Ist Tantra feministisch?

Ist Tantra feministisch?

Nichtexistenz von Unterschieden?

Betrachtet man die landläufige Meinung, den Informationsstand der Allgemeinheit, so wird beim Stichwort „Tantra“ wohl eher das Gegenteil vermutet. Tantramassage – Kamasutra. Willige, biegsame Frauen? Nun, mit einem Plus an Wahrheit über das Wesen der Tantra-Sexualität, werden ganz erstaunliche Züge dieses Weges offenbar, die all diese Gegensätzlichkeiten, diese Urteile, die zu obiger Perspektive führen, ganz einfach auflösen, ihre Nichtexistenz belegen.


Sexualität in Prüderie definiert?

Was bedeutet Feminismus in der Sexualität unserer Gesellschaft? Dazu sehen wir uns an, wie sich die Sexualität, (alleine dieses Wort spricht schon für auferlegte Begrenzungen) momentan zeichnen lässt. Sie ist in höchsten Grade nicht nur manipuliert und durch ultratief verwurzelte Prämissen geregelt – beschnitten – sondern, vor langer, langer Zeit schon, zu einem Machtinstrument von Staat und Kirche verkommen. Und hier hat die Frau nicht viel zu melden. Ist lediglich Sache.

Manipulierte Geschlechtlichkeit?

Unsere Sexualität (ein „gesellschaftskonforme“ Sexualität) ist genau so von den Regeln des Staates entworfen. Auf eine selten perfide Art und Weise haben die Machtinstitutionen es geschafft, den Mensch mit seiner Geschlechtlichkeit in Zwang zu nehmen. Die Sexualität wurde zu einer Waffe der Unterdrückung, zu einem Werkzeug der Sünde, zu einem Makel, zu einer verbotenen (beschränkten) Angelegenheit. Schon Hinweise in Richtung „freier Sexualität“ werden mit Arg-wohn betrachtet.

Welche Art von Sexualität leben wir?

Die Perspektive, der Draufblick, den die Institutionen in den Köpfen der Menschen bezüglich ihrer Geschlechtlichkeit, ihren Wunschträumen in dieser Hinsicht, ihren Trieben, ihrer Sinneslust, fest zementiert haben, ist mehr als traurig. Der weibliche Körper verkommt (wenn es zum Beispiel nach der katholischen Kirche geht) zum Gebärwerkzeug. Ist manchmal nicht mehr als Spielplatz für die Lust des Mannes. Tausende von Verboten, Moralismen, Regeln, auch Erwartungen, die immer ein schlechtes Gewissen erzeugen, begleiten die Angelegenheit.


Transzendierung des Körpers?

Die Zeiten sind im Umschwung, das ist allzu deutlich. Das Tantra jedoch hat diesen Wechsel der Perspektive schon vor 10 000 Jahren getan – mit den vedischen Schriften, die auch die Lehren, das Zwiegespräch der Göttlichkeiten über den Sex – die Lehren des Tantra – enthalten. Der wesentliche Grundsatz des Tantra – die Transzendierung des Körpers hin zu göttlicher Energie – beinhaltet natürlicherweise eine absolute „Balance“. Unterschiede, die eine Dynamik wie den „Feminismus“ hervorrufen könnten, haben hier keine Existenzberechtigung.

Absoluter Feminismus?

Aus diesem Grund wirkt die Sexualität im Tantra als große Befreiung der Frau, heraus aus einer gewissen „Nichtexistenz“, (besser vielleicht einer Vernachlässigung), die Frauen sonst vielfach in ihrer Lust erfahren – einmal weil sie selbst ihren Körper nicht wirklich kennen, zweitens weil der Mann den Körper seiner Partnerin nicht kennt, auch weil, ganz biologisch, die männliche Lust sehr egozentrisch ist. Weil – mehr als beim Mann – tausende von anerzogenen Ängsten, Scham-haftigkeiten, Intimitätsansprüche, die Frau verunsichern. Ganz wie gewünscht, für’s Patriarchat.


