Die Konsequenz der Spiritualität

Zufrieden mit dem Leben?

Es existieren wohl wenige Menschen, die – tatsächlich – zufrieden mit ihrer Lebenssituation sind. Natürlich gilt, durchgängig, das „Wie geht’s? – Gut!“ der Gesellschaft, – doch allzu viele sind da, in echter Lebensangst, in verzweifelter Sinnsuche, in Lethargie, Agonie, Hysterie. Man sucht, händeringend, ein Ungewisses an „Erleichterung“, eine Freiheit von grundlegenden Ängsten, einen Ausstieg aus all den Abhängigkeiten, die eine Zwangs-Integration in das System mit sich bringt.

Arbeit ist Leben?

Lassen Sie uns – angesichts der Komplexität entsprechender Dynamik – zwei besonders einflussreiche Faktoren herausziehen. Die Hälfte seiner Zeit, (vielfach wesentlich mehr) wendet der Mensch (wir gehen vom westlichen Standard aus, der ja mittlerweile weltumspannend aufscheint) für die Arbeit auf, der er um des Geldes Willen nachgeht. So ist davon auszugehen, dass viele Unmutsfaktoren hier verortet sind. Das Verzwickte der Geschichte ist, dass die „Arbeit“ einen so hohen, moralischen Stellenwert im Gemeinschaftsdenken inne hat.

Die Ketten sind aus „Gold“?

Das Argument ist klar die finanzielle Seite der Münze – in der bestehenden Hierarchie unseres Lebensgedankens ist Geld wie die Luft, welche man zum Atmen benötigt. Offensichtlich sind also, in den allermeisten Fällen, Geld und Arbeit stark, untrennbar, miteinander verbunden. Wir sind angebunden, weil wir in die Arbeit gehen müssen – wegen des Geldes. Arbeit und Geld. Dies sind also nicht nur die Dinge die uns anbinden, bewegungsunfähig im System gestalten, sondern gleichzeitig auch die Werkzeuge, die unser restliches Leben ausmachen.

Überlebensangst

Wenn nun also die Arbeit, in der man jeden Tag mehr als acht Stunden verbringt – aus welchen Gründen auch immer – die Ursache für ein Unglücklich sein, für Depression und vielleicht sogar tiefes Leid ist, dann sollte man doch eigentlich konsequent sein? Man ist jedoch nicht. Denn hier taucht das Überlebenselixier des Egos auf. Mit zwei Stückchen Eis im Kristallglas serviert. Angst! Echte, grundlegende Existenzangst. Überlebensangst. Die Angst vor dem Leben. Die Angst, nicht zu überleben.

Unergiebiges Selbstmitleid

Und mit welcher gespannten, nervösen, Aufmerksamkeit verfolgen wir unsere Lebenssituation, kommen dabei immer wieder zu dem Zirkelschluss unseres „Ausgeliefertseins“, der harschen Grenzen, der Unabdingbarkeit unseres „Gefangenseins“ im System der Gesellschaft. Betrachten wir die Situation grundlegender, ist es eben diese Angst vor dem Fehlen einer Struktur, die sich im vorgeblichen Außen befindet, die uns daran hindert, etwas zu ändern.

Im Duckmäusertum gefangen

„Never change a running system“- in dieser verinnerlichten Prämisse stecken wir mit unserem Denken fest. Es ist die „konjunktivistische Angst“ – die Furcht des „Hätte, wäre, wenn, sollte, wollte, könnte.“ Sie hält die Türen jedweden Verständnisses, zusammen mit ihren Geschwistern, der Lethargie und des Duckmäusertums, mit Urgewalt geschlossen. Lassen wir es bei dieser groben Beschreibung des Menschheitsproblems. Was, das ist die Frage, können wir konkret tun, um zu „entkommen“?

Säulen des Unverständnisses

Wie wir sehen, ist es zuvorderst eine Konstruktion aus Hierarchien, welche das Innerste der Gesellschaft ausmacht. Zwei Komponenten: Zum ersten die Familie und zum Zweiten die Arbeit, dies sind die Konfigurationen, welche, in den allermeisten Fällen, einen durchdringenden Lebensnegativismus generieren, die „Säulen des Unverständnisses“, sozusagen. Sie sind es, welche uns die Ketten unserer Lebensängste anlegen.

