht finden. Denn es kann ihn nicht geben. Kein Konzept funktioniert. Denn es fehlt die Grundlage. Jedes Konzept, dass du anwendest, ganz egal in welcher Situation, in welcher Misere du dich befindest oder auch nicht, kann nur auf Sand gebaut sein, solange es dem verrückten System der Menschen, des Egos entstammt. Hier gibt es keine Regeln, alles verändert sich ständig, vergeht, stirbt, entsteht. Kein Kontinuum. Keine wirkliche Basis.

Du bist was du denkst! Denke in Kategorien des Systems, die sich nicht erschöpfen in Habsucht, Gier, Streit, Groll, Krieg, Trauer, Tod, Schuld, Recht, Sünde, Strafe, Mangel, Verzweiflung, Bitterkeit, Aufschrei, Angst und Panik, Betäubung, und du wirst in ihnen leben. Auf diese Säulen, auf diese Grundlage möchtest du dein Leben bauen? Meinst es unveränderlich so einzuordnen zu müssen? Was dir immer fehlt, wenn du in diesen, den einzigen Konzepten des Systems denkst, ist das Vertrauen. Als Basis. Die unerschöpfliche, übergroße, nicht verständlich zu machende Liebe. Der man sich ANVERTRAUEN kann und muss. Ganz egal, in welcher Situation. Es gilt lediglich, das Ego, jeden Dualismus auszuschalten, sich zu distanzieren, sich einzulassen auf das Vertrauen in das was nicht zu nennen ist, was außerhalb, durch, in, über und unter, hinter den Begriffschemata der Menschen steht. Und nur der Wille, nur das tatsächliche Wollen wird auf der Stelle (Zeit ist irrelevant) die Heilung bewirken.


Wenn ich das richtig verstanden habe, ist alles, was ich erlebe, reine Illusion. Wie kann es denn da noch einen Lebenssinn geben?


Ja. Zwangsläufigerweise wird das, was wir als Mensch, als Körper wahrnehmen, von dem bestimmt, was wir Vergangenheit nennen. Jedes einzelne Bild, das wir erkennen, ist lediglich ein Fragment aus der Vergangenheit, ein willkürlich mit anderen, vielleicht ähnlichen, vom Egodenken, der Wahrnehmung des Systems erzeugtes, lediglich nur sehr bruchstückhaft und unfertig zusammengesetztes Puzzle. Ein Universum der Unbeständigkeit, dass sich ständig ändert, ständig ändern muss. Vollkommen unsinnig und verrückt.

Dies zu erkennen, ist ein Schritt auf dem Weg. Doch wer nun meint, wenn er diese Tatsache anerkenne, verlöre er jeden Bezug zu dieser Welt der Illusionen, wäre damit hier ja verloren, irrt vollkommen. Ganz im Gegenteil. Im wirklichen Erkennen, einer Wahrnehmung aus der Superposition des Schöpfers heraus, sind die Illusionen des Sehens und Hörens und Denkens inbegriffen. Will heißen, um tatsächlich zu erkennen, ist keineswegs eine Umkehr notwendig, ein Opfern, ein sich versagen.

Smooth …

Denn das Wunderbare an der Angelegenheit ist, dass die Erkenntnis die Welt, in der wir hier zu leben meinen, nicht negiert. Die Erkenntnis löst sie vielmehr sanft von ihrem Ursprung her auf. Er macht dir, der du nur ein winzig kleines Stück der Tatsache anzuerkennen gewillt bist, dass absolute Liebe kein Leid erzeugen kann, der möchte, dass Schuld, Leid und Sünde vergehen, eine von vielen Türen auf. Wird dich nie mehr verlassen, dich auf dem Weg begleiten. Und dieser Weg führt, wie lange er auch dauern mag, wie lange du dich auch an das System gebunden fühlst, solange du weiter blind nach Göttern in diesem suchst, trotzdem immer, ohne Rücksicht auf Zeit, denn die existiert nicht, in die letztliche, unbegrenzte Liebe der Schöpfung, deren Teil du bist.

Der Sinn und die Sexualität
Nahezu jede Religion postuliert die letztliche Keuschheit als den Weg der Heiligen, Buddhas, der Erleuchteten. Das kommt nicht von ungefähr. In einem Zustand, der die Auflösung des Egos, seine Umwandlung hin zur Sicht der Wahrheit als letztes Ziel hat, wird die körperliche Ebene zunehmend transzendiert. Die Genüsse, Freuden, die dem Suchenden die Sexualität bietet, werden hinter sich gelassen, denn die Erfüllung, die aus der letztlichen Schau der Dinge kommt, macht sie unnötig.

Jemand, der den Weg so weit gegangen ist, wird absolute Kontrolle über den Körper haben, den er benützt. So wird irgendeine Art von Sexualität, wenn er sie denn für notwendig und wünschenswert hält, weder von Zeit noch Intensität ein Problem für sie oder ihn sein.



Wie kann es keinen Tod geben?
Gott, das Unaussprechliche, das Ewige, der Schöpfer ist die Liebe. Die Schöpfung ist absolut. Das heißt sie beinhaltet tatsächlich ALLES. Gut und Böse, schön und häßlich. Schuld und Sünde, Leid, Angst und Tod. Sie haben keinen Bestand in der Liebe, werden von ihr absorbiert, aufgelöst. Die Liebe könnte ihren eigenen Geschöpfen, Gott könnte seinen Kindern, die Liebe könnte ihren Söhnen und Töchtern niemals etwas Böses antun. Dazu ist sie einfach nicht fähig. Darum gibt es keinen Tod, kein Leid. Diese Dinge sind Illousionen, die das Ego aufrecht erhält, weil es nur in einer Welt von Schuld und Sünde und Leid und Tod existieren kann. Die Wirklichkeit aber ist die Liebe. Wir müssen uns lediglich erinnern, denn sie ist als Teil der Schöpfung in jedem von uns.

