Wir haben nichts und sind nichts?

Haben

Ein Blick auf das Wort “Haben”.

„Haben“ – Ein durchaus vielschichtiges Buchstabengebilde. Es deutet zum einen auf den Besitz einer Sache hin, zum anderen kann es jedoch genauso einen sehr vagen, nicht präszisierbaren geistigen, spirituellen Lebensumstand bedeuten. (Ich habe Glück, habe Bedenken). Betrachtet man sich die Wortschöpfung genauer, entpuppt sie sich geradezu als „schwarzes Loch“. In derselben Intensität ist dieser Begriff flüchtig.

Es geht nicht um reich und arm

Befürchten Sie nun nicht, in einen Disput über die Bedeutung des Besitztums, des materiellen „Habens“ hineingezogen zu werden. Die Tatsache, dass Besitztum mit dem Tod endet, dürfte Ihnen, zumindest hinreichend, bekannt sein. Wir können also, aus spiritueller Sicht, grundlegend postulieren, materieller Besitz hat keine größere Bedeutung. Wie aber sieht es mit dem „Haben“ im nicht materiellem Sinne, im Geiste des Menschen aus?

Intellektuelles Haben?

Da haben wir eine Menge. (Lächel) Doch dieses „Haben“ ist bei Weitem nicht so statisch, wie es das materielle Haben ist. Es kann ein flüchtiger Gedanke sein, es kann etwas undefinierbares wie „Hoffnung“ oder „Glück“ sein, oder eine eher dauerhafte Angelegenheit, gleich dem generellen Wissen, dem „Wissensschatz“. Was dabei ganz offensichtlich ist, dieses „geistige“ Haben ist eng verknüpft mit dem materiellen Haben – auch enden beide mit dem Tod?

Sind wir das Haben?

Um der Sache auf den Grund zu gehen, versuchen wir zu klären, wo denn dieses „Haben“ im spirituellen, nicht manifesten Sinne herkommt. Wenn wir etwas haben, muss da vorher ein Zustand gewesen sein, in dem wir es nicht hatten. Oder dieses gewisse Haben ist untrennbarer Teil von uns. Da verschwimmt die Grenze zwischen Haben und Sein, auch im materiellen Sinn. Immer aber braucht das „Haben“ eine Basis, es muss für etwas existieren.

Schuldig?

Wie ist diese Basis? Was ist sie? Gibt es für diverse Arten von „Haben“ verschiedene Untergründe? Wenn ja, wo ist der Urgrund? Ein vollkommen unbedarftes „Etwas“, nur mit Instinkten behaftet? Es bekommt, in diese Existenz geworfen, um zu haben. Wer aber bestimmt über dieses Haben, das erhalten wird, wer sortiert und wertet? Die Philosophie der Weltengesellschaft. Die aus Urteil entstanden ist, deren erster Gedanke die Schuld darstellte.

In die Schuld hineingeboren

In diesem Licht betrachtet, scheint das „Haben“ nicht unbedingt dem simplen, unbedarften „Sein“, ganz ohne irgendwelches „Haben“, vorzuziehen zu sein. Doch, so wie es aussieht, scheinen wir in die Schuld hineingeboren zu werden, in sie hinein zu wachsen. Wir werden in das „Haben“, die schuldverhaftete Definition der Weltengesellschaft für diese Begrifflichkeit, mit aller Macht des Dualitätsgedanken hineingezogen.

Mühsal, Not und Qual

So stehen wir vor einem Scherbenhaufen. All das „Haben“, das wir uns über die Attribute des Gesellschaftsdenkens angeeignet haben, entpuppt sich als untentwirrbares, nicht beherrschbares Chaos – materiell, als auch, was unsere Erfahrung, unser Wissen, unsere Urteilsfähigkeit, unsere geistigen Umstände angeht. Abgesehen davon beide ohnehin zum Tode verurteilt. Bedauernswert. Nicht als Mühsal, Not und Qual.

Ganesha
Ganesha

Ewiges Leuchten

Es gibt jedoch ein „Haben“, das kein „Haben“ ist. Einen Besitz, der alles andere, mit Negativsmen behaftete, aus sich selbst heraus auflöst. Dieser „Besitz“ ist das „Haben“ neben, über, durch, innerhalb und außerhalb des weltengesellschaftlichen „Habens“ dem Urteil, der Verurteilung, der Schuld, der Sünde, dem Tod, dem implizierten Ende. Es ist der Funken wahrer Liebe in uns. Den niemals jemand oder etwas ersticken kann.