Sexualität zur Chefsache erklärt?

Der Trick der Religionen war so einfach, wie durchschlagend wirkungsvoll: Sie erklärten die Sexualität für Heilig. Nachdem die Kirchen jeden Anspruch auf Heiliges vertraten, war es also damit um irgendeine freie Sexualität geschehen. Sie, die Glaubensgemeinschaften, taten mit diesem Machtinstrument was sie wollten, tun es bis heute und halten die Menschen in ihren Gedanken-fesseln. Gerade die Kirchen, die doch für eine Verbreitung von jedweder Liebe stehen sollten, gestalten die menschliche Sexualität zu einem, im Verborgenen gehaltenen, schmutzigen, Unding.


Komplett falsches Selbstbild?

So ist ein urtief verwurzeltes Selbstbildnis in unserer Sexualität entstanden, das wir, ohne es zu ahnen, wie eine Fahne vor uns hertragen. Die Rollen in der Sexualität sind verteilt, es steht fest, was zu passieren hat, was überhaupt passieren kann – denn die angelernte Sicht der Dinge schließt in aller Regel – sehr oft – vollkommen unbewusst – eine ungeheure Menge aus. Wir sehen hier widergespiegelt das Bild der Gesellschaft von sich selbst. Wie sie mit dem Thema Liebe und Sexualität umgeht, wie sie es definiert – ein einziges Urteilsdenken, das natürlicherweise zu ungeahnten Ängsten führt.


Die Waffe der Angst?

Die Gesellschaft schlechthin ist von Angst, von Ängsten definiert. In der Liebe gibt es keine Ängste. Darum muss die Gesellschaft die Liebe zwangsläufig beschränken, mit Regeln, mit Verboten versehen. Denn nur so – mit Angst versehen – passt sie in das Bild, das die Gesellschaft ausmacht. Und dieses Bild ist zudem das einer von Männern beherrschten Welt – ganz klar und immer noch. So scheint auf, wie mithilfe eines obskuren, zurecht geschnitzten Bildes einer Sexualität, eine männerbestimmte „Weltordnung“ aufrecht erhalten wird.


In einer beschriebenen Sexualität gefangen?

Betrachtet man sich die Situation aus ein wenig Distanz, wird etwas anderes deutlich: Mit den Restriktionen, die in Hinsicht auf die Sexualität auferlegt sind, werden wir gefesselt. (? Es gibt für diesen Zustand kein deutsches Wort?). Nun – die Augen sind ein Sinnesorgan, die Ohren, es gibt den Geruchssinn. Den Tastsinn. Den Geschmackssinn. All diesen Sinnen sind Körperteile zugeordnet. Und nie, (außer im Mittelalter als drastische Strafe) würde jemand auch nur auf die Idee kommen, diese Sinne offensiv zu beschneiden. Was aber passiert mit der Sinneslust? Das dazugehörige Körperorgan, Lingam, Yoni, (sogar die Brust?) wird versteckt, ist nur den wenigsten zugänglich, darf sich nur unter gewissen Umständen entfalten, ist in seiner großartigen Funktion sowieso eher „unbekannt“ (will heißen „intim“).


Yoni und Lingam sind Sinnesorgane?

Es ist, mit dem festgemauerten Bild der Gesellschaft nicht möglich, zu erkennen, dass unsere Geschlechtsorgane ganz genau so Sinnesorgane wie Nase, Mund und Ohren sind. Mehr noch, in ihrer Funktion sind sie noch wesentlich heiliger als es die anderen Sinnesorgane! Denn sie sind es, – Lingam und Yoni – die Liebe ganz konkret und direkt weitergeben können, sie sind es, die das Leben verkörpern: Nicht nur Fortpflanzung – sondern nämlich das Weitergeben, das Teilen von Freude, von Lust, von Sinnesvergnügen. Von LIEBE. Tödlich so, für jede konsumorientierte Gesellschaft. Für das in Dingen verhaftete Leben. Für das Egokonzept. Und darum bis auf das Äußerste reglementiert.


