Aussen

Das Kind im Innen?

Es heißt in den Ratgebern zur Spiritualität nahezu immer: “Schauen Sie nach Innen! Finden Sie Ihr inneres Kind!” Das ist leichter gesagt als getan. Denn – das Aussen beherrscht uns. Nahezu in Vollkommenheit. Eine ganz offensichtliche Angelegenheit, könnte man meinen. Denn – um an diesen Punkt in unserem Inneren zu gelangen, uns diesem “inneren Kind” zu nähern, sollen wir ja dieses “Aussen” abstellen. Sind wir doch ehrlich: Bei diesem Versuch wird jeder früher oder später scheitern.

Weder Weg noch Ziel – nur Punkt?

Warum ist das so? Warum kann sich niemand wirklich vom Aussen vollkommen abtrennen? Warum holt es uns immer wieder ein? Es ist dieses sich “nicht im Aussen” befinden, das “ganz bei sich sein”, die Meditation nach langer Übung, leider ja doch nur eine temporäre Angelegenheit. Ein Platz zum Ruhen, zur Entspannung. Doch keineswegs final oder sogar zielführend. Der Zustand der Meditation und Verrsenkung ohne das Aussen ist weder Weg noch Ziel. Nur Punkt.

Was ist Aussen?

So – Nun. Hinter diesen Überlegungen steht ein größerer Gedankenzug. Eine absolute Idee, eine vollkommene und gigantische Lösung. Doch sehen wir uns ersteinmal das “Aussen” etwas genauer an. Generell könnte man, mit einer Prise Ironie, sagen, das Aussen ist das, was immer Schuld hat. Die Umstände. Falsche Einschätzung. Man konnte ja nicht ahnen … Purer Zufall. Schicksal. Pech. Glück. Entwicklung. Alles im Aussen.

Das Aussen ist unzuverlässig?

Und was ist es nun dieses Aussen? Welche hervorragenden Eigenschaften hat es? Von unserem bschränkten Standpunkt aus, können wir hier ohne weiteres postulieren: Die ausgezeichnete Eigenschaft des Aussen ist seine Unzuverlässigkeit. Es scheint manipulierbar. Es wirkt absolut massiv – man kann sich nicht vorstellen, gegen das “Aussen” etwas unternehmen zu können. Schließlich und letztlich weiß man auch nicht, was es beinhaltet.

Nur die Gedanken sind frei?

Das Aussen – das ist die Umwelt, die wir wahrnehmen, da sind die Informationen, die wir erhalten, das sind die Menschen und Tiere, mit denen wir zu tun haben. Das sind die Situationen, in die wir hineingeraten, hineingeboren werden, die wir zu generieren glauben. Im Gegensatz zu diesem Aussen, so ist unsere unbedingte Meinung – gibt es die Gedanken, das Denken. Und das ist frei. Haleluja! Die Gedanken sind frei!

Äusserlichkeiten die das Innere bestimmen?

Wenn wir uns bloß etwas für sie kaufen könnten. Aber, die Miete will bezahlt werden, es gilt Geld zu machen, Essen zu kaufen, Sprit, Versicherung, Frau, Kinder … alles Dinge im Aussen, die unser Leben bis in die kleinste Kleinigkeit bestimmen. Das Ich – die große Freiheit – (die Gedanken sind frei?) – wo ist die denn? Scheint also nur gedanklich zu existieren? Oder nur sehr kurzfristig? Oder vielleicht – überhaupt nicht?

Frei von jeder Verantwortung?

Stehen wir doch eigentlich ganz gut da! So für uns selbst. Frei von jeder Verantwortung. “Ist ja alles nur das Aussen schuld. Wir sind nun mal Sklaven der Umstände. Was kann ich denn schon tun? Ich mache halt das Beste draus.” Seufz.
So. Und jetzt kommen Sie mal mit. Mit mir und den zwei freundlichen Herren in den weißen Klamotten. Ganz freiwillig, nicht wahr? Setzen Sie sich! Sie sitzen schon? Entspannen Sie sich! Ihnen gegenüber, (Sie befinden sich in der Psychiatrie!) auf dem anderen Sessel, ein freundlicher Arzt, der es nur gut mit Ihnen meint.

Wissen Sie, warum Sie hier sind?”

Nein.”

Sie sehen doch diese Dinge?”

Welche Dinge?”
“Na, mich. Den Stuhl hier. Die Tür. Das Fenster. Den Teppich. Den Baum da draussen. Diese Dinge eben.”

Ja?”

Und diese Dinge sind im Aussen?”

Natürlich. Wo denn sonst?”

Sehen Sie. Darum sind Sie hier. In der Psychiatrie. Weil Sie diese Dinge sehen. Und denken, sie seien im Aussen.”

Was? Verdammt, wo sollen sie denn sonst sein?”

Sie haben Sie erfunden. Höchst-”persönlich”. Sie stehen in Ihrem Drehbuch.”