Wenn die Schöpfung die Liebe ist, warum sind wir nicht alle glücklich und voller Liebe?
Weil Du so entscheiden hast. Du hast, als Kind Gottes einen freien Willen. Du hast, irgendwann in langer Vergangenheit, so lange her, und für so kurze Zeit, dass es weniger als ein unbedeutendes Augenklimpern in der Zeit darstellte, entschieden, dich getrennt von der Schöpfung zu sehen. Aus dieser Erinnerung heraus, in einem längst vergangenen Augenblick, gebierst du dich jeden Augenblick selbst in eine Welt der Zweifel, des Trübsals, der Hoffnungslosigkeit, Krankheit und letztendlichen Todes. Du siehst die Welt durch die Augen der Angst. Deine Einteilung der Welt in Gut und Böse, die so ist, wie sie das Ego eben zustande bringt, mit einzelnen Fetzen aus deiner Vergangenheit, die ihm in den Kram passen, kann inmitten all der anderen Hierarchien, die ebenso verrückt und ohne relevanten Bezug sind, nur Leiden hervorbringen.
Tritt einfach einen großen Schritt zurück, in deinem Geist. Das, was du wahrnimmst, ist nicht die Wirklichkeit. Das ist Illusion. Die Wahrheit, die nicht wahrgenommen, sondern nur erkannt werden kann, ist die absolute, nichts ausschließende Liebe.

Warum lässt Gott so viel an Leid zu?
Du siehst, was du sehen möchtest. Deine komplette Anwesenheit in der Welt des Leids, der Angst und des Angriffs, besteht nur darin, dass du das, was du an Unverständnis und Verzweiflung in deinem Geist spürst, nach Außen projizierst. Gott, das was nicht erklärbar durch Worte ist, das Unaussprechliche, ist die Liebe selbst. In absoluter Weise. Das führt die vorgebliche Tatsache, dessen was du siehst, ad absurdum. Es ist eine Illusion, die aus dem, was dir dein Ego, das Egosystem dieser Welt, anerzogen hat, heraus existiert. Die Wahrnehmung also deiner ganz persönlichen Wahrheit. Die absolute Liebe kennt kein Leid, keinen Tod, keine Krankheit. Sie beinhaltet, löst auf, lässt verschwinden, macht zu Nichts was immer schon Nichts war, ist entscheidungslos und pur. Was du an Leid und Jammer in der Welt siehst, ist die Schau der Angst. Wendest du die Schau der Liebe an, löst sich das Leid auf. Deine Wahrnehmung verändert sich.

Gibt es Reinkarnation?
Wenn es keinen Tod gibt, kann es auch keine Reinkarnation geben. Der Körper hat nichts mit dem zu tun, was den Menschen ausmacht, er ist nur vergängliche Form. Alle Form ist unbestreitbar Illusion. Was uns also ausmacht, wird nicht sterben, doch wird es weiter träumen, so es noch nicht erwacht ist, zur Vergebung und zur Liebe. Es wird eine andere Form finden und seinen Weg weiter beschreiten, bis, die Zeit spielt in der ewigen Liebe keine Rolle, es zu dieser Wirklichkeit des Ewigen erwacht, versteht, was Buddha, Jesus, Mohammed und all die anderen Erleuchteten tatsächlich sagten: Die zeitlose Jetzt Ewigkeit ist absolute Liebe, sie ist hier, nur sind wir zu blind sie zu sehen.

Warum lässt mich Gott so leiden?
Du lässt dich selber leiden. Denn Du bist Gott! Dein Leiden entsteht aus der Angst, die du verspürst, in einer Welt der verrückten Illusionen. Du kannst die Welt nicht so verstehen, wie du es gerne möchtest, weil sie so flatterhaft ist, wie es Irrsinn nun eben an sich hat. Du suchst einen Halt, denkst ihn vielleicht in irgendwelchen Götzen dieser Welt zu finden. Doch wie soll es möglich sein, Geborgenheit, Standfestigkeit in einem Leben zu finden, dass sich ausschließlich über den Tod definiert?

Es fuktioniert mit Vertrauen, ein Lebensvertrauen in die Tatsache, dass Gott, oder wie auch immer man dies nennen möchte, die Liebe ist, seine Kinder deswegen nur Liebe empfangen können, die Erkenntnis, dass die absolute Liebe, die Gott ist, auch nur Liebe hervorbringen kann, alles andere zwangsläufig eine Illusion sein muss. Das heißt zum Beispiel auch, dass der Tod eines Menschen, der einem nahestand, so sinnlos, grausam, unfair er erscheinen mag, ein Akt der Liebe ist. Auch dann, wenn es in überhaupt keiner Weise zu verstehen ist. Wer kann das Absolute anzweifeln? Es beinhaltet den Tod, negiert ihn, löst ihn auf.


Ich möchte gerne glauben, weiß aber nicht an was. Alles erscheint so unzuverlässig.
Sieh in Dich selbst hinein. Dort findest du Gott, oder den Sinn, was immer. Alles was notwendig ist, ist Vertrauen. Gib zu, dass du nicht verstehst. Vertraue in die Liebe, mach sie zu deinem Gott. Du kannst nicht fehlgehen. Türen werden sich auftun, hin zum Licht, die sich nie mehr schließen werden.