Der sinnesfähige Körper – ein Geschenk der Liebe, der Schöpfung?

Wir haben das reine, strahlende, von Zärtlichkeit und Vergebung durchdrungene Bild der Liebe zu einem stinkenden Misthaufen aus Schuld, Moralismen, Erwartungen, Schlussfolgerungen und einer ungezählten Menge an Verboten verkommen lassen. Die Liebe, die die Gesellschaft definiert, hat nichts mit dem zu tun, was Wahrheit ist, was Wirklichkeit ist. Das, die tatsächliche Realität, aus der Quelle, ist nämlich der Körper, mit seiner Sinnesfähigkeit, als Geschenk der Schöpfung (die wir selber sind) das wundervolle Instrument, die Liebe weiterzugeben.


Nicht die von der Gesellschaft beschriebene Liebe?

Wir reden – und das ist ein wichtiger Punkt – von LIEBE. Und zwar eben nicht von der in der Gesellschaft widergespiegelten Liebe. Hier geht es um eine Liebe, die eben keine Unterschied-lichkeiten kennt, keine Urteile. Die vollkommen außerhalb der Definition der „Welt“ steht. Es geht nicht um „zügellosen Sex“. Es geht überhaupt nicht um das, was im Denken der Menschen als „Sex“ abgelegt ist. Für uns, die wir jeglichen wirklichen Bezug verboten bekommen haben, zu diesem so wichtigen Sinnesorgan, gilt es zuallererst, die herausragendsten Blockaden in unserer Denkart aufzulösen.


Eine Entscheidung treffen?

Das passiert im Tantra mittels des Prinzips der sieben. Chakren und der mit ihnen verbundenen Nadis – der gewaltigen Symbolik der Kundalinischlange zudem. Und es ist so einfach, wie einen Lichtschalter umzulegen. Ein wenig obskur: Du betätigst den Lichtschalter. Jede Erfahrung, (das Licht brennt ja bereits!) jeder andere Mitmensch, der Staat, die Kirche, die Familie, die Schule, die Uni, die besten Freunde – selbst Dein Partner im Bett – sie sagen Dir: Wenn du den Schalter betätigst, wird es dunkel. Das möchtest Du aber nicht. Also lässt Du den Schalter bleiben. ANGST. Was aber passiert, wenn Du den Schalter betätigst, das ist, dass es STRAHLEND HELL wird, das „Licht“ vorher, erscheint nun bloß noch als graues Dunkel. Es erfüllen sich also nicht die Erwartungen der Gesellschaft, sondern die der Liebe. Wenn Du es nur ehrlich möchtest.

Fazit

Das ist der Sprung von sicherer Erde in den dunklen Abgrund. Wenn Du Deine Angst überwindest, und einfach diesen Schritt in den vermeintlichen Abgrund tust, landest Du im selben Moment auf dem goldenen, sicheren Boden der absoluten Liebe, die Dich zärtlich umfängt. Es gilt das Bild von uns zu überwinden, welches die Gesellschaft uns zu zeichnen gezwungen hat. Und das ist auch der Wille der Liebe – sie empfängt Dich mit all der zeitlosen Fürsorge, zu der sie in ihrer Absolutheit fähig ist.

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Wie soll sich der Körper in der Spiritualität definieren?

Körper

Untermauerte Geisteshaltung

Die Erklärung, was denn nun eigentlich der Körper sei, bereitet vielen Menschen auf der Suche nach der Wahrheit große Schwierigkeiten. Allzu viele Dinge scheinen festgemauert, was diese gigantische Zellkonstruktion angeht. Der Körper ist in gewisser Weise eine absolute Einheit für uns, in dieser Realität, die wir mit ihm leben – ein gewaltiges Konzept, das zu verstehen, nicht wirklich gelingt. Einige Dinge stehen für uns allerdings fest: Die Vergänglichkeit des Körpers zum Beispiel, seine Empfänglichkeit für Krankheiten, seine durch die Physik beschränkten Möglichkeiten.

