Die Kirche – Sex als mächtiger Manipulator?

Benutzen die großen Kirchen unsere Sexualität zur Machterhaltung?

Gigantische Katakomben könnte man füllen, mit den Büchern und Abhandlungen, die zum Thema Sexualität alleine in den westlichen Religionen geschrieben sind. Eine ausgesprochen bigotte Einstellung – kulturgeschichtlich, gesellschaftswissenschaftlich von größter Relevanz – beeinflusst sie unser komplettes Lebensbild nachhaltigst. Sie, die Sexualität und der “fachgerechte” Umgang mit ihr, ist ein mächtiges Werkzeug jeder Kirche.

Sexualität als Machtinstrument

Sexualität als Sünde

Über die Jahrhunderte weg haben es die Religionen geschafft, der körperlichen Liebe einen konkreten Bezug zu der von ihnen proklamierten “Sünde” unterzuschieben. Es gibt eine einfache, grundsätzliche Überlegung bei dieser Taktik:

„Wenn die Kirche die Macht über die Sexualität hat, sie als etwas Sündhaftes brandmarken kann, ist sie im Besitz eines immerwährenden Instruments der moralischen Geißelung. Denn wenn der Mensch eines tut – dann miteinander Sex haben. Egal ob Sünde oder nicht.“

Festgemauertes Gesellschaftsdenken

So scheint unweigerlich auf, dass all die Prüderie, die scheinheilige Moral, die ethischen Ansprüche der Religionen in Bezug auf Sexualität, lediglich profane, geistige und materielle Machtgelüste untermauern. Das Bild, das man uns vorstellt, ist rein manipulativ. Doch wir haben es verinnerlicht, es ist Teil des übergeordneten Gesellschaftsdenkens, festgemauert, wie oben schon bemerkt, in zahllosen Schriften und Grundsatzregeln, bis hin zu den 10 Geboten.

Vorurteile

Sex ist etwas Schmutziges

Sex ist etwas Schmutziges. Das ist in unseren Köpfen. Da sind riesige Mauern aufgebaut. Wie Keulen schwingen die Priester die Begrifflichkeiten von Jungfräulichkeit, Altersunterschied, Geschlecht, sexuelle Praktiken, den Stand der Ehe, den Gebrauch von Verhütungsmitteln, die Abtreibung. Eine Moral, die ganz grundsätzlich zu einem latenten Unwohlsein der Menschen in ihrem Einflussbereich, besonders eben der westlichen Hemisphäre, beiträgt.

Eine gedankliche Zwangsjacke

Was kann an solcher Restriktion göttlich sein? Was hat sie nur im Entferntesten mit Liebe zu tun? Was passiert ist, in den letzten Jahrhunderten, ist tatsächlich, dass sich die Kirche, mit eben diesem Bild von Sexualität, eine ungeheure Macht über das Denken der Menschen verschafft hat – ein ausgezeichnetes Mittel, um Sie, ganz konkret, über das was sie sind, nämlich Körper – in eine gedankliche Zwangsjacke zu stecken. Wo benötigt man Zwangsjacken? In der Psychiatrie. Hier nun geht es um das Irrenhaus des Gesellschaftssystems.

Tantra – der Pfad

Anklagende Hyperintimität

Alles, was mit Sexualität zu tun hat, wird im westlichen Glauben, auch im Islam, in eine finstere Ecke gestellt, wo es nur zu bestimmten Gelegenheiten und mit schlechtem Gewissen kurz hervor geholt werden darf. Subtil erschufen die „Führer im Glauben“ eine durch und durch dualistische, tendenziöse, diskriminierende, verurteilende, anklagende Hyperintimintät. Dass diese so proklamierte Trennung, diese Entwürdigung des Natürlichen, generell frauenfeindlich ist, muss nicht betont werden.

Sex deckt komplettes Spektrum menschlicher Beziehungen ab

Sexualität ist eine Komponente, die mehr in unserem Leben bestimmt, als offensichtlich ist. Es geht nicht nur darum, wie wann und wo und mit wem Sex zu haben ist, sondern um eine tiefgehende Strömung, die das komplette Spektrum menschlicher Beziehungen abdeckt. Die postulierten Grenzen, Verbote, aufoktroyierten Weltanschauungen, greifen in die innersten Werte unserer Gesellschaft nicht nur ein. Nein. Sie formulieren Sie.

