Was hat Egoismus denn mit Liebe zu tun?

Wahre Liebe ist wahrer Egoismus?

„Halt! Halt!!“ Werden da jetzt einige ausrufen. „Liebe nimmt nicht, sie gibt! Sie ist in keinster Weise egoistisch!“ Um sich nach einem kleinen Moment des Nachdenkens einzugestehen, dass ein klein wenig Egoismus denn wohl doch dabei sei. Da sich die Begrifflichkeit der Liebe hier in ihrer Bedeutung als zweigeteilt zeigt – zum einen die allumfassende Bedeutung in der Schöpfung – zum anderen der Gedankenkonstrukt der Gesellschaft – befassen wir uns mit dem zweiten Wort (im Zusammenhang) – dem Egoismus.

Lasst uns den Egoismus der Liebe ausrufen!

Was also meint der Egoismus in der Liebe? Wie beeinflusst er das, was wir unter Liebe verstehen? Oder ist er da eigentlich einfach fehl am Platz? Beginnen wir damit, eine Fahne aufzustellen. Es soll der Egoismus ausgerufen werden! Der Egoismus der wahren Liebe nämlich. Wir wissen: Egoismus im gesellschaftlichen Denken ist ein sehr übel beleumundetes Wort. Der Begriff steht im direkten Zusammenhang mit der Dinglichkeit, generell auch der Gier, dem „Haben“ wollen. Dem Narzissmus.

Ohne Rücksicht auf Verluste?

Der Egoismus bezweckt, allgmein gesehen, Umstände herbei zu führen, die mein Dasein angenehmer – beziehungsweise in meinem Sinne – gestalten sollen. Ganz regelmäßig ohne irgendwelche Rücksicht auf Verluste im Außen. Solange dies im gesellschaftlichen Konsens passiert, also in dinglichen Zusammenhang, ein nicht ausgesprochen feines, brüderliches Verhalten. Mehr oder minder das Gegenteil von dem, was man unter „Liebe“ verstehen würde. Selbst im Moralkodex der Bürgerlichkeit.

Ein vollkommen uneigennütziger Egoismus?

Was aber, wenn das Ziel des Egoismus eben nicht die monetäre Welt, das Universum der Schuldzuweisungen ist? Wenn ein vollkommen altruistischer Egoismus bezweckt, die Erde, das Leben, unseren Weg, zu einem schöneren, einem wundervollen Pfad zu gestalten? Denn genau das ist es: Sich vollkommen egoistisch der Liebe zu seinen Geschöpfen hingeben. Denn wir, jeder einzelne für sich, sind die Götter unserer Universen. Wir sind die Macher der Welt, wie wir sie empfangen.

Das ursächliche Prinzip der Schöpfung?

Wir sind geboren aus dem einen, ursächlichen Prinzip der Schöpfung: Der absoluten Liebe. Aus Absolutheit kann lediglich Absolutes entstehen. Aus absoluter Liebe entspringt, in unendlicher Menge, absolute, allumfassende Liebe. Wir sind Kinder der absoluten Liebe, sind vollkommen und gänzlich von ihr durchdrungen. Was also ist selbstverständlicher, als dass der Schöpfer seine Kinder, seine Schöpfungen ganz egoistisch liebt, da er doch die absolute Liebe ist? Diese Liebe zu leben, bedeutet die Welt zum Positiven hin zu ändern.

Außerhalb der gesellschaftlichen Gedankenkonstruktionen?

Die wunderbare Eigenschaft dieser absoluten Liebe ist nun, dass sie vollkommen und ausschließlich unabhängig von irgendwelchen Gedankenkonstruktionen des Gesellschaftsdenkens funktioniert. Denn sie kann die urteilsbehaftete Denkweise der Menschen überhaupt nicht sehen, dieser Traum gehört den menschlichen Göttern. Sie erkennt lediglich das Ungemach, das sich die Menschen, ihre Kinder bereiten. Und versucht mit aller Kraft, sie aus dieser unheilvollen Art und Weise, das Leben zu sehen, zu erlösen.

Vom Urteil befreien?