Wir sollten aber keine Körper sein?

Nun tendiert nahezu jedwede Glaubensrichtung in ihrer letzten Wahrheit dazu, den Körper zumindest als nur vorübergehende Wohnstatt des Geistes zu betrachten. Was immer angestrebt ist, stellt eine Transzendierung des Körpers hin zum „Glauben“ schlechthin dar. Das ist insofern kontraproduktiv, weil es ja nun der ganz realistische Körper ist, mit dem wir im Leben umzugehen haben. Hier zeigt sich die Trennung schattenhaft – denn der Körper ist mit unheimlicher Präsenz in der „Wirklichkeit“ – so stark verhaftet, dass es unmöglich erscheint ihn zusammenzubringen mit dieser „heilige Unmöglichkeit“ (die jeder Religion zueigen ist) – also den Körper und den „Glauben“ als Einheit zu sehen.

Die Idee der Liebe verblasst vor dem Körpergedanken?

Die Idee der Schöpfung, der Glaube, die Liebe tritt zurück, wird in den Hintergrund, auf eine andere Ebene, ein Piedestal, verschoben. Die Dynamik, des in der Gesellschaft und deren Konventionen agierenden Körpers, mit seiner vorgeblichen Möglichkeit, durch Krankheit und andere Einschränkungen unser Leben zu beeinflussen, erhebt sich zur Bestimmung. Finale Schlussfolgerung: Wir sind Körper. Was uns durch dessen Unzulänglichkeit tausendfach bewiesen wird.

Wir können nicht glauben, dass wir keine Körper sind?

Mehr noch, wesentlich mehr noch sogar: Der Körper bestimmt nicht nur über unser Leben. Er beeinflusst unser Denken nicht nur, er ist Teil davon. Die Idee, dass wir kein Körper sind, tatsächlich anzunehmen, nicht nur in gewisser Art und Weise zu akzeptieren und einzuordnen, sondern vielmehr zu verinnerlichen, scheint vollkommen absurd, – bekommen wir doch jede Sekunde das Gegenteil (in positiver und negativer Art und Weise) bewiesen. Die Idee der Überwindung des Körperlichen ist aus unserer Perspektive nicht nur lediglich perfide, sie ist ins „Heilige“ gerutscht, unerreichbar. Der Tod, ja, der mag eine Lösung sein.

Zu deutlich die Beweise?

Es ist also diese Bejahung des Körpers, auch seine Verneinung, genauso wie das Verharren in den „Gegebenheiten“ des Körpers, die uns Schwierigkeiten bereitet, unseren „Glauben“ zu leben, „heilige“ Ideen umzusetzen – denn wir haben diesen Gedanken, diese Gewissheit über die Kleinheit des Körpers, seine Beschränktheit, von der Mutterbrust an, im Mutterleib schon, aufoktroyiert bekommen. Eine angelernte, mit Blut und Tränen erlangte Einsicht, über die Grenzen, ebenso über die Unberechenbarkeit unserer Körperlichkeit.

Unsere Wirklichkeit ist der Körpergedanke?

Wir definieren unsere Wirklichkeit über den Körper und seine Sinne. Auch wenn da durchaus die Vorstellung von „Etwas“ existiert, das „Mehr“ ist – dieses nicht zu erklärende „Mehr“ ist vollkommen erhaben – und somit unerreichbar. „Heilig“ ist eine gute Beschreibung? Aber wir sind eben keine Heiligen. Pff. Der Körper scheint, mit seiner „Sinnlichkeit“, noch dazu, gemacht, der „Sünde“ anheim zu fallen. Und wer könnte also schon den ersten Stein werfen? Wir sind alle Sünder, und ein strafender Gott wird eines schönen Tages für Gerechtigkeit sorgen. Bis dahin kämpfen wir mit unserem Körper. In und gegen dieses Chaos.