In Form gepresst?

Und damit wird deutlich, dass wir zwei Möglichkeiten sehen dürfen, in unserem Leben. Einmal, das, was wir als unbedarftes, neutrales Etwas bezeichnet haben, welches den Torturen des Gesellschaftssystems entsprechend in Form gepresst wird, das Kind – diesem Urteilsdenken zu überlassen. Oder aber zweitens, – wie schön diese Formulierung hier passt – unser inneres Kind zu entdecken, es zu umarmen. Das innere Kind, das der Funken der Liebe ist, der immer schon, als Essenz der Schöpfung und unseres Seins in uns lag, wiederzuerkennen. Tatsächlich ist es unberührt von den Schuldzuweisungen und Dogmen der Welt und kann uns darum den Frieden bringen.

Das innere Kind

So offenbart sich denn, was es ist, dieses innere Kind, von dem wir bereits so viel hörten. Es ist die Liebe. Sie hat keine Attribute nötig, sie kennt gar keine Unterschiede. Wo sie, abseits von der Bedeutung des Begriffs in unser verklausulierten Welt, wahrhaftig und durchdringend erkannt wird, dehnt sie sich aus. Wird als Wirklichkeit deutlich. Die Nebelschwaden des verhafteten Denkens lösen sich auf ins Nichts – Kinder an die Macht.

Wahrheit in der Schöpfung

Die Wahrheit, die wir suchen, liegt in der Blume, der Blüte, die sanft im Wind schaukelt. Ehrfürchtig staunend, voll zärtlicher Zuneigung betrachtet von einem unbedarften kleinen Wesen. Es ist uns die Fähigkeit verloren gegangen, diese Blume noch zu sehen, den watteweichen Wind zu spüren, uns ohne Furcht umarmen zu lassen, von der Schöpfung. Zuviel Angst vor dem, was unsere Mauern aus Urteilen, Vorurteilen, niederreißen würde, als nichtig erkannt, auflösen würde.

Fazit

Es ist die Angst vor einer Unwissenheit, wie wir sie gerne kleinen Kindern zuschreiben, unser „Schatz“ an Erfahrungen, der uns von der Liebe, dem inneren Kind, dem ewig leuchtenden, warmen Licht in uns, abtrennt. Wir meinen, zu viel zu wissen. Unsere Logik, in diesem naiven Glauben verbringen wir unser Leben, ist unbezwingbar. Wie überheblich diese Sicht der Dinge ist, wird uns wieder und wieder bewiesen, doch wir geben nicht auf, im Irrsinn Sinn zu suchen. Verzweifeln am Leben, weil es uns nicht gelingt.

Morgenlicht

Es war damals. Das Jahr Zweitausendacht.
Afghanistan, ein kleines Dorf in der Provinz Farah.
Die sechsjährige Salina, eingehüllt in eine fadenscheinige, grau verschorfte Decke, drückte sich an ihre Mutter Alizee. Die Nächte waren kalt, doch nicht darin lag die Gefahr.
Die kündigte sich mit einem feinen, tiefen Summen an. Wenn man absolut nichts tat, nur saß und wartete, nicht einmal zu atmen wagte vor Angst, – dann vernahm man dieses Geräusch. Lange bevor es sonst ein menschliches Ohr hätte wahrnehmen können.
Und die vielen Male des staunend schreckerfüllten Bangens hatten Salinas Sinne noch geschärft.
Es war da. Sie hörte es.
Doch sie konzentrierte sich auf das Flüstern der Mutter. Die redete, behutsam und leise, als ob das etwas an dem halben Meter Erde, der sie schützen sollte, ändern würde. Als ob so die Bomben der Flieger nicht ihr Ziel fänden.
„Weißt du Salina, Kleines, es gibt da eine Geschichte, die möchte ich dir gerne erzählen.“
Ihre Stimme zitterte.
Jetzt.“
Salina blickte auf.
Die Augen ihrer Mutter wirkten seltsam strahlend. Doch, nein, sie täuschte sich. Es war der Staub, der Sand der Wüste, der Wind trug ihn in den hintersten Winkel. Auch hierher.
„Wenn die Menschen auf diese Erde kommen, so erzählen sich die Alten, ist das gleich einer Geburt aus dem vollkommenem Wissen, dem Strahlen der Ewigkeit, wie immer sie auch aussehen mag.“
Sie strich dem Mädchen über das schwarz glänzende Haar, das sie jeden Morgen unnachgiebig kämmte. Unwillkürlich erschauerte Salina.

„Ein Neugeborenes, so sagen sie, befindet sich mitten im Herzen der Erkenntnis, die Tore in alle Ewigkeiten der Weisheit stehen ihm auf.“
Das unbestimmte Summen, so zart von beiden gespürt, hatte an Zorn gewonnen, verkündete nunmehr in dumpfem Brummen seine Endgültigkeit, seine gnadenlose Logik.
„Es weiß um Sein und Nichtsein, um Entstehen und Vergehen. Es sieht staunend in die Seelen der Menschen, erkennt ihre Wut und ist von Liebe zu ihnen erfüllt.“
Das Geräusch, das anschwoll, allmählich zu einem vagen, dumpfen Sägen wurde, zwang sie, die Stimme zu erheben.
Salina hatte die Decke abgestreift, kniete nunmehr vor ihrer Mutter auf dem gestampften Lehmboden, barg das Gesicht in deren Schoß. Als die Mutter weitersprach, spürte sie die Schwingungen der Stimmbänder in Alizees Unterleib, ein warmes, wohltuendes Gefühl. Die Decke des behelfsmäßigen Schutzkellers erbebte. Ein zweites Geräusch hatte sich zu den tiefen Tönen gemischt. Ein Kreischen erst, nun grelles Pfeifen.
„Doch dann“,
so sagte Alizee,
„schwebt ein Engel hernieder, und landet ganz sanft neben dem neuen, winzigen Menschlein. Unendlich zärtlich legt es ihm den Finger auf die Mitte der Lippen. Von diesem Augenblick an, verliert das Kind jede Erinnerung an diese machtvollen, weisen Dinge und wird wahrhaftig zum menschlichen Geschöpf.“
Noch eine Sekunde bevor die Lehmdecke zerbrach, vollendete Alizee ihre Geschichte.
„Deswegen hat jeder Erdenbewohner diese Einbuchtung an der Oberlippe.“
Sie hielt ihren Oberkörper schützend über ihre Tochter.
Als Salina wieder aufsah, war da ein engelgleiches Wesen, hellweiß umstrahlt, es lächelte und sagte:
„Hallo Salina! Liebes! Erkennst du mich wieder?“
Und Salina erkannte.

Thom Delißen

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Tantra – Wie kann besserer Sex denn spirituell sein?

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Tantra Yoga

Was ist Tantra?

Tantra – von vielen Menschen verständlicherweise – die generelle Information gibt nicht viel anderes her – mit intensiver Sexualität gleichgesetzt – ist ein Yogaweg zur Erleuchtung. Es existieren nahezu ungezählte Pfade, Möglichkeiten zu einer Erlösung zu finden – jeder Weg ist der richtige und Tantra ist einer davon. Tantra ist keine Religion, eher eine, im Sinne des Yoga, „praktische Philosophie.“ Im Gegensatz zu anderen Wegen, fokussiert Tantra dabei die Körperlichkeit.

Was unterscheidet Tantra von anderen Philosophien?

Die Tradition des Tantra nimmt den Weg über die Präsenz des Leibes in dieser Welt. Während andere Glaubensrichtungen, die nichtsdestotrotz eng verwoben mit dem Tantra Yoga bleiben, die stete Loslösung von allen materiellen Dingen, generell den Anhaftungen verkünden, geht die Tantra Methodik den entgegengesetzten Weg. Die Sensorik, der fleischliche Körper selber, mit seinen Nervenbahnen und Muskeln wird zum herausragenden Instrument.

Wer kann Tantra praktizieren?

