Der Anspruch in der Spritualität

Materie oder Geist?

Was, so ist die Frage, beinhaltet meine Spiritualität? Ambiente oder Spirit? Eine geschmackvolle Einrichtung eines Andachtsraumes, nette, vielleicht sogar etliche wertvolle Figürlichkeiten – nichts von alledem ist falsch – bis zu einem gewissen Punkt, den jeder für sich selber erkennt. Und deswegen wollen wir die materialistische Seite der Frage so stehen lassen. Ab an einem gewissen Punkt der Erkenntnis spielt dieses Problem wahrhaftig keine Rolle mehr.

Das Ziel ist, das Ziel zu finden?

Ja, bereits jetzt steht die Frage nach Äußerlichkeiten unendlich weit weg vom – Anspruch. Dem Ziel, die Quelle allen Diskurses, zu erreichen und mit ihr eines zu werden. Nun, hier tauchen all diese Störfaktoren auf, denn der Anspruch an sich ist durch und durch individuell, subjektiv – von der Formulierung her, genauso wie von der Ausführung (oder Nichtausführung) her. Und dieses schier unüberwindbare Gebirge an Schwierigkeiten nimmt uns jeden Blick, macht uns blind. Den Ausgang können wir in dieser Situation bloß ahnen – oder aber aufgezeigt bekommen. Das Ziel ist erst einmal, das Ziel zu finden.

Den wahren Anspruch aufzeigen?

Darum ist die Aufgabe derer, die bereits einen Schritt hin in Richtung dieses Liebeslichts getan haben, den Anspruch der Menschen bezüglich ihres Lebensziels aufzuzeigen, ihrer Kleinheit im Denken – damit auch ihre Kleinheit, was den Anspruch der Spiritualität angeht, auf ein neues Niveau zu bringen. Denn solange, geblendet von den Angeboten des Egodenkens, die falschen Ansprüche vertreten werden, ist das wirkliche Lernen vollkommen unmöglich.

Liebe ist das genaue Gegenteil zum Gesellschaftsdenken?

Und hier taucht es ganz vage auf, diese übergroße Missverständnis, dass uns fern hält, von der Wahrheit. Denn das Denksystem der Gesellschaft, das, was wir von Geburt an gelernt haben, ist, was das Verständnis angeht, diametral positioniert zur Funktionsweise der Liebe. Und das heißt, es kann immer nur eines der beiden Systeme funktionieren. Der Versuch nun, beide gleichzeitig zu leben, führt ins Nichts.

Informationen müssen kompatibel sein?

Ein wirkliches, ein richtiges Verständnis kann immer nur entstehen, wenn die Grundsteine des Wissens, auf dem sich anderes Wissen aufbauen kann, auch vorhanden sind. Sind diese grundlegenden Infos nicht zur Verfügung, schwebt die zusätzliche Lerninformation im Raum, kann vielleicht sogar abgerufen werden, ist aber nicht wirksam, weil noch keine Berührungspunkte installiert wurden.

Heilige Ideen -sicher abgelegt in Schubladen?

Das Ego ist nun mit Teufelseifer dabei, diese frei schwebenden Informationsbruchstücke einzusammeln und in Schubladen abzulegen – gut versperrt, denn es weiß genau, die könnten gefährlich werden. Hier haben wir nun eine sozusagen „heilige“ Dynamik am Werke. Das Ego kann diese wirklichen, diese wahrhaftigen Ideen lediglich wegsperren, nicht negieren. Das heißt, an einem Punkt, den jeder für sich selbst bestimmen kann, sind diese Ideen (die ja untereinander, in der Schublade, durchaus zu einander finden) sind diese Wahrheiten so mächtig, dass das Ego aufgeben muss. Er wird transzendiert.

„Wissen“ schaffen ist notwendig?

Dies ist nun der Grund, für jeden Menschen, so viel zu lernen, wie es ihm gerade möglich ist. In jede Richtung und ohne irgendwelche Grenzen. Denn, wie aus den obigen Worten deutlich geworden ist, je mehr an Basisinformationen, grundsätzlich, vorhanden sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die bis dahin noch frei schwebenden Informationsbruchstücke Anschluss zum Restwissen erhalten und dieses hin zur Wahrheit auflösen.

Liebe braucht keine Intelligenz?

Doch: Verstehen wir uns in der richtigen Art und Weise. Nicht ist dem so, dass für die Liebe irgendeine Intelligenz vonnöten wäre, irgendein intellektuelles Wissen. Im Gegenteil. Das Wissen um den Pfad zur Erkenntnis ist dazu geschaffen, das intellektuelle, das urteilende Wissen abzulösen, aufzulösen. Das begreift das Ego vage und ergeht sich in Todesangst und entsprechend aggressiver Verteidigung.

Wissen auflösen?

Was ist unser Anspruch in der Spiritualität? Die Erkenntnis zu erreichen. Wie erreicht man Erkenntnis? Indem man keine Ansprüche mehr vertritt. Das Wissen wird benötigt, um das „Wissen“ „abzulösen“, zu „ersetzen“, es „aufzulösen“. Der Pfad ist der Weg zu der Erkenntnis hin, dass sie (die Erkenntnis) absolut ist. Wenn „auflösen“ und „ersetzen, ablösen“ in Anführungsstrichen stehen, dann deswegen, weil dieses „Wissen“ ja nicht wirklich verschwindet – lediglich seine Wertigkeit außerhalb seiner selbst wird als Null erkannt.

Ich weiß, dass ich nichts weiß?

Und das Wissen der Erkenntnis benützt fürderhin diese vorgebliche, doch nur chaotische Wissen, in dem sich die Welt versteckt hat, um Liebe auszubreiten.

„Die Liebe sagt, ich bin alles. Die Weisheit sagt, ich bin nichts.
Zwischen diesen beiden Punkten fließt unser Leben. „

Man sieht, was uns an diesen Punkt des Verstehens bringt, ist die Demut in unserem Denken. Einsicht in unsere Kleinheit – deren Größe nur gelebte Illusion ist. Erkenntnis in der Spiritualität ist Überwindung dieser Kleinheit.

Fazit

Unser Anspruch ist die Anspruchslosigkeit – in der Überwindung all der törichten Anhaftungen liegt die Fülle der Liebe. Der Weg ist es, das Weltenwissen hinter uns zu lassen, einzutauchen in den Gral des vollkommenen Nichtanspruches – um, zurückzukehren, gesegnet mit dem Wissen um die eigene Ewigkeit – dann die Ausdehnung der Funktion der Liebe auf unserer Erde voranzutreiben – bis auch der letzte Geist überzeugt ist. Vorher ist das Ganze nicht ganz, fehlt ihm genau dieser Teil.

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