Existenzangst hält uns im Würgegriff

Und um diese ungute Verquickung der Dinge zu ändern, ist ernsthafte Konsequenz im Handeln notwendig. Was im ausgemachten Gegensatz zum systemisch angesagten (vielleicht zutiefst unterbewusstem) Lebensmotto (ebenfalls aus Ängsten entstanden) steht, ein funktionierendes System nicht zu erneuern. So sind wir also gelähmt, in der Befürchtung, unseren so schwer erarbeiteten Platz in der Hierarchieleiste unseres Wertesystems zu verlieren. Die Existenzangst hält uns klein, drückt uns zurück auf unseren harten Stuhl.

Vertrauen an die falsche Adresse

Es geht ganz offensichtlich um Vertrauen. So verrückt es daherkommt – doch evident vertrauen wir dem, was uns in eine Ideenkonstruktion der Vergänglichkeit, des Krieges, der Gier hinein katapultiert hat. Der Hund beißt nicht die Hand, die ihn füttert. Sind wir Tiere? Dieses, unser generelles Verhalten, eine Unterwürfigkeit, ein Duckmäusertum, ein Kleinheitsdenken par excellence, mit all den schrecklichen Konsequenzen für Mutter Erde, bereitet den Grund für das, was das Leben unserer Kinder und Enkel sein soll. Ist das auch nur ein kleines wenig wünschenswert?

Macht mich, was ich tue, glücklich?

Konsequenzen. Ernste Konsequenzen. Das hört sich beunruhigend an. Doch ist es nicht so, dass wir unserem innersten Wunsch Gestalt geben, wenn wir Veränderung möchten? Blicke auf die Tatsachen: Eine Arbeit, in der Du mehr als die Hälfte Deines Lebens verbringen musst. Oberster Grundsatz müsste sein: Diese Arbeit macht mich glücklich. Warum sonst sollte ich sonst 60 Prozent und mehr meiner kostbaren Lebenszeit dafür hergeben? Tut Sie es nicht – taucht unser Wort auf: Konsequenzen.

Situation verlassen

Zweiter der beiden Punkte: Das soziale Umfeld. Bist Du glücklich mit Deiner Familie? Vor allem für junge Leute wird bereits in der Bhagavad Gita geraten, das familiäre Umfeld möglichst zeitig zu verlassen. Doch auch für die eigene Familie, als Verheirateter, gilt: Konsequenzen ziehen. Wenn ich mit der Situation nicht zufrieden bin, verlasse ich sie. “Zumindest zeitweise”. „Du kannst dies auch anders sehen!“ Das sind nun unzweifelhaft keine Entscheidungen, die einfach zu fällen sind. Doch: Es geht letztlich um Dein Leben.

Unwegsame Gebirge

Es sind diese beide Komponenten in Deinem Leben, die gewaltige Hürden sind. Barrieren, unwegsamen Gebirgspässen gleich, unüberwindbar, aufscheinen, wenn man ihre Zwanghaftigkeit verlassen möchte. Es ist ganz genau diese Situation der Entscheidung gemeint, wenn ein Mönch vor etlichen tausenden Jahren niederschreibt, dies sei ein Sprung von fester, toter Erde – in einen dräuenden Abgrund. Doch hat man den ersten Schritt getan, ist man bereits auf goldenem Grund gelandet. Dazu gehört ein außerordentliches Maß an Vertrauen.

Eine Krankheit …

Ein berühmter Arzt hat einmal festgestellt: Eine Krankheit kann nie in dem Umfeld geheilt werden, in dem sie entstand. Dies gilt in unserer Situation sowohl für die maskenhafte, aufgesetzte, aufoktroyierte, anmanipulierte Gedankenkonstruktion, von der aus wir die Welt betrachten, als auch vollkommen konkret unser örtliches Befinden, den Platz auf der Erde, an dem wir sind. Ganz – ein Wechsel, ein Wandel, eine Transzendierung, kann immer nur GANZ sein.

Aktiver Weg der Liebe

Also – wenn der Herzenswunsch, nämlich mein „Das bin ich“ zum Guten, zum Liebenden hin zu ändern, tatsächlich verinnerlicht ist, wird die Schöpfungsliebe Dich, von Deiner ersten Aktion in dieser Richtung an, liebend zärtlich umarmen und Dir jedwede Unterstützung zukommen lassen. Keine Sekunde wirst Du Dich allein gelassen fühlen, wenn Du Dich der absoluten Dynamik der Schöpfungsliebe überlässt. Denn Du gehst den aktiven Weg der göttlichen Liebe, verwirklichst sie.