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Die verpönte Körperlichkeit – die Ursache latenten Unwohlseins

Sieht man die Angelegenheit in einem positiven Licht, wie es unser Bestreben ist, entpuppt sich die verpönte Körperlichkeit, die Beschränkung unseres Körpers, die wir durch das angenommene Denksystem erfahren, geradezu als Segen. Denn hier tut sich eine Möglichkeit auf, unser Denken, die verschrobenen Ansichten der Kirche, die unser Leben so nachdrücklich, nahezu entsetzlich manipulieren, ad absurdum zu führen – das latente Unwohlsein los zu werden.

Katalogisierter Verdrängungsprozess

Die großen Religionen sind, in sich, ein einziger Verdrängungsprozess. Anstatt die Dinge anzunehmen, werden sie kategorisiert, be- und verurteilt. Gerade über die Sexualität, die einen so immens großen Teil der Menschlichkeit ausmacht, findet eine ungeheure Manipulation statt. Diametral in schwärzestem Dunkel steht sie jeder schöpferischen Grundsätzlichkeit dessen, was uns geschenkt wurde, nämlich unsere Körperlichkeit, entgegen.

Knoten in der Wahrnehmung der Wirklichkeit

Man könnte, sehr bildlich, auch beschreiben, das von der Kirche gezeichnete Bild der Körperlichkeit, der Sexualität schlechthin, aus der Historie als unbedingt und grundsätzlich in die Gegenwart transformiert, hat einen gigantischen Knoten in unserer Wahrnehmung der Dinge generiert. Es ist, als ob, jedes mal, wenn irgendetwas, auch nur im Entferntesten, mit Geschlechtlichkeit zu tun hat, ein Schalter in unserem Hirn umgelegt würde.

Bigottes Weltbild

Das ist genau das, was die Jugend, ein großer Teil der Bevölkerung in den 70zigern und 80zigern erkannt hatte. Auch, wenn der Kern des Gedanken dieser Bewegung sich bis heute ein Wenig im Benimm der Gesellschaft niederschlägt, die Prüderie, das bigotte Weltbild, das schon vorher herrschte, fand schnell Wege, diese ideelle Befreiung zu boykottieren und wieder verschwinden zu lassen. Verschwörungstheoretiker würden jetzt als Beispiel das Aids Virus nennen, in unseren Tagen vielleicht Corona.

Einbahnstraße des Dualismus

Was hier, betrachtet man sich die Causa ein wenig aus der Distanz, vollkommen offensichtlich wird, ist, dass die Doktrin der großen Religionen eine Einbahnstraße des dualistischen Denkens, des Materialismus, zementieren. Wie vollkommen anders dagegen der Ansatz des Tantra! Eben nicht in den Schmutz ziehend, als Kopulationswerkzeug zur Erzeugung von Nachfahren wertend, wird hier das Geschenk der Schöpfung an uns, unser Körper nämlich, mit all seiner wunderbaren Funktionalität geehrt.

Körperverletzung als Weg zur Seeligkeit?

Auch wenn die Spitzfindigkeit der Theologen letztlich Wahrheit postuliert, wenn sie sagt, die Erleuchtung, das letzte Ziel, sei nicht über den Körper zu erreichen, straft sie sich mit ihrer Opfer- und Geißelungsattidüde, dem verkündeten Weg der Entsagung als Pfad zu Gott, doch nur selber Lügen. Was letztlich beispielhaft deutlich wird in der Art und Weise, wie „Geistliche“ Priester, ihre Sexualität – vielleicht gezwungenermaßen – ausleben.

Der Körper – ein heiliger Tempel

Das Tantra nun sieht den Körper als das göttliche, heilige Instrument, dass uns gegeben worden ist, als ein Weg, die Allheit wieder zu erkennen. Das Tantra erhebt den Körper über diese profane Sicht einer materialistischen, dualistischen, abwertenden Denkart, gestaltet ihn zu einem Schlüssel der Offenbarung. Auch wenn die hierarchische Ordnung der Energien, die das Tantra sieht, proklamiert, jenseits von Nondualismus steht, ist dies hier doch nur ein Pfad, mit vorhandenen Erklärungsmustern, die Ewigkeit darzustellen.