Wichtig also: Je mehr man sich von diesem urteilenden Denken befreit, welches die Menschheit zur Gänze durchdringt, desto eher ist man in der Lage, die wirkliche Liebe zu erkennen, sie auch ganz „egoistisch“ zu leben – so die Erde zu einem schöneren Platz zu gestalten. Darum gehen Mönche in die Einsamkeit, darum nehmen sie Abstand. Nicht ihr eigenes Wohl steht ihnen im Vordergrund, sondern das der Menschen, ihrer eigenen Geschöpfe.

Sinn- und zwecklose Einmischung?

Denn – ad absurbum – jedwede Einmischung in das Göttliche, den absoluten Plan der Schöpfung, der nur Liebe ist, und aus uns selbst stammt, eine Interaktion also, unter Zuhilfenahme dessen, was wir mit unserer beschränkten Wahrnehmung an Information aufnehmen können, ist weder gut noch schlecht – nur einfach vollkommen unnötig. Und ab einem bestimmten (in einem gewissen) Stadium des Erkennens wird die Art und Weise, die Thematik und das Wollen der menschlichen Kommunikation ganz einfach obsolet.

Egoismus in absoluter Liebe?

Hier entsteht ein Egoismus in absoluter Liebe, der von der menschlichen Gesellschaft und ihren aufoktroyierten Konformitäten gerne und verächtlich, abwertend, als Egozentrik bezeichnet wird. Doch ist es dagegen viel mehr der Bezug auf die Wirklichkeit, der Bezug also auf die Liebe, der hier zum Tragen kommt. Wie ein stiller Punkt im Wirbelsturm der Urteilshaftigkeit, ohne Einfluss und ohne Einflussnahme, das Zentrum allen Geschehens. Und nur die eigenen Spiegelbilder sind noch in ihm erkennbar.

Unabhängig von gesellschaftlichen Wertigkeiten?

Es entsteht eine Transzendenz des Lebensgeschehens – das Erreichen einer Superposition, die nicht mehr abhängig von Wertigkeiten der gesellschaftlichen Richterskala ist. (Sein möchte) Dieser Zustand, diese Wertigkeit im Raum, kann nicht verstanden werden, wird darum ins Lächerliche gezogen – abgelehnt – missverstanden – verurteilt – nach Prinzipien und Mechanismen der Gesellschaft, die sich selbst, ihr Konterfei im Spiegel, für schuldig spricht.

Ein stummer Stein?

Der gelebte Egoismus der wahrhaftigen Liebe ist völlig unabhängig von Körperlichkeiten, Befindlichkeiten, Gepflogenheiten, Moralismen und ebenso gereinigt von Fragmenten jedweder Konversation, Kommunikation, jedweden Handelns, Urteilens, Richtens in der Welt der menschlichen Gesellschaftswahrnehmung. Hier ist ein Stein, der nicht erweicht, das Fundament, das, ohne Beurteilung, ohne weitere Bedeutung für die Struktur des Wahnsinns der Gesellschaftsdynamiken, ganz einfach nur existiert.

Zeuge der Schöpfung?

Und doch, wer erkannt hat, der weiß um die Bedeutung dieses stummen Steins, dieses Zeugen der aus sich selbst schöpfenden Schöpfung. Und es sind diese Runen, die auf seiner Oberfläche von der Liebe höchstpersönlich graviert sind, (die manch einer zu lesen versteht), die den Weg weisen, hin zur Auflösung der Gedanken von Vergänglichkeit, Dinglichkeit, Krankheit und Unglück. Was aufscheint ist – sehr einfach – dass konträr zum Wissen der Menschen, eine vollkommen egoistische Liebe zur Schöpfung, eine komplett egozentrische Liebe – der Weg zur Erleuchtung, zur Erfüllung jedweden Zieles ist.

Fazit

Jeder einzelne von uns im Alleins, ist Gott. Unsere Gedanken erschaffen unsere Wahrnehmung, unser Erleben, zusammen mit der Körperlichkeit, den Sinnesorganen. Erschaffen ALLES. Unser Leben. Was wäre denn einfacher, mit diesem Wissen ausgestattet, als seine Geschöpfe, seine Kreaturen, das, was man als ein Gott, ein Kind der absoluten Liebe erschaffen hat, denn auch, vollkommen unabhängig von irgendwelchen Prämissen – vollständig und mit aller Kraft zu lieben?

Intreessant:

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