Entgegengesetzte Richtung

Es ist von großer Wichtigkeit, zu erkennen, dass jene Wahrheit, zu die der gesuchte Pfad führt, als buchstäblichst diametral zum vorherrschenden „Lebenssystem“ existiert. Das möchte ganz konkret meinen, dass alle die Ängste, mit der das urteilende Denkkonstrukt arbeitet, auf „der anderen Seite“ bleiben. Das, wo hinein wir uns begeben, dagegen, kennt keine Ängste, kein Leid, keine Vergänglichkeit, keine blutigen Konflikte, keine Gier und keine Krankheit.

Nur zwei Entscheidungen

Was ebenso zu sehen ist, bleibt die gigantische Größe Deiner Entscheidung. Es geht um Dein Leben. Zur Gänze. Die heilige Wahrheit ist, dass es lediglich zwei Entscheidungen im Leben eines Menschen gibt: Entweder er entscheidet sich für das Leben in der Körperwelt, mit all ihren relativen „Genüssen“ – die mit dem letztlichen Tod, mit Kriegen, Gier, Krankheit, Leid und Zorn aufgewogen werden – oder er wählt den Pfad der Wahrheit, der Schöpfungsliebe.

Unbedingte, zeitlose Konsequenz

Der Sinn jeden menschlichen Lebens auf diesem Erdball ist es, zu diesem Entschluss, die Liebe zu verwirklichen, zu finden. In jeder Sekunde ist die Wahl möglich, jederzeit kannst Du von dem Flecken schwarzer Erde, auf dem Du stehst, in den dunklen Abgrund springen – um auf federweichem, „goldenem Grund“ zu landen. Nun ist diese „Wahl“, dieser Entschluss, diese Entscheidung, eine unausweichliche. Ein jeder kommt an den spezifischen Punkt seiner Lebenslinie, (nicht zwanghaft in diesem Dasein …) an dem er versteht – zu verstehen beginnt. Und in Konsequenz zu handeln anfängt.

Das Ziel ist Glück

Das Ziel des Pfades der Erlösung ist das Glück. Und es nicht so, dass das „Paradies“ irgendwo in einer anderen Dimension versteckt wäre, einem unerreichbaren Ort, der nur für schon Verstorbene zugänglich wäre. Das Glück, das Paradies, kann in Deinem Leben verwirklicht werden! Darum ist es vonnöten, alles, was dem Glück im Wege steht, zu verlassen oder es umzuwandeln. Wenn die Arbeit oder die Familie nicht glücklich macht – wen die Umstände seines Lebens nicht glücklich sein lassen – der muss in Handlung gehen und die Situation verlassen. Konsequent.

Kirchgänger

„Es ist nicht möglich, am Sonntag in die Kirche zu gehen“. Wer auch nur ein wenig versteht, sich also der Liebe zugewandt hat, dem wird dies aufgehen. Doch nicht in Schuld, sondern in Zärtlichkeit, wird sich dieser Fehler dessen auflösen, der in der irrigen Meinung verbleibt, “etliche Stunden der Meditation” würden ihn dem Ziel näher bringen. Die Wahrheit ist ganzheitlich, sie umfängt Dich mit jeder Faser, nichts Deines Lebens ist ausgeschlossen. Der Wandel ist ganz.

Fazit

Dieser „Sprung ins Dunkle – auf „güldnen Grund“ ist nicht ohne ein verinnerlichtes Vertrauen in die Kraft der absoluten Schöpfungsliebe zu verwirklichen. Und dieses Vertrauen wird Dir gegeben, jeden Tag, in dem Du den richtigen Weg gehst, dich im heiligen Pfad übst, versuchst, das Richtige zu tun. Mehr ist nicht notwendig. Nur der Versuch .. Gut zu sein, freundlich, achtsam zu sein, mitfühlend, liebend … Das ist alles, was notwendig ist, und die Schöpfung wird Dich liebend umarmen, wird Dir dieses Vertrauen, dass so ursächlich ist, in Übermaß schenken.

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