Der Weg aus Diamantensplittern

Der Pfad zur Erleuchtung weist eine einzige Ausschließlichkeit auf: Die Entscheidung für oder gegen die Liebe. Die Ausschließbarkeit besteht darin, dass, wenn ich mich für die Liebe entscheide, ich mich gegen alle Attribute der anderen Seite stelle. Genau so weit, wie mir das unmöglich ist, bin ich von der Erkenntnis entfernt. Das ist logisch und gerade deswegen sehr beklemmend. Denn ein großer Teil dieser „Dinge“ die ich negieren soll, erscheinen zum (Über-) leben ganz grundsätzlich notwendig. Denken wir bloß einmal an „Geld“.

Pro oder Contra?

Unmöglichkeit des Anspruchs?

Und genau das ist der Punkt. Wir wissen, (unser „Seelenheil“ hängt davon ab) dass all diese „weltlichen“ Dinge in keiner Weise geeignet sind, uns zur Erkenntnis zu führen, vielmehr ahnen wir, dass sie sogar in die entgegengesetzte Richtung leiten. Jedoch sind wir ganz offensichtlich abhängig. Um beim Geld zu bleiben, immerhin regiert es die Welt: Miete, Versicherung, Sprit, Supermarkt etc. Gesellschaftsessentiell, das ist Prâmisse.

Ich bin es nicht wert, dass du eingehst?

Was uns also in einen gewaltigen Zwiespalt bringt, ist diese, uns vollkommenen offenbare Unmöglichkeit, jene „verpönten, nicht zielführenden“ „Anhaftungen“ NICHT zu leben. Es ist uns schlicht unmöglich -; das können nur Heilige. Wir folgern, ausgesprochen unterbewusst, dass wir zu schwach sind, unser Glaube nicht ausreichend. Das generiert Kleinheit, ein schlechtes Gewissen. „Ich bin es nicht wert, dass Du eingehst, unter mein Dach“.

In Kleinheit gefangen genommen?

Wir sitzen in unserem Gefängnis des unbedingten Zweifels – und etliche Religionsgruppierungen – eigentlich jede einzelne – postuliert, das ihr Weg derjenige aus dem Dilemma sei. Doch die Ursache aufzulösen, das gelingt ihnen nicht. Im Gegenteil, ihr Wollen ist ja eben diese Kleinheit der Menschen „im Angesicht der ewigen Schöpfung“ . Da wird ganz konkret Angst erzeugt – Lebensangst. Und das bedeutet Macht für die Kirchen, die ja – was zum Beispiel besonders den Begriff „Familie“ angeht – sich immer in enger Verbündelung mit dem Staatsgefüge finden.

In Unwissenheit halten?

Die Kirche und der Staat – vielmehr das komplette, gigantische System des generellen Konsums, haben diese „Taktik“ perfektioniert. (Bestes Beispiel für die Bestrebungen, die Menschen im Unwissen zu halten, ist die katholische Liturgie, die, bis in die Neuzeit hinein, nur auf lateinisch gelesen wurde). Grob beschrieben: Es wurden Milliarden von „Götzen“ geschaffen, (Geld, Arbeit, Vergnügen – was daraus entsteht – in mannigfaltigen Form), riesige Ablenkungsmanöver – grundlegende Täuschungen – immer mit dem Zweck, die Menschen im Unwissen zu halten, den einzigen Weg zur Wahrheit zu verschleiern – in einem Chaos der Ängste.

Keine Erklärung?

Und mit welch durchschlagender Wirkung das für die Mächtigen, für das Ego, funktionierte und weiterhin funktioniert! Wir sind vollkommen blind, abhängig, haben nicht den blassesten Schimmer, wo wir uns überhaupt befinden, mit unserem „Sein“. Jede Frage, die wir stellen, wird mit Querverweis auf das „Mysterium Gottes“ beantwortet. Die gängigen Philosophien verurteilen Besitztum. Doch, wie der Mensch diese Besitzlosigkeit in einer materialistischen Lebenskonstellation umsetzen soll – darauf bleiben sie die Erklärung schuldig.

Mangelndes Vertrauen?

Die zwei herausragenden Gründe dafür, dass wir – in gewisser Weise „freiwillig“ in diesen Fesseln der Angst verbleiben, sind einmal der Zeitbegriff, in dem wir leben – zum anderen schlicht und einfach fehlendes Vertrauen. Die beiden Begrifflichkeiten hängen eng zusammen: In Hinsicht auf unser Leben, verhindert unser mangelndes Vertrauen, dass wir erkennen, dass all unsere Wünsche schon erfüllt sind, wir in einem Paradies leben – außerhalb jeder Zeit.

Unser reines Herz unter kalten Diamanten?

Würden wir die zärtliche Umarmung der Liebe, der Schöpfung in Vertrauen aus reinem, ehrlichen Herzen annehmen, würde sich nicht nur die Zeit, sondern das komplette Angstsystem auflösen, wie eine Wolke Wasserdampfes. Doch wir erreichen unser zeitloses, vertrauendes, reines Herz nicht mehr. Es liegt unter scharfen Diamanten begraben, welche die Gesellschaft verteilt, die das

Ego gierig, als einzigen Lebenssinn, sammelt.

Kein Vertrauen in der Zeit?

Und selbst wenn wir versuchen, mit all unserer Kraft, auf Gott (wie denn auch immer) zu vertrauen, scheitern wir immer an unserer mangelnden Geduld – in der Zeit, welche die Schöpfung nicht kennt – also letztlich doch wieder an fehlendem Vertrauen. Wie könnte es auch anders sein? Solange die Grundlage unseres Lebens sich in all diesen Anhaftungen in der Zeit erschöpft, werden wir nichts finden, das wirkliches Vertrauen rechtfertigt. Und weiterhin in Ângsten leben.

Fazit

Nun, dieser Pfad der vorgeblichen Annehmlichkeiten, der scharf geschliffenen Diamanten, ist ein sich selbst bezeugender Teufelskreis. Um hier heraus zu gelangen, ist es notwendig, sein Denken mit liebevollen Gedanken zu füllen. Sie werden die Diamanten – die Sicht auf die Dinge, die sie real werden lässt und zu Edelsteinen wandelt – auflösen, pulverisieren, ihre Nichtexistenz offenbaren. Und nur der Versuch, aus reinem Herzen, dies zu tun, ist bereits Hilferuf genug, ist schon Bereitwilligkeit genug, jedes Wunder wahr werden zu lassen.

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