Tantra – der Weg der angstfreien Schuldlosigkeit

Während altherbebrachte Religionen sich also mühen, die Schuld im menschlichen Dasein weiterhin zu porträtieren, zeigt das Tantra den Weg der Schuldlosigkeit auf. Ein so vollkommener Gegensatz zur Doktrin der Kirchen, dass ihn manch einer nicht erkennen kann. Die Schuld, die, im Glauben der altherbrachten Religionen, jedem Gläubigen auferlegt wird, heißt immer Angst. Die These der Kirche ist ein Gott, eine Schöpfung, vor der man Angst haben muss. In alle Ewigkeit. Nicht umsonst die Hölle.

Die sanfte Hand

Die Ursache und Wirkung des tantrischen Weltbildes ist es, genau diesen, so fundierten, vollkommen unlogischen Ansatz, aufzulösen. Möchte man es formulieren, könnte man sagen, das tiefste Wesen des Tantra, dass nur von jenen erfahren werden kann, die sich dem Vertrauen in die Liebe (nicht nur die körperliche), also in die Schöpfung hingeben, ist die sanfte Hand, welche all unsere bis dahin empfundene Körperlichkeit, durch die Erkenntnis der wahren Körperlichkeit, in eine, wahrhaftig nicht beschreibbare, Herrlichkeit transzendiert.

Fazit

Moralismen, ethische Grundsätze, der „Anstand“, angeblich „ungeschriebene Regeln“, anerzogener Ekel, gesetzliche Regelungen, schlichte, gewollte Unwissenheit und Naivität, das alles sind die Grundpfeiler einer Sicht auf die Sexualität, wie sie in der Gesellschaft nahezu weltweit unverbrüchlich festgelegt ist. Das Tantra ist ein Weg, sich über diese Anschauung zu erheben, vielmehr sie aufzulösen. Ein Pfad, der zu der Erkenntnis führt, dass jedes Urteil der Anfang von Angst ist.

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Wie ist das mit der Einsamkeit in der Spiritualität?

Spiritualität Einsamkeit

Ich finde oft kein Verständnis für meine Spiritualität, fühle mich alleine?

Wie oft hört und liest man, dass die Erleuchtung nur in einem selbst gefunden werden kann, Menschen werden zu Eremiten, legen Schweigegelübde ab, gehen in die „Weltfremde“ ziehen sich in Rituale zurück. Das Bild, das die katholische Kirche von ihrem Erlöser malt, (ganz tief in den Köpfen der Menschheit) ist das eines einsamen Menschen am Kreuz. Die Profile jedweder Propheten zeigen auf, wie abgehoben diese Verkünder einer neuen Wahrheit dargestellt wurden – Wissen trennt – so möchte man meinen.

Einsam, Alleine
Einsam, Alleine

Na siehste! Alle einsam! Logisch, oder?

Wenn jemand über ein Wissen verfügt, dass für andere nicht zugänglich ist, dann muss er ja irgendwie alleine sein. Das scheint nur allzu begreiflich. Doch genau hier begehen wir einen entscheidenden Verständnisfehler. Denn das Wissen um die Wahrheit, dass die Erleuchtung Pforte für Pforte bereit hält, ist eben das Wissen um die Liebe. So stellt sich also heraus, dass die Ansicht, ein Erleuchteter, oder jemand auf dem Weg dorthin, sei einsam, lediglich eine Spiegelung, eine Projektion unserer eigenen Einsamkeit ist.

Einsam im Chaos der Welt?

Eine etwas konfuse Geschichte. Da steht jemand, auf einer Insel, trocken der Boden, keine Vegetation, trotzdem hat er diese Insel immer bis aufs Blut verteidigt. Er führt auf seinem Eiland einen täglichen Kampf ums Überleben – um die tägliche Nahrung, die Erhaltung seines Standards, sogar Miete muss er bezahlen, für sein Refugium. Immerzu rollen neue Wellen der Angst, der Schuld, der Sünde heran. Und die Zeit eilt. Tempus fugit. Da sind andere Inseln um ihn herum, doch er kann sie nicht erreichen, auch wenn es manchmal so scheint.

Ein Licht am Horizont

Was nun so verdreht an der Story ist: Der Mensch auf dieser, seiner individuellen Insel, in seinem trockenen Garten, sieht dieses Licht am Horizont. Es stammt von dem hell-weißen Segel eines prächtigen Schiffes, dass da auf dem Meer der Liebe, das seine kleine Insel umgibt, kreuzt. Und was denkt sich unser Inselbewohner? „Was muss dieses Schiff sich einsam fühlen!“ Läuft Ihnen auch ein Schauer über den Rücken?

Sandspielkasten
Sandspielkasten

Wie ich es aber drehe und wende – ich fühle mich allein mit einem überragenden Geheimnis?