Wie?”

Sie sind Gott. Sie haben die Welt erschaffen, die Sie sehen. Tun es jeden Augenblick. Sie schreiben das Drehbuch und können es auch jederzeit ändern.”

Sie sind verrückt!”

Führen Sie den Herrn auf sein Zimmer. Er mag darüber nachdenken. Dafür ist er hier. ”

Es geht um die Realität?

Sehen Sie das große Problem? Es geht schlicht und einfach um unsere Realität. Sozusagen um unseren “gesunden Menschenverstand”. Und: Es geht tatsächlich immer noch um unser inneres Kind. Doch diese innere Kind – es ist GANZHEITLICH. Es ist ganz. Vollkommen. Absolut. Die Realität. Die Wahrheit. Es ist göttlich. Es ist die Liebe. Es ist WIR. Wir sind göttlich. Wir sind Gott. Wir sind LIEBE.

Liebe will sich immer ausbreiten?

Die Liebe beherrscht unsere Gedanken in dem Traum, den wir als der schlafende Gott tun. Da die Liebe nur ein einziges Ziel hat – nämlich zu expandieren – sich zärtlich zu mehren – sind auch alle unsere Gedanken, mit denen wir das Tagebuch, das Drehbuch unseres Lebens schreiben, auf dieses Ziel ausgerichtet. Auch wenn wir es überhaupt nicht verstehen. Schwierig, denn wir lassen uns, nach wie vor, vom Aussen, von den Götzen (Ein Buddhist würde sagen: den Anhaftungen) blenden. So haben wir unseren Pfad des Verstehens zu gehen. Doch wir können auf ihm in vollstem Vertrauen laufen. Denn die Liebe ist allmächtig.

Es gibt kein Aussen?

Die Liebe, die Schöpfung ist allmächtig und sie kennt keine Zeit. Im Ganzen kann es keine Zeit geben. Es gibt kein Aussen. Wir sind vollkommen selbstverantwortlich. Wenn wir klein denken, sind wir klein, wenn wir groß denken, sind wir groß. Dein Wille geschehe! Dein ist die Macht und die Kraft und alle Herrlichkeit. Was Du dem geringsten Deiner Brüder antust, das tust Du Dir an! Dies ist mein Fleich und Blut!

Deine Geschöpfe?

“Es sind meine Geschöpfe!” sagte der heilige Franziskus. Du hast sie erfunden! Du hast sie geboren. Liebe sie! Es existiert kein Aussen. Du bist die einzige Ursache! Du bist Wohl und Wehe in Deiner Welt. In der Welt. Depression und Glückseligkeit. Verwzeiflung oder Vertrauen. Du bist der Wind, der die süßen Samen der Vergebung mit sich trägt. Du bist die Sonne und der Regen, der die Saat aufgehen lässt. Du bist die Erde, in der alles seinen Anfang nimmt.

Du bis alle Universen?

Versteh dies – und dass der Anfang und das Ende – die es beide enicht gibt – in der Liebe aufgehen.

In Dir sind alle Universen! Du stehst himmelweit über solch wahnsinnigen Ideen wie Tod, Krankheit, Sünde, Urteil, Angriff und Verteidigung, – erkennst sie als bloße idiotische Attidüden in einer chaotischen, vollkommen sinnlosen Scheinwelt. Du bist das Innen und das Aussen. Du bist Alpha und Omega. Du bist ALLES. Es ist DEIN TRAUM.

Deine Verantwortung

Es ist ALLES in Deiner Verantwortung. Doch – Du bist dessen in Deinem Körper, den Du Dir als Geschenk gedacht hast, nicht gewahr. Du siehst es nicht. Du glaubst nicht, dass Du selbst in der Lage wärst, all diese wunderbaren und schrecklichen Dinge Dir auch nur auszudenken! Wie sehr Du Dich in Dir täuscht! Die Schöpfung ist allmächtig und allwissend und Du bist die Schöpfung. Alles ist in Dir, stammt aus Dir. Alles. Es gibt kein “Aussen”. Doch sei getrost. Das Alles ist liebend.

Aussen

Fazit

Erhebe Dich aus Deiner anerzogenen, aufoktriuerten, gelebten, verinnerlichten Kleinheit. Erkenne Deine wahre Größe und vergib Dich nicht an die Kleinheit, die man Dir so glaubhaft macht, mit vielen schrecklichen Zeugen. Dieses grausame Leben, dass Dir da vorgestellt ist, ist nicht Gottes Wille. Gott, die Schöpfung ist Liebe. Wahnsinnig nur der, der annimmt, die Liebe könnte soetwas, wie wir es angeblich “leben” “müssen” zulassen. So ist sie ständig zärtlichst bemüht, uns verstehen zu machen. Im Verstehen der Liebe – darin liegt unser Pfad. Das ist unser Weg zum Auwachen aus unserem Traum als schlafender Gott.

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