Was macht der Gottesbegriff mit uns?

Gott

Warum entscheiden sich die Menschen für den Sündengedanken?

Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum viele Menschen einem Glauben anhängen, der sie ausgesprochen restriktiv behandelt, der ihnen Verbote und Beschränkungen en masse auferlegt. Viel mehr noch, dessen Grundprinzip und Zentrum aller finalen Diskussion der Tod ist? Eine Religion, auf europäischer Seite zum Beispiel, zutiefst verquickt in monetäre Dinge, eine Finanzinstitution, verwickelt in Progrome, Vökermorde, wie die Inquistion oder den Mord an Millionen Menschen jüdischen Glaubens?

Was macht einen Glauben der Vergänglichkeit so anziehend?

Was ist es, dass diese Religionen (wie reden hier von Christen und Muslimen) trotz ihrer offensichtlich agressiven Haltung den Menschen gegenüber, so anziehend gestaltet, dass sich die Menschen zu ihr bekennen? Offensichtlich, außer einer leicht durchschaubaren Fassade an Sprüchen über die Ewigkeit und das Paradies, ist da NICHTS. Und wir alle wissen das. Oder wissen es nicht. Sache ist: Es interessiert uns nicht, weil wir die Strukturen nicht erkennen können.

Die Kirche malt das Gottesbild?

Die ursprüngliche Botschaft, die Mohammed oder Jesus verkünden wollten, tatsächlich in ihrer Zeit den Menschen lehrten, die Botschaft der reinen Liebe – wurde nie wirklich verstanden. Und das, was nun in Koran und Bibel und in den unzähligen Edikten und Erlassen dieser Kirchen niedergeschrieben steht – das Gesetz des Glaubens – hat mit dieser Nachricht des Verzeihens und des Mitgefühls – überhaupt nichts mehr zu tun. Doch die “Kirche” vertritt, in den Köpfen der Gläubigen, Gott.

Über Generationen eingeimpft?

Der “Glaube” an diesen zweifelhaften, nie genauer beschriebenen Gott, der wird einem (sehr vielen Menschen) quasi mitgegeben. Eine Sache, die sich im Laufe von Generationen aufbaut. Das ist das auf Jahrhunderte angelegte Merchandising der großen Religionsgemeinschaften. Komplett eingebaut in unseren Alltag, funamentaler Bestandteil unseres Lebensrythmus, mit z. B. Feiertagen, mit Weihnachten und Ostern, Gottesdiensten. Ansonsten – Gott, der Glaube, ein Anhängsel, antiquarisch, das man eben mit durch sein Leben schleppt. (Ab und an muss man es herzeigen) Am Ende ist da jedoch nicht mehr allzuviel übrig, von diesem Gottesbegriff. Wir transformieren ihn ins Dingliche – damit geht die Wahrheit für uns verloren.

Gott eine Pappfigur auf einer hohen Säule?

Ja, der Schöpfer der Welt, das große Unbekannte, es ist zur Farce verkommen. Findet in unserem Leben nicht wirklich statt. Der Rationalismus – das ist die Vernunft der dualistischen Gedankenkonstruktion – hat einen dicken Nebel inszeniert, auf dem schleppen wir uns durch unser “Leben”. Das unendliche Glück und die Herrlichkeit, das wahre, wirkliche Leben aber, das der wirkliche, der wahre Gottesgedanke immer schon beinhaltete, bleibt verborgen hinter diesen Rauchschwaden der Egodynamik. .

Der Tand des Egolebens blendet uns?

Zudem geblendet vom Glitzern des Tandes, der als Lockmittel auf dem düsteren Pfad allüberall zu finden ist, laufen wir offenen Auges an unserer Wirklichkeit vorbei. Wir haben uns in unserem Denken selbst zu unwichtigen Spielfiguren degradiert. Wir haben uns herabgewürdigt, zu Sklaven des Konsums, obwohl wir klar erkennen, dass der Kreislauf in dem wir gefangen sind, lediglich Vorteile für die Mächtigen, die Skrupelosen bringt. Wir geben uns mit der uns zugewiesenen Kleinheit zufrieden.

Keine Zeit für Spielereien mit einem Gottesgedanken?

Diese grundsätzliche Einstellung dem Leben, dem Gesellschaftskonsens gegenüber, läßt uns rennen, auf dem Laufband, dass man für uns installiert hat. Da bleibt keine Zeit mehr für einen Gott. Dieser Gott wurde ins Wartezimmer verbannt, wir haben wichtigere Dinge zu tun. Überleben. Geld organisieren. Zu diesem Behufe hat man uns – ganz individuell – einen Rahmen zugebilligt. Und wir fügen uns diesem Plan einer Obrigkeit, ohne ihn zu hinterfragen.

