„DER WANDERER“ – Ein neues Buch von Th. Om


Frankfurt am Main

“Wir können den Kater nicht mitnehmen.”
sagte Bettina. Sie stand an dem großzügigen Wohnzimmerfenster unseres Appartements in einem gepflegten Viertel Frankfurts, blickte auf die nächtliche Skyline. Wir arbeiten beide für die Geldgesellschaft, für ein System, an dem wir mittlerweile ernsthafte Zweifel hegen. Mein Job in einer großen Bank brachte mir ganz erstaunliche Einblicke, die ich natürlich mit Mickey teilte – und auch sein Beruf als Verleger verschaffte ihm einiges an Information.
Nun, beide befinden wir uns in einem Alter, in dem andere mit Burnouts in Psychiatrien eingeliefert wurden, – vielleicht handelte es sich um die berühmte Midlifecrisis? Wir hatten uns ausführlichst mit diesem Themen befasst. Nein. Was uns jedoch wirklich beschäftigte, das bedeutete wesentlich mehr. Vielleicht könnte man sagen, es ging uns um den Sinn des Lebens? Beide von uns konnte man als Macher bezeichnen. Wir blieben nicht faul, die Suche nach diesem Sinn zu betreiben. Doch irgendwo, so mussten wir einsehen, brachten uns die herkömmlichen Religionen, auch die kleineren Strömungen, (wir hatten es unter anderem mit Tantra probiert, weil uns dieser Weg beiden affin erschien) keinen wirklichen Schritt vorwärts. So war es, nach langen nächtlichen Überlegungen zu dem Entschluss gekommen, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu wandern. Wir würden uns auf die Socken machen, auf diesem Pfad, der Wahrheit ein wenig näher zu kommen. Was immer denn diese Wahrheit denn auch sein mochte.“

„Nein der Kater muss bei deiner Schwester bleiben“
sagte Mickey. Er stand neben der schlanken Bettina, hatte den Arm um ihre Hüfte gelegt, wie sie es mochte. „Die Rucksäcke mit “Immer noch Konventionen” sind gepackt. Wir verstehen die Gesellschaft nicht mehr – besser vielleicht – wir kapieren jenes winzige Stückchen zu viel. Wir erkennen unsere Zahnradfunktion – doch so weit – sind wir doch ehrlich – ist sehr bald jeder einzelne auf dieser Erde, auch wenn er es vielleicht nicht ausformulieren kann. In diesem Sinne scheint der Wille, an dieser nicht wirklich zufrieden stellenden Situation etwas zu ändern, bei uns beiden etwas ausgeprägter. Was gewiss noch immer untertrieben ist, denn unser beider Wille ist es, einen dicken Schlussstrich zu ziehen. Ùber das “Wie” besaßen wir nur vage Ideen. Der Jakobsweg, von Porto bis Santiago de Compostela, etwa 300 Kiloometer Marsch, so der Plan, sollte Inspiration zeitigen ….

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