Unauslöschliche Sünde

Die besondere Schuld

Es gibt da, offensichtlich – nicht wirklich greif- und beschreibbar, eine Zone in unserem Geist, die das Auslöschen eines Lebens – ein Beispiel unter vielen – also eine Tat, die auf die Körperlichkeit eines anderen Menschen – bis hin zum finalen Einfluss – einwirkt, zu etwas wirklich besonderen gestaltet, unter den „schlechten Dingen“ , den Sünden, die ein Mensch in seinem Dasein anhäufen kann. Und die dann, je nach dem, auch mit der Hölle, der ewigen Verdammnis bestraft werden. 

Unverzeihlich?

Es bestehen also Sünden, die nicht verzeihbar sind. Wenn sie nicht durch die Gesellschaft verurteilt werden, dann – das ist im Übrigen immer der Fall – dann durch den Täter, sich selbst gegenüber. Reden wir vom schlimmen Geschehen. Du hast jemanden umgebracht. Willentlich. Aus welchen Gründen auch immer. Das generalisierte Verständnis der Gesellschaft: Das ist unverzeihlich, eine „Tod“sünde

Selbst zum „Tode“ verurteilt?

So. Dies steht fest im Urteil. Da kommst Du nicht raus. Und – ganz einfach. Solange Du nicht einsiehst, dass Du Dich mit dieser Aktion selbst umgebracht hast, ist es vollkommen unerheblich, was Du mit der Situation nun tust – es wird niemals zielführend sein. Im Gesellschaftdenken bist Du in dieser Tat gefangen. Keine Rechtfertigung, keine wie auch immer gestaltete Regulierung, keine bittere Reue, keine Opfer, keine Wut – nichts wird Dich befreien – außer dieser Einsicht. 

Sünde ist inexistent?

Es gibt keine Hierarchien in Wundern – darum kann es auch keine Kategorien in der Sünde geben. Auch die „Sünde“ ist im Ganzen und darum „nichtexistent“ Wenn Du erkennst, dass selbst diese Situation einer „Todsünde“, in der Du Dich jetzt befindest -vollkommen egal – aus reiner Liebe passiert, nur so geschieht, weil Dich die Schöpfung zurückholen möchte, Dir und Deinen Geschöpfen die wunderschöne Wahrheit aufzeigen möchte – dann passieren die Wunder

Fehler sind korrigierbar?

Es gilt, dass du einen Fehler getan hast. Wenn Du erkennst, dass Du hier eine vollständig falsche, verrückte, Entscheidung getroffen hattest, wenn Du die Liebe in Deinem Leben wahrnimmst, darum weißt, dass Deine Tat ihr vollkommen diametral gegenüber steht – dann wird Dir deutlich: Dir war schon immer verziehen! Du verstehst, dass du gar nie gesündigt haben kannst. Dann ist die Vergebung Dein. 

Die Liebe löst Deine „Schuld“ auf?

Was die gesellschaftlichen Normen mit Dir tun, was die dynamischen Folgen Deines Fehlers im System sind – das eben gehört zu dieser vollkommen anderen Seite, auf die Du Dich mit Deiner Tat gestellt hast. Die Du angenommen und gelebt hast. Die Dir aufgezwungen wurde. Die Befreiung aber, die Dir die Liebe schenken kann, wenn Du sie als Quelle verstehst, steht darüber, setzt dieses System außer Kraft. 

Die Liebe befreit?

Die Liebe ist Vergebung, sie ist reine Vergebung, und wenn Du verstehst, dann hebt Dich das aus Deinem Gefängnis, ganz egal, wie dick die Mauern auch sind oder wer auch immer sie errichtet hat. Die Befreiung durch diesen absoluten Gedanken der Liebe ist durchdringend und vollständig. Sie steht neben dem „weltlichen Urteil“, über ihm, in ihm, löst es auf. Dir ist vergeben. Dieses „Urteil“ ist so groß, dass nichts daneben Bestand hat.

Das große Nichtverstehen?

Hier taucht er, wie in Leinentücher gehüllt, mit dem unbedingten Willen nicht erkannt zu werden, wieder auf, – dieser viel diskutierte, bedeutungsvolle Moment des kognitiven Miss- oder Unverständnisses. Anders ausgedrückt, argumentiert das Ego: Das kann doch nicht funktionieren! Wenn selbst der Mord an jemanden anderen keine Sünde ist, keine Todsünde, nicht bestrafenswert – ja wo kämen wir denn da hin?

`Hasserfülltes Ego?

Geradezu wunderbar, wie hier die Missgunst des Egodenkens zutage tritt: Hasserfüllt schreit es nach Vergeltung – gemäß der Regeln, die es selber aufgestellt hat – es sind die einzigen, derer Du bisher gewahr warst. Vergebung kann es hier niemals geben. „Verzeihung“, „Mitleid“, vielleicht, doch niemals wirklich, auch wenn Buße getan ist. Eine Ganzheit ist nicht möglich. Denn in der Ganzheit gibt es keine Egoidee. 

Begrenzter Urteilsgedanke?

Und hier ist das Ende des Urteilsgedanken erreicht. Weiter geht’s nicht. Schuld und Strafe. So definiert sich sich diese, unsere Denkkonstruktion. Wirkliche, durchdringende, ganzheitliche Vergebung – die kennt man nicht, kann man nicht kennen, man kann sie nicht verstehen, sie ist nicht angebracht, hat hier keine Existenzberechtigung. Ganz genau, Wo kämen wir denn dahin? Wir schwingen lieber die Peitsche, haben sie oft genug selber gespürt. Auge um Auge und Zahn um Zahn.

Es gibt in der Liebe keinen Verlust?

Auge um Auge, Zahn um Zahn – was bedeutet das jedoch wirklich, in Wahrheit, in Zärtlichkeit, in Liebe? Sehr einfach! Für alles, was Du gibst, bekommst Du dasselbe zurück – denn es handelt sich um den Liebesgedanken. Du kannst so viel geben, wie Du möchtest! Du bekommst alles, und noch mehr zurück! Die Liebe kennt kein Geben und Nehmen. Sie sind in ihr ein und das Gleiche. Wenn Du gibst, erhältst Du auch. Je mehr Du gibst, desto mehr erhältst Du. Es kann niemand Verlust erleiden.

Liebe ist Urteilslos?

Es ist mit großer Freude ebenso fest zu stellen: Die Liebe kennt kein Urteil. Wer die Liebe in ihrer Wirklichkeit erkennt, der weiß, dass ihm vergeben ist. Dieses Wissen ist ganzheitlich, nicht wirklich in Worte zu fassen. Es geht über das „weltliche Gericht“ weit hinaus, betrifft uns in unserer ewigen Heiligkeit – als Kinder der absoluten Liebe.

Vollkommene Schuldbefreiung?

Diese vollkommene Vergebung ist aus dem Grundgedanken der Liebe vollkommen klar und deutlichst bedingt – diese Kraft des Auflösens zum Nichts der Bedeutung – welche durch das Verständnis, das Erkennen, die Schau wieder auftaucht – wirkt in seiner unvorstellbaren Größe in diese erlebte Zeit hinein – und bringt selbst hier – mitten im System – Erlösung – indem sie Dich die falschen Prämissen in Deinem Kopf als das erkennen lässt, was sie sind: Nichts. .

Erlöste Märtyrer?

Ein Bild, das die katholische Kirche in ihrem Selbstverständnis gerne zeichnet, ist das des Märtyrers. Da wird ein Heiliger in Öl gesotten oder auch gehäutet – es erreicht ihn nicht mehr. Er hat sich von dem, was wir als Körper sehen, getrennt. Dies Bild ist nahezu bedeutungskonträr, sehr grob, schematisch – gewiss auch symbolhaft – doch treffend. Wir vergeben unserem vorgeblich schuldbeladenen Körperdasein. Mehr: Wir erkennen die ewige Unschuld.

Nur oberflächlicher „Glaube“?

Auch wenn das Beispiel angesichts der „Todsünde“ des Mordes, von der wir hier reden, „verharmlosend“ (Die Liebe kennt keine Hierarchien!) erscheint: So ist die geistige Haltung der Betroffenen, der Standpunkt, die Sichtweise aus dem Systemdenken heraus, in der folgenden kleinen Geschichte ganz gut verdeutlicht:

„In einem kleinen Städtchen, irgendwo in China, herrschte großes Wehklagen. Seit vielen, schon nicht mehr gezählten Monaten, fiel kein einziger Tropfen Regen vom Himmel. Die Flüsse und Seen vertrockneten, das Getreide verdorrte, das Vieh auf der Weide verdurstete, die Kinder und Frauen und Alten starben.

Die Ältesten und Weisen kamen zusammen und beschlossen, alle Bewohner zu versammeln, um gemeinsam für den Regen zu beten. Wirklich jeder erschien zum ausgemachten Zeitpunkt auf dem Marktplatz des Ortes. Selbst die Siechen und Kranken, die Sterbenden, die Neugeborenen holte man zur Fürbitte.

Die Bitte um Regen wurde nicht erfüllt.
Der alte Mann, der mir die Geschichte erzählte, erklärte:
„Weißt Du Jüngelchen, nur ein einziger von den tausenden von Menschen brachte einen Regenschirm mit.“

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