Die Mystik des Tantra umfasst uraltes, ganz konkretes Wissen um den Aufbau des menschlichen Körpers, der Ursprung der Tantrapraxis liegt auch in den vedischen Schriften. Das Ziel ist, die latent vorhandenen Energien, die in der Sexualität enorm verstärkt werden, zur spirituellen Realisierung des Selbst, dem Erreichen der geistigen Unsterblichkeit hin zu verändern, zugänglich zu machen, Blockaden aufzulösen. Jeder Mensch kann Tantra praktizieren.

The modern tantra path
The modern tantra path

Wie kann ich mit Tantra innerhalb weniger Wochen meinen Sex besser machen?

Die Fragestellung klingt ganz offensichtlich ein wenig naiv. Tatsächlich jedoch ist das Erlernen der Methodik des Tantras mit dem Studium einer der bekannten asiatischen Kampftechniken zu vergleichen. Nur ein hartes, nahezu aufopferndes Training führt zum immer größeren Erfolg. Die gute Nachricht ist, dass es einige Übungsmöglichkeiten gibt, die ausgesprochen praktisch und unmittelbar auf Ihren Sex einwirken – ohne, dass Sie ein Buddha sind.

Beim Tantra geht es um die Einheit aller Dinge?

Der Pfad des Tantra zeigt, wenn auch mit eher diametralem Ansatz, dasselbe Ziel wie es auch in Hinduismus und Buddhismus verdeutlicht wird, – das Ziel jeder Religion, die Erleuchtung, die Vereinigung mit dem Universum. Es stellt einen Versuch dar, einen Weg letzten Endes, den Körper selbst (ganz konkret) zu transzendieren. Die Entfaltung des vorhandenen Liebespotentials voran zu treiben.

Soul
Soul

Was ist mit Kundalini?

Wir finden im Tantra die Symbolik sehr stark vertreten. Die Erklärung des Tantra für das Unvermögen der meisten Menschen, höhere Stufen der Erleuchtung zu erreichen, die Befreiung zu verwirklichen, ist der Mangelfluss der Energien im menschlichen Körper. Das Tantra bezieht sich hier auf die 7 Chakren, durch welche die Schöpferenergie, Kundalini, fließt. Diese Chakren, das ist also der Fehler, den es zu beheben gilt, sind blockiert.

Tantra ist von seiner Natur her eine enzyklopädische Wissenschaft. Es ist auf Praxis ausgerichtet und allen Wortgefechten abhold. Es entzündet die Fackel und zeigt den Weg, Stufe um Stufe, bis der Reisende ans Ziel der Reise gelangt“
John Woodroffe

Ein sehr praktischer Weg zur Erleuchtung?

Es gilt darum also, einen freien Energiefluss durch die Chakren zu erreichen. Dazu kennt der tantrische Glauben, sich begründend in uralten Traditionen und Erfahrungswerten, etliche sehr praktische, auf den Körper bezogene Trainingsmethoden – die sich praktisch auf Orgasmusfähigkeit, Erektion oder auch die Dauer bis zum Samenerguss auswirken. Tantra möchte mit und durch den Körper und die Sinne hindurch zur Erleuchtung führen.

12 Worte hin zum Frieden
12 Worte hin zum Frieden

Tantra-Sex hebt Blockaden auf

Die Natur des Tantra scheint zu sein, auch missverstanden zu werden. Anhänger des Tantra meinen, dass diese Straße zur Erleuchtung sicherlich eine sei, auf der man sehr leicht vom Weg abkommen könne. Der Pfad sei also radikal und gefährlich, würde aber sehr schnell zum Erfolg führen. Was die Weltanschauung der Tantriker von anderen indisch-asiatischen Glaubensrichtungen unterscheidet, ist dass man Samsara (die Welt, die wir erleben) und Nirvana (das Leben vereint in Gott) gleichsetzt.

Radikale Einstellung?

Die Anhänger des Tantra erheben das Experiment über die gewöhnliche Moral. Ziel ist, den Schüler des Tantra-zusehends hin zu der Erfahrung zu leiten, dass Geist und Materie beides Manifestationen des Reich des Göttlich-Absoluten, also einer höheren Realität sind. Tantra ist ein Instrument kontinuierlichen körperlichen und auch geistigen Trainings – ein Webstuhl – das Instrument zur Erkenntnis des Weltengewebes – zur Erweiterung des Bewusstseins. Durch die kontinuierliche tantrische Praxis wird unsere wahre Natur deutlich – sie ist göttlich.