Was lässt die Menschen im Nichtverstehen?

Diese Tatsache – nämlich dass wir nicht nach dem Hintergrund der Dinge fragen, nicht versuchen, zur Wurzel vorzudringen (um nämlich festzustellen, dass es in der dualistischen Idee keine gibt) scheint, trotz jeder Erklärung, immer noch irgendwie seltsam. Denn das Postive, das Überwältigende, das Schöne, das Erlösende, ist doch derart nah, offensichtlich, großartig, tatsächlich vorhanden. Wie kann es sein, dass die allermeisten Menschen einfach nicht sehen? Immer wieder diese Frage.

Offensichtliche Antwort?

Zweifel. Denn welches Hindernis gibt es noch? Es fällt schwer, die nächsten Worte zu schreiben, denn hier ist ein Urteilsgedanke am Werk. Doch diese Antwort als Lösung drängt sich auf:

Die Menschen sind zu dumm.”

Sie sind zu faul, jedenfalls. Doch wie man es auch dreht und wendet – eine Erklärung für diese Weigerung, die wundervolle, alles überglänzende Wahrheit zu erkennen, – ist ganz deutlich eine fehlende “Intelligenz”?

In die Dummheit gezwungen?

Halt, halt! Nicht ärgerlich werden! Man hat uns diesses “Verstehen” gestohlen! Es wird nunmehr versteckt, hinter schweren Nebelwolken der Gesellschaftsidee. Und diese Gesellschaftsordung, dieses Gedankensystem ist so primitiv, wie man es sich nur vorstellen kann. Da wir gezwungen sind, es zu adaptieren, wird uns quasi das Überleben in Dummheit zur Aufgabe gemacht. Und überall finden sich Beweise, dass dies die einzige Möglichkeit ist. Wir hilflos sind.

Bequemer Ausweg aus der Gottesfrage?

Das Gesellschaftsssystem ist in seiner Primitivität absolut brutal. Hier wird mit unumstößlichen Leitsätzen gearbeitet – und wehe, einer versucht, diese Scheinheiligkeiten aufzulösen – er steht sofort im Abseits. Neben, gegenüber, einer Mehrzahl an Menschen, die z. B. als Religionsgruppe in einem gewaltigen Machtsystem eingeordnet sind. Die ganz gut fahren, mit ihrem Bekenntnis zu dem, was von der (geistigen, kirchlichen ) Obrigkeit als Wahrheit proklamiert wird. Das hat viel, hat eigentlich alles mit einer durchaus “politischen” Einstellung zu tun.

Die Dinglichkeit kann keinen lebendigen Gott kennen?

So hat die Dinglichkeit der Gesellschaft einen lebendigen Gott, eine im Jetzt liebende Schöpfung, in ausgesprochen weite, unerreichbare Ferne gerückt. 100 000 Dinglichkeiten dazwischen gestellt. Und wenn man nicht gerade heilig ist, muss man auf diesen, dann letztlich endlich liebenden Gott, bis zum Schluss, bis zum Tod warten – und nach dem Ableben – gibt es immer noch das Problem mit den Sünden und der Hölle. Eine gar verzwickte Situation. Also – mitlaufen, mitkaufen, mitzelebrieren, miturteilen, mitsündigen, mitleiden – das Leben ist verdammt kurz und der liebe Gott ist überhaupt nicht da.

Die Belanglosigkeiten des Lebens halten uns blind?

Wir ersaufen in der Belanglosigkeit unseres Lebens. In den partitionierten meist verschwommenen Dinglichkeiten. Belanglosigkeiten, ursächlich. Denn, wenn Postionen, Standpunkte, Formen kompakt sind – wenn sie ehrlich sind – kann man mit ihnen umgehen. Und jeder nur einigermaßen “vernünftige” Mensch würde das Chaos erkennen, dass sich hinter all den Lebensbegrifflichkeiten dieses in Zweifel gelebten Denksystems verbirgt. Würde es sofort lachend verwerfen.

Das andere Bild nicht greifbar?

Wer würde sich mit Tod, Sünde, Gier, Krankheit identifizieren, wenn es doch eine herrliche, andere Möglichkeit gibt? Doch, wir kommen erst gar nicht dazu, irgendetwas von einer anderen Möglichkeit des Verstehens zu erkennen, erkennen zu können – sobald wir es nämlich zu fassen (erfassen) versuchen – löst sich dieses Bild in Millionen von winzigen Teilchen auf, die keiner Vernunft, keiner Argumentation mehr zugänglich sind.