Unsere Idee des Körpers ist die der Vergänglichkeit?

Wenn wir uns, nur mit ein wenig Distanz, einmal ansehen, wie der Körper in unserem Geslleschaftsdenken beschrieben ist, wird schnell offensichtlich, dass diese (ihm ja nicht nur zugedachten?) Attribute nichts mit dem Absoluten der Schöpfung, also der Liebe, gemein haben. An allererster Stelle steht – in Millionen von Korrelationen – die Vergänglichkeit. Was hier auffällt, ist: Der „gemeine“ Gesellschaftsgedanke, (welch perfides Egospiel!) erklärt sogar die Liebe über die Vergänglichkeit des Körpers. (Schönheitsideale, Reichtum, sogar Ego-Intelligenz)

Akzeptierte Begrenztheit?

Was uns also zu schaffen macht, ist die Begrenztheit unseres Körpers, die wir leben, die wir vorgelebt bekommen, die wir akzeptiert und verinnerlicht haben. Und alles, was aus diesem Rahmen heraus fällt, bekommt ganz schnell die Etikette eines „Wunders“. Was uns missfällt, was unser Dasein zu bestimmen scheint, sind körperliche Krankheit, (auch die geistige „Krankheit“ ist hier zur Körperlichkeit reduziert), ist der Gedanke unserer Vergänglichkeit, ist die Einschränkung, die wir leben müssen, die uns zwingt, zu ÜBERleben. Und das macht unser Unbehagen aus, angesichts unseres Daseins. (Hierseins). Wir (er) LEBEN den Tod, Seuchen, Kriege, Sünden, Schuld und Gier, Verzweiflung, Depression und Trauer.

Werk der liebenden Schöpfung?

Sind das die Dinge, die eine liebende Schöpfung der Absolutheit für seine eingeborenen Söhne und Töchter erschafft? (in ihrer Absolutheit erschaffen kann?) Können diese „Zustände“ der Wille der absoluten, uneingeschränkten, tatsächlich vollkommenen Liebe für ihre Kinder sein? Das unbedingte „Wollen“ einer unbedingten Liebe? Bekommen Sie keinen Lachkrampf. Es scheint traurige Realität. Und mit einer nahezu primitiven Einfachheit können wir doch ganz entspannt antworten: Natürlich ist dem nicht so.


Die Vergänglichkeit und die Schuld, die Sünde, sind nicht aus der Liebe?

Vielmehr ist jedwede Situation, die wir als gegeben betrachten, die wir beurteilen und einsortieren, die Teil unseres Weltbildes ist, eine Aktion, die die Liebe in ihrer Vollkommenheit inszeniert hat, um uns zum Licht zurückzuführen. Jedes einzelne Bild, (jeder Mensch) das uns begegnet, hat nur einen Sinn und Zweck: Uns aus unserem Traum des Körpers in dieser ach so verhängnisvollen Konstellation, aufzuwecken. Uns zu verdeutlichen, dass die Kleinheit des Körpers, die Beschränkung der Körperlichkeit, die Ideen von Tod und Schuld,wie wir sie aus freiem Willen leben, nicht die Wirklichkeit sind.


Unsere Sinnlichkeit ist heilig?

Es ist also das Ziel der Liebe, uns zu lösen, aus diesen Fesseln in unserem Verstand, die Körper und Geist in Gefangenschaft, in Sklavenschaft halten. Und dies bewerkstelligt die allumfassende, allgegenwärtige Quelle, die Liebe, mit meisterhafter, vollkommen simpler Bravour. Wie immer, wenn es um uns, unser Ich, also die grundlegendsten Dinge unseres „Lebens“ geht, (ein anderes Beispiel wäre die Begrifflichkeit der „Zeit“) ist genau dort (hier unser Körper) auch die einfachste aller einfachen Lösungen zu finden.

Wir sind blindes Licht?

Um das zu verstehen, sehen wir uns an, was unser Körper eigentlich ist. (Im Übrigen nach modernster physikalischer Einschätzung, inklusive Quantentheorie) Unser Körper ist, besteht aus, Energie. Aus Lichtfrequenzen. Auch er ist also letztlich, wie alles Materielle, reine Illusion. (aus unsererSinnes- Perspektive) Es ist jedoch ganz offensichtlich keineswegs so, dass wir dies erleben würden, erkennen, erblicken könnten, würden, wollten. Wir sind mehr oder minder in „Materie“ eingebunden, in Ketten, gefangen auch in dem vorgeblichen Wissen um die Endlichkeit materieller Erscheinungen. Der Gedanke, die Illusion, der Dualismus, dieser Dynamik des Gedankens, wir seien „Materie“(so wie sie allgemein (Im „Volksmund“) definiert ist) , hat uns in die Blindheit getrieben.


Die Liebe benützt zärtlich unsere Behinderung?

Und was könnte eine unbedingte Liebe, die nur das zärtlichste für ihre Kinder möchte, nun denn anderes tun, als diese „Blindheit des materialisierenden Gedankens“, die uns ausmacht, zu benutzen, um uns die Wirklichkeit, die Wahrheit der Schöpfung, aufzuzeigen, die wir vergessen haben? Das heißt, in der Einfachheit des Liebesgedankens, der so einfach ist, dass wir ihn nicht mehr verstehen, ist der Körper, als der wir uns so unmittelbar und direkt fühlen, das Geschenk, welches uns zur Erlösung führen kann.

Noch einfacher?

Und es wird immer einfacher, immer beglückender, immer mehr Zärtlichkeit offenbarend. Denn alles was wir tun müssen, ist mit dem, dass wir glauben, das wir sind, mit der ach so realen Illusion unseres Körpers also, die Liebe zu leben, sie umzusetzen. Denn es ist genau diese verkannte, aus einer falschen Perspektive betrachtete Körperlichkeit, die wir sind. Und wenn wir der Liebe, in „Gedanken, Worten und Werken“ diese, unsere Körperlichkeit überantworten – dann wird die hervorragende Eigenschaft der Liebe überdeutlich: Nämlich, dass sie sich ins Undenkbare, Unbeschreibliche ausdehnt. Und das hat für uns vollkommen ganzheitliche Bedeutung im Jetzt.


Liebe weiter geben?

Das heißt also, es bleibt weiterhin völlig einfach. (nahezu „primitiv“ – Lächel) Denn es ist jedwede Liebe aus ehrlichem Herzen gemeint, (ganz egal, wie wir diese Begrifflichkeit für uns definieren) die wir nur erkennen, anwenden, umsetzen können. Eine Transformation der Perspektive. Mehr nicht. Lieben! Ja, mit dem Geschenk, dass uns die Liebe gemacht hat, unserer Körperlichkeit, die Liebe weiter geben. Das bedeutet auch den Umgang mit unserer Sexualität, unserer so sorgsam im dualistischen Gedanken gehüteten Intimität (schon der Begriff schreit „Begrenzung“) in seiner bisherigen Bedeutung zu überdenken und schließlich logischerweise aufzugeben.


Die Körperlichkeit im Dualismus als wunderbares Positivum

Der Lösungsansatz des Tantra führt uns zurück zu dem Begriff des Körpers. Zu der Frage, wie man denn seinen Körper in der Spiritualität definieren soll. Nun, die letzte Antwort wäre: „Überhaupt nicht“. Doch soweit, wie wir schon festgestellt haben, sind wir mit unserem Denken noch nicht. Im Gegenteil. Doch erweist sich, wie immer, wenn wir es mit der Liebe zu tun haben, dieser Mangel als ein wunderbares Positivum.


Durch Liebe, durch Tantra-bewussten Sex positive Lebensenergie freisetzen und weitergeben?

Im Tantra kennen wir, als ungefähre Grundlage in der Betrachtung dessen, was der Körper symbolisiert, die sieben Chakren und die mit ihnen verbundenen Nadis. Die Philosophie des Tantra sagt nun, hier seien in den Chakren und Nadis, die Energieströme, das Prana, Gottes Atmen, blockiert. Die Chakrazentren könnten die eigentlich nur positive Lebensenergie – die Liebesenergie – die Schöpfungsenergie – die uns durchdringt und umgibt, nur unvollständig weiterleiten. Das ist sehr körperlich gedacht und auch gemeint.


Verschmelzung von Körperlichkeit und Energien

Was im Tantra nun angedacht ist, das ist eine Verschmelzung der beiden Zustände zum einen des „Nichtgewahrseins“ also der Körperlichkeit, und zum anderen dessen, was die Energien, die uns ausmachen, tatsächlich darstellen. Die absolute Liebe nämlich. Diese Verschmelzung, der Prozess der Transformierung des Zustandes des Körpers in dualistischer Gedankenfiguration also, hin zu der Alleinheit der uns umgebenden, alles durchdringenden, allmächtigen, absoluten Liebe, dem „Urzustand“ des Seins, kann, mit unserer Ganzheit als Körper und überragender Geist, erreicht und auch weitergegeben werden.

Die Sinne des Körpers als Schlüssel zur Erleuchtung?

Das heißt also, dass wir unseren Körper, das wunderbare Geschenk der Schöpfung an uns, das uns so nahe ist, als den Schlüssel zu den Türen der Erleuchtung benützen können. Mehr noch, dass es die Liebe (ob des Offensichtlichen des Angebotes) so angedacht hat. Dieser Tempel, unser Körper, ist heilig und wir können Heiliges mit ihm vollbringen. Je näher wir unserem eigenen Körper in seiner Wahrheit als gebündelte Liebesenergie kommen, wie bei einer Blume die wir betrachten, auf deren Einzelheiten, deren Fragmente und die wundersame Zusammenarbeit mit dem Alleins aufmerksam werden, so erschließt die Liebe auch die unendlichen Dimensionen unseres Körpers für uns. Öffnet wundersame Tore.

In Totalität zum Zweck der Liebe?

Je mehr wir unseren Körper also kennenlernen, – vielmehr seine Herrlichkeit im Alleins des liebenden Gedanken leben – je mehr wir unseren Körper (mit allen Mitteln und Möglichkeiten, die uns ganz unmittelbar gegeben sind) also in den Dienst der Schöpfung, der Liebe stellen, – desto mehr wird sich auch die Illusion des Körperlichen auflösen, die unser dualistisches, gesellschaftliches Gedankengut bis dahin projiziert hat. Es ist tatsächlich so einfach. Den Körper, unser Ich, unsere Vorstellung von unserem Ich, in Totalität zum Zweck der Liebe zu verwenden.

Liebe ist unbedingte Zärtlichkeit?

Das alles hört sich irgendwie sehr nach „Aufgabe“ (noch dazu unlösbarer Aufgabe) an. Dabei vergessen wir, dass wir es mit der Zärtlichkeit der Schöpfung, der Liebe zu tun haben. Und so wird das, was wir mit unserem Körper in Liebe weitergeben, für uns selbst zum Akt des Erhaltens von Liebe. Wir werden mit Liebe, Sinnerfüllung, Lust, belohnt, weil wir lieben. Unser Leben, unser Dasein, mit ihm die Empfindung unseres Körpers, verändert sich hin zum Wunderbaren, Auflösenden, nicht erklärbaren. Die unüberwindliche Liebesidee – körperlich und in Gedanken. Sie transzendiert.