Einsam und alleine – das sind nochmals zwei Differenzierungen – von denen wir grundsätzlich Abstand halten möchten. Der Knackpunkt dieser Fragestellung, dieser Argumentation ist das Wort „Geheimnis“. Es ist ganz einfach so, dass die Liebe keine Geheimnisse kennt, sie selber auch kein Geheimnis ist. Der Weg der Spiritualität, der Pfad zur Erleuchtung, ist die Straße der Liebe, ist dieser Ozean von sanfter Fürsorge, der uns umgibt – und je weiter wir fortschreiten, desto deutlicher wird uns das – was uns bis dahin, in unserer Blindheit des Weltenchaos, verborgen blieb.

Was wäre das für eine Liebe, was für eine Erleuchtung, die versucht, ein Geheimnis aus sich zu machen?

Wahre Religion kennt kein Geheimnis, keine Magie. Der Pfad hin zu einem anderen Denksystem, das nicht in der Konfusion der erlebten Welt gründet, vielmehr den Weg in die ausschließliche, absolute Liebe bedeutet, liegt für jeden offen. Es ist weder notwendig, sich zu kasteien, noch irgendwelchen magischen Ritualen zu folgen, irgendwelche Formeln zu kennen, irgendwelche Materialien zu erhöhen.

No black no white
No black no white

Das Wissen erreicht uns?

Wer die Liebe nur einlädt, wer sie anruft, der wird Antwort erhalten. Dazu ist es weder notwendig, gewisse, nur „Eingeweihten“ bekannte Rituale zu zelebrieren, noch den Katechismus auswendig zu lernen. Es geht hier einfach darum, zu erkennen, dass wir in einer absoluten Liebe leben, hier unsere Insel zu besitzen scheinen. Als Insel getrennt vom Meer dieser Liebe, nur leicht benetzt, befeuchtet. Wir empfinden Angst vor dem Meer.

Liebe ist allumfassend?

Wenn wir uns zur Alleinheit bekennen, zu der Tatsache, dass die Schöpfung Liebe ist, erkennen wir ihr absolutes, allumfassendes Wesen an. Wir erkennen, dass unsere Insel darum ein Fantasiegebilde sein muss, in ihrer Solitarität, dass sie aus Gedankenfragmenten geschmiedet ist, die in Vorurteilen, Urteilen, Bewertungen, Regeln und Manipulation begründet sind. Was wir fühlen, sehen, schmecken, hören, denken – ist Illusion.

Mystery of the jungle dissappears
Mystery of the jungle dissappears

Ein gewagter Schritt auf einen goldenen Felsen?

Hier ist er wieder – dieser Schritt in einen Abgrund, der doch zu einem sicheren Stand auf einem goldenen Felsen führt. (Ein Gleichnis aus dem Zen) Wenn wir das Denksystem, welches wir erlernt haben als ein unbedingtes Muss, als eine Überlebensgrundlage, wenn wir dieses Denksystem durch die Wahrheit ersetzen – nämlich die Liebe – wenn wir dies nur im Ansatz erbitten – kommt das Wissen zu uns. Tür für Tür. Unaufhaltsam.

Die absolute Liebe kann keine Einsamkeit kennen

Wer sich wissentlich, lernbereit auf diesen Pfad begibt, wird bemerken, wie sich irgendwelche Gefühle von Einsamkeit und Alleinsein ganz einfach auflösen. Liebe heißt Mitgefühl, meint Vergebung, meint die Negierung aller Unterschiede, bedeutet letztlich die gedankliche Auflösung des Gegenüber als Körper – hin zum eigenen Ich in der Alleinheit. Was du deinem Bruder antust, das tust du dir an. Du wirst ihm Liebe antun.

Tantra Adventskalender
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Fazit

Die Liebe, auch nur in ihrem kleinsten Ansatz, in einem noch so winzig erscheinenden Abglanz, ist doch immer allumfassend und vollkommen ganz. Unser Denksystem, (unser Ego) dass Fehler und Sinn immer im Außen sucht, ist auf der vollkommen verrückten Basis des Dualismus gebaut. So sind wir nur selten und meistens überhaupt nicht in der Lage, die Liebe in ihrer Ganzheit zu erkennen, zu sehen. Die Liebe löst dieses Gerüst, dieses Fundament, dieses Gespinst, das uns blind erhält, auf, ersetzt es – durch sich selbst.

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