Gefesselte Subjektivität?

In unserer Trennung von Gott sind wir in einer von der Gesellschaftsidee beschriebenen, höchst individuellen Subjektivität der Wahrnehmung gefangen. Jede der Anforderungen, die so aus dem allgemeinen Konsens der Existenz eines – wie auch immer – strafenden Gottes stammt, dient lediglich dazu, uns noch weiter in diese klebrige Argumentation der Vergänglichkeit hinein zu ziehen, die so wunderbar einfache, segensvolle Wahrheit zu verheimlichen.

Strafender Gott?

Der Grund für die Tatsache, dass die Schöpfung, Gott, nicht nur unendlich weit von uns entfernt zu sein scheint, sondern vielmehr auch noch eine strafende Entität ist, die uns für unsere Sünden zahlen lässt, ist die Tatsache unserer Blindheit. Wir taumeln wie in einem dichten nicht durchschaubaren Schneetreiben aus gesellschaftlichen Regeln, Moralismen, Ansprüchen, Gesetzen, kümstlich erschaffenen, manipulierten Gefühlen.

Der Stärkere gewinnt?

Und nur so, das ist universale, feste Überzeugung, also in einer Darwinschen Schlachtaufstellung, kann das Leben auch funktionieren. Der Stärkere gewinnt. Was und wozu – ist vollkommen nebensächlich. Dass es hier vollkommen grundsätzlich an einem Sinn mangelt, das wird mit oben beschriebenen Schneetreiben aus partitionierten Blendereien, zur Gänze unter den Teppich gekehrt. Es läuft auf ein “Friß oder stirb!” hinaus, gegen das nur schwer anzugehen ist, solange Angst vorherrscht.

Selbsterkenntnis?

Würden die Menschen die vollkommene Gnade, die Liebe und Fürsorge, die ihnen ihr Vater, ihre Mutter, die Liebe, die Schöpfung, Gott, sie sich selbst, anzubieten wissen, auch nur einen Augenblick lang wirklich erkennen können- nie mehr würden sie der Welt der Partionierung Beachtung schenken. Sie (diese Welt) würde sich (in der Tat passiert das meist gemächlich) auflösen – zu dem Nichts, das sie schon immer darstellte. Ihre Nichtexistenz, oder besser, ihre von “Aussen” ins Nichtbewusstsein projizierte Scheinexistenz, würde offenbar.

Bereicherung des überkommenen Machtgefüges?

Die Erkenntnis ist– dass die Drohung mit einem Tod, mit Hölle und ewiger Verderbnis, die Formatierung unseres Lebens mit scheinheiligen, ehtischen und moralischen Grundsätzen, final nur der Bereicherung des Machtgefüges dienen. Sie erschaffen eine Art von Sklavengesellschaft in Christi/Mohammed, einem omnipotenten, grausamen, gleichgültigen Gottersbild. Und wir akzeptieren diese Beschreibung! Wir ziehen uns diesen Schuh an!

Nahtlose, aalglatte Persönlichkeitsbilder?

Und es ist nicht nur ein Schuh, nicht lediglich eine Maske – es ist ein nahtlos anliegender Ganzkörperanzug. Um die Wahrheit zu erkennen, müssen wir uns selbst demontieren, müssen unter die aalglatte Schicht unserer Hülle. Und wer möchte schon gerne nackt sein? Die Hülle ist ja auch eingebildeter Panzer, – wer möchte denn wehrlos sein? Das Tragen dieses Anzugs, (alle tragen ihn) so wissen wir – jeder sagt es – ist Grundbedingung, um in der aufoktruierten Idee der Gesellschaft überleben zu können.

Der Dualismus versucht alles zu erfassen?

Die Idee des Dualismus ist bis auf das Äußerste bestrebt, vollkommen absolut und durchdringend zu sein. Was wir in unserem Leben in der Gesellschaft gelernt haben, ständig als subtile Aufgabe vermittelt bekommen, (Selbstreflexion) ist, die Dinge (Dinglichkeiten), auch Überzeugungen, Beweise zu finden, die diese Tendenz des Durchdringens des Teilungsgedankens, bis hin zur Unkenntlichkeit, bestärken.

Sinn in Strukturen aus Vergänglichkeit, Sünde und Urteil?