Das tantrische Universum ist ein magisches Universum. Es ist eine Welt des magischen Zugleich, des magischen Ineinander all dessen, was sich vordergründig als getrennt und abgesondert manifestiert. Jede Einheit ist mit allen anderen verbunden, sowohl horizontal, von Zelle zu Zelle, von Menschen zu Menschen, als auch vertikal, wie das Atom zum Molekül.“

Jochen Kirchhoff

Sense of life
Sense of life

Gibt es „das“ Tantra schlechthin überhaupt?

Auch die spirituelle Anschauung des Tantra ist aufgespalten, es gibt diverse Schulen. Da sind beispielsweise die Kaula-, Trika-, oder Karma-Kagyüschule. Grundsätzlich gibt es weiter die zwei Richtungen Dakshinachara – also rechtshändigem Tantra – sowie Vamachara – linkshändigem Tantra. In der Praxis der rechten Hand ist Meditation das Hauptelement zur Befreiung, in der linken Weg das Ritual, welches ebenso spirituell-sexuelle Praktiken beinhaltet.

Was sind die „Tantras“?

Die Tantra Lehren liegen in Form eines Dialoges zwischen Shiva und seiner Geliebten Parvati vor. Er erklärt ihr die geheimen Rituale des Tantra. Die Grundlagen hierzu sind die fünf „M’s“. Dies sind Symbol der fleischlichen, der Liebeslust, der Lebenslust. Denn so könnte man ebenfalls sagen: Tantra ist der spirituelle Weg, durch und mit dem Körper zur Lebensfreude. Die tantrische Idee ist göttlich.

  • Mada – Wein
  • Matsya – Fisch
  • Mansa – Fleisch
  • Mudra – Getreide
  • Maithuna – Geschlechtsverkehr

Wie sieht es aus mit der Reinkarnation im Tantra?

Wie auch in den traditionellen Lehren des Buddhismus, des Hinduismus glauben Tantriker an eine Wiedergeburt, im ständig sich drehenden Rad des Lebens. Beenden kann die Reinkarnationskette nur die Erleuchtung. Im Gegensatz zu den gerade erwähnten Lehren aber, ist der Tantriker der Überzeugung, die Anhaftungen schon in diesem Leben überwinden zu können, so das Karma zu bezwingen.

Jetzt
Jetzt

Ist Tantra gefährlich?

Nicht umsonst sagt der Tantriker, dass der Weg des Tantra ein gefährlicher sei. Leicht verliert man sich in den zahlreichen magisch anmutenden Symboliken, dem Okkulten – dem Unkonventionellen. Tatsächlich tut sich mit dem Tantra Yoga ein Weg zur Erkenntnis der universellen Leere, der Illusion der Gegensätze auf. Die Befreiung, die Erkenntnis kann erreicht werden, ohne dabei das Leben in materiellem Genuss, in Anhaftung gänzlich aufzugeben.

Das Kularnava-Tantra sagt:

“Wenn man wirklich Vollkommenheit durch Weintrinken erreichte, würden alle Säufer Vollkommenheit erreichen. Würden Tugenden vom Fleischessen kommen, wären alle fleischfressenden Tiere dieser Welt tugendhaft. O Göttin, wenn Befreiung durch die Beglückung der Frauen möglich wäre, wurden alle Wesen dieser Welt befreit sein.“

Fazit

Die Lehre des Tantra ist auch eine materielle, körperbetonte, sexuelle Lust generierende, erdverhaftete, nichtsdestotrotz spirituelle Einstellung. Die Praxis, das „Ichsein“ durch den Körper, wie es unser natürliches Verlangen ist, wird in den Vordergrund gestellt. Während andere spirituelle Praktiken sich auf den Geist fokussieren, soll im Tantra die gesuchte höhere Realität über den eigenen Körper und seine Empfindungen – immer jedoch auch eine Distanz zum irdischen Bewusstsein – erreicht werden. So vereinigen sich im Tantra die spirituelle Suche über den Geist mit praktischen Körperübungen – immer zur Ehre einer tieferen Wirklichkeit, die es zu erreichen gilt.

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