Der Atem Gottes weht durch unseren Körper?

Die Definition unseres Körpers in der heiligen Spiritualität könnte die sein, dass wir (wie ein Mönch vor vielen hundert Jahren einmal niederschrieb) nur ein Loch in einer Flöte sind, durch die Atem Gottes, der Liebe strömt. Je mehr wir uns öffnen, zur Wahrheit hin, also die Konformitäten, die Masken der Gesellschaft ablegen, unsere Körperlichkeit mit allen Konsequenzen, ohne irgendwelches Urteilsdenken, der Liebe überantworten, desto klarer wird der alles umarmende Ton sein, den unser Instrument erzeugt. Ein Wohlklang der vollkommenen Liebe. Eine Erlösung, eine Befreiung für die Geschöpfe des Dualitätsdenkens.

Tantra – ein heiliger Freiraum?

Im Tantra wird ein Raum offenbar, der ohne die Begrenzungen der Dualitätskonstruktion, deren Prämissen, deren Urteilsdenken und Konformismus auskommt. Das macht sich in der „Realität“ als herausragend deutliches Zeichen, in der grundsätzlichen Nacktheit während der Andacht deutlich, im Fehlen jedweder Präambeln, was Schönheit, Alter, Beziehungsstatus, „Persönlichkeit“, ausmacht. Das kann in dem Alleins, das mit den Tantra-Übungen angestrebt wird, nicht existieren.


Positives Sinnesempfindungen für das Alleins vervielfachen?

Im Tantra wird die ganz praktische Möglichkeit geboten, positives Empfinden zu wecken, zu verstärken, ganz wichtig, weiterzugeben, zu multiplizieren, – UND umzusetzen – in „heilige“ Energie, die zu einer ganzheitlichen, sich potenzierenden, spirituellen Gesundheit nicht nur der Person, sondern der Allgemeinheit führt. Und das, so irreführend dies auch aus der Perspektive der Gesellschaft wirken mag – ist ganz subjektiv und durchdringend Körperarbeit. (LICHT) Mit dem Wissen uralter spiritueller Lehrer verbesserte Körper (Energie) Kommunikation. Ein „Sex“ jedoch, der die gesellschaftliche Bedeutung der drei Buchstaben „Sex“ ad absurbum führt.

Ein Raum mit liebenden Gewissheiten

Die Tantra Philosophie bietet einen Ruheraum, einen Ort, an dem andere Gewissheiten gelten. Einen wahrhaftigen „Freiraum“. Frieden. Ungestörtheit. Sanftheit. Zärtlichkeit. Körperlichkeit kann sich erklären. Alles das, in den Gesellschaftsnormen, Räumen, Situationen unserer Zeit, unseres gelebten Lebens, in dieser Intensität, mit dieser Intention, überhaupt nicht möglich. Und doch ist es so einfach. So simpel, als ob man einen Lichtschalter betätigt. Der Geist, der Liebe zugewandt, ist zu ganz wunderbar Erstaunlichem fähig. So ist also nur ein wenig Wollen notwendig, ein kleiner Ruf an die Liebe, die Schöpfung, ein bisschen eigener Wille – und Vertrauen.

Fazit

Die lebendige Liebe hat Dir diesen Körper geschenkt, ganz bestimmt nicht, um auf einen Kreuzweg zu gehen. Das wäre komplett gegen jede Idee, gegen die Wahrheit der Liebe. Das ganz genaue Gegenteil ist der Fall. Das Leben, die Welt, die Natur, Dein Körper, all die Sinne, sollen Dir unsägliche Freude bereiten. Denn das ist der andere Name von Liebe und Zärtlichkeit und Dankbarkeit und Schuldlosigkeit – unsägliche Freude. Sinneserfüllung. Und nicht ihre Unterdrückung, nicht das Bild der Kreuzigung.

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