Aus dieser, in Bezug auf spirituelle Wahrheit höchst ungünstigen Position, versuchen wir nun, (weil wir wissen, dass es ihn gibt – dieser kleine Lebenszweifel lässt sich nicht ausräumen) den wahren Sinn des Daseins zu finden. Und wo suchen wir? In der dualistischen Egokonstruktion, die sich aus Tod, Krankheit und Gier und Sünde definiert. Denn man hat uns unser Leben lang glaubhaft versichert, dass dies die Wirklichkeit ist – man hat uns beschrieben, wie Realität aussieht. Wo anders sollten wir also auch suchen?

Falscher Blickwinkel?

Wir suchen also die Liebe – in einer Welt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Liebe zu zerreissen, zerstörend zu definieren, der Vergänglichkeit, dem Vergehen, dem Zweifel zuzuordnen. Dabei ist dies nun kein willentliche Bösartigkeit eines (wie auch immer) Teufels. Des Bösen. Es ist lediglich ein Fehler (!) in der Perspektive. Es fehlt (!) uns der Überblick. Weshalb? Weil eine der Prämabeln unseres “Ich-Daseins” ist, möglichst gebückt zu laufen, zuzeiten auch zu kriechen.

Wir beurteilen uns?

Unser Gott ist irgendwo, aber nicht hier. Wir leben Kleinheit. Wir definieren uns. Und das alleine beutetet schon, dass wir uns eingrenzen. Noch dazu kommt unsere Definition unseres Seins, diese umfassende Eingrenzung, nicht von uns selbst. Wir spiegeln nur.Wobei Inspiritaion und Intuition, Kreativität, ein freiheitliches Selbstverständnis auf den Stufen vor dem grauen Egopalast, wo wir uns in die lange Reihe der Trauernden des Lebens auf dem Weg zu unserem Grab eingereiht haben, liegen geblieben sind. Wir haben sie niemals wirklich gekannt. Immer nur einen Käfig im Käfig erlebt.

Wahrheit zur vollkommen Unkenntlichkeit verschlüsselt?

Was also passiert ist, ist das die wahre Begrifflichkeit dessen, was Gott, die Schöpfung ist, untergegangen ist, in der milliardenfachen Aufsplitterung dieses äußerst einfachen Wertesystems der Liebe (das keine Werte kennt) zu einer derart abwegig kryptografischen Angelegenheit geworden ist, dass wir einerseits einfach nicht genug Gehirnkapazität besitzen, um diesen Knoten aufzulösen. Zum zweiten überhaupt nicht erkennen, dass diese Symbolik, die wir nicht verstehen, überhaupt einen Knoten darstellen. Oder ein Tor, die Pforte zur Wahrheit.

Die Wirklichkeit ist immer bei uns?

Der Gott, (das positive Schöpfungsprinzip)von dem wir wissen, dass er existiert, (diese Information ist uns tief in unserem Inneren gegeben), dieser Gott, der nichts zu tun hat, mit dem von den großen Kirchen beschriebenen Gottesfiguren und den Folgerungen, (Gesetzen, Geboten, “Sünde”) die gezogen wurden, um einer “Religion” Gestalt zu geben. Dieser “andere”, nur vage aufscheinende Gott, der lediglich ein subtiles gutes Gefühl ist, ein hoffnungsvolles Zweifeln, an dem, was gelernt, überliefert, wurde, – er ist ganz Nahe. Dieses nicht zu beschreibende, hintergründige Empfinden – das ist die Liebe. Die Liebe Gottes. Das ist Gott.

Die Gesellschaftdynamik hält die Liebe verborgen?

Und leider bleibt uns das, was dieser Gott – der die Wahrheit ist – bedeutet, zumeist sehr, sehr lange verborgen. Doch nicht etwa weil es ein Geheimnis wäre – sondern, weil uns von den diversen, ausgesprochen rabiaten, Gesellschaftsdynamiken der Wille genommen wurde, über eine Beschreibung unseres Selbst hinauszugehen (wir können nur mit Beschreibungen existieren) – weiter der Wille genommen wurde, zu verstehen, dass diese Beschreibung, egal wie sie in diesem Rahmen, der eben dualistisch, aufteilend, partionierend ist, in Erscheinung tritt, – immer Kleinheit bedeuten muss. Die dualistische Idee ist der Gedanke der Kleinheit, der Begrenzung. Den die Gesellschaft auslebt.

Fazit

Solange wir, die wir in informativer Abhängigkeit von der Gesellschaft existieren – uns also aus dieser Position heraus einen Gott heraufbeschwören, beschreiben, wird dieser der Gott der Gesellschaft bleiben. Das goldene Kalb. (Bestimmt hervorragend verkleidet.) Und da rütteln auch noch so viele Opfer, Entbehrungen, Kasteiungen, Spenden und Beichten nichts daran. Nichts wird diesen “Gott” verändern, der sich aus dem Urteilsdenken heraus beschreibt. Nicht jahrelange Meditation und nicht das stundenlange rezitieren von Gebeten.

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Schmerz

Mein Schmerz?

Ein weltenumspannender Begriff. Es gibt nicht viele positive Tendenzen in dem Wort – dass doch, ursächlich, ausgesprochen relativ ist. Der Schmerz wird zudem immer subjektiv sein. (Ganz offensichtlichdenken wir an die indischen Fakire) Oft ist auch die Rede von einer Schmerzgrenze, die wohl geographischen, als auch kulturellen Hintergrund hat. Schmerz kann körperlicher Natur sein oder er wirkt in unserem Geist.

Der Geist bewegt den Schmerz?

Selbstverständlich tangiert der körperliche Schmerz den Geist, genauso wie auch umgekehrt. Worin einer der berühmten Knackpunkte verborgen liegt. Denn, wenn also im Umkehrschluss, logischer Weise, der Geist den Körper hinsichtlich der (relativen) Schmerzen beeinflussen kann – stellt sich die Ursächlichkeit des Schmerzes in Frage. Das heißt, ich kann den körperlichen Schmerz durch den Geist beeinflussen.

Der Körper ist neutral und schmerzfrei?

Das ist so offensichtlich, dass „man“ es nicht sehen kann. Bevor wir uns dem zuwenden, was Schmerz in verschiedensten Konstellationen bedeuten und bewirken, darstellen mag, sollten wir uns sehr deutlich machen, dass der „Körper“ wie wir ihn, als Präsent der Schöpfung, empfangen haben, an sich vollkommen neutral ist. Das meint auch, er ist vollkommen gesund. „Wir“ sind nicht der Körper, sondern wir sind der Geist, der diesen Körper in der Alleinheit als Instrument benützt, den Atem Gottes fließen zu lassen.

Ziel ist immer die Liebe?

Und genau dies ist auch immer das Ziel dessen, was wir als „Schmerz“ empfinden. Gleichgültig ob dieser Schmerz nun körperlich oder geistig/seelisch oder auch beides ist. Er möchte uns auf den Pfad führen, unseren Schritt vielleicht korrigieren. Doch – vollkommen offensichtlich – ist das lediglich die eine Seite der Münze, die sich Schmerz heißt. Denn der Schmerz ist viel mehr auch eine herausragende Waffe des Egogedankens, ein schlagendes Argument dafür, dass wir nicht mehr als Körper sind, uns als Körper definieren und alles andere törichtes Geschwafel ist.

Schmerz als Sahnehäubchen in einer grausamen Welt?

Das heißt, in einer Gedankenkonstruktion, in der Tod, Krankheit und Leiden eine ganz ursächliche Rolle spielen, ist der Schmerz das Sahnehäubchen. Da gibt es den physiologischen oder nozizeptiven Schmerz, den pathophysiologischen Schmerz und den neuropathischen Schmerz. Und derjenige, für den diese ausgesprochen körperlichen Schmerzen die Realität ausmachen, hat keine andere Wahl als sich der modernen Medizin zu bedienen.

Wir reden über seelischen Schmerz?

Wenn wir zu Beginn festgestellt haben, dass das, was wir unter Schmerz verstehen, eine durchaus relative und zudem subjektive Angelegenheit ist, soll dies nun erläutert sein. Wir nehmen hier also Abschied von der Diskussion um den rein körperlichen Schmerz und wenden uns vielmehr den geistigen, seelischen, gedanklichen, Schmerzen zu. Dazu versuchen wir zu verstehen, wie diese geistige Pein entsteht, wo sie ihre Auslöser hat.

Gelernter Schmerz?

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Auch wenn sich dieses deutsche Sprichwort auf körperliche Schmerzen bezieht, ist es durchaus auf die seelische Not übertragbar. Das hat mit dem Stichwort „gelernter Schmerz“ zu tun. Es geht um das „Bild“, das wir uns vom Schmerz machen. Wie sieht unser Schmerz aus? In welcher gedanklichen Lebenssituation trifft uns der Schmerz? Bei physischen Schmerzen haben wir eine Hierarchie. Ein gebrochenes Bein, eine Schnittwunde, eine kaputte Leber – alles das graduell eingeteilter Schmerz – gesellschaftsfähig sozusagen. Da kann es nicht viel Diskussion geben.

Hierarchie der Schmerzen?

Auch für seelische Schmerzen gibt es eine (allerdings sehr vage) Rangleiter. Man ordnet zumindest teilweise ein. Da gibt es Kategorien wie den Tod, verschmähte Liebe, „moralisches Versagen“ und viele mehr. Der Dauerzustand einer dieser seelischen Schmerzzustände wird als Depression bezeichnet. Wir sind nun also auf der Suche nach dem Auslöser.- Bei den körperlichen Leiden ist es recht einfach. Ein Schnitt in den Finger tut eben weh.

Schmerz aus meiner Welt?

Die seelischen, die geistigen, die gedanklichen Schmerzen, in ihrer Ursache zu verstehen, zeigt sich nicht so simpel. Der seelische Schmerz ist mit „Gefühl“ besser beschrieben – der körperliche Schmerz eher als eine „Empfindung“. Gefühle kommen zustande durch gedankliche Querverbindungen in unserem bewusst mit den Sinnen empfundenen Bild von unserer Welt. Auf Grundlage aller Erfahrungen und Informationen, die wir uns im Laufe unseres Daseins angeeignet haben.

Falsche oder fehlende Informationen?

Wie zu Beginn schon bemerkt – Schmerz ist sehr subjektiv. Für die wunderschönen Träume eines jungen Mädchens ist der Einbruch der Realität, wenn sich der Prinz zum Schläger verwandelt, seelisch schmerzhaft – weil entsprechende Informationen fehlen und deren Platz noch von romantischen Ideen besetzt ist. Kann denn nun aber Fatalismus, die vollständige Information, das völlig unromantische Ziel des Lebens sein?

Das Leben definiert sich über Schmerzen?

Ist das Leben, letztlich, lediglich andauernde Aktion, Schmerzen zu vermeiden? Klar ist, je mehr wir an Erfahrung mit den Umständen des Lebens unser eigen nennen, desto weniger werden uns die (niemals kontrollierbaren) Stürme des Lebens anhaben. Genauso deutlich aber ist, dass der Informationslevel, der notwendig wäre, um „Schmerzfrei“ (im seelischen Sinne) zu leben, nicht zu erreichen ist, im dualistischen Chaos.

Nur Körper kennen Schmerzen?

Der geistige „Schmerz“ ist also unverrückbarer Bestandteil unseres Lebens, nach den Prinzipien der Schuldsprechung, dem Postulat der Sünde, der Basis der Vergänglichkeit. Es ist zu klar zu stellen: Seelischer Schmerz, Angst vor Schmerz – ist eine furchtbare Waffe der Egoidee. Hier wird unmissverständlich deutlich gezeichnet, dass wir ganz und gar Körper sind – und Gott, die Schöpfung, in schrecklich unerreichbarer Ferne – auf seiner Säule, seinem Piedestal, wo er schon immer stand.

Zurückgeworfen auf uns selbst?

Wo uns Schmerz angetan werden kann, werden wir vollständig zurückgeworfen auf uns selbst. Wir fallen in uns selbst hinein, in UNSERE Schmerzen. Wir schöpfen aus unserem Potential an Schmerz. Das Leid der Welt, angehäuft in unserem Kopf. Der Egogedanke beruht auf diesem Schmerz – und deswegen, weil die Egoidee die Teilung in persona ist, entsteht der Schmerz immer aus Gegensätzen. Die weh tun. Solange eben diese Gedankenkonstruktion des Dualismus unser gelebtes Bild der Welt ist. – Leben wir den Schmerz.

Nur vorgebliche Existenz der seelischen Schmerzen?

Der Pfad der Erleuchtung ist es, den Schmerzen ihre Ursache zu spiegeln. So wird deutlich, dass sie uns nur dann berühren, dass ihre vorgebliche Existenz dann um so intensiver aufscheint, wenn wir uns – welch verhängnisvoller Kreislauf – durch eben diese Schmerzdynamik – egal ob körperlich oder gedanklich – im Chaos des Gesellschaftsdenkens verlaufen haben. Es kann nun – um zu helfen – nicht darum gehen, die Abzweigung zu finden, an der eine vorgegebene Prämisse unvermittelt so groß und wichtig erschien, dass fortan die falsche Richtung eingeschlagen wurde.

Keine Ursachenforschung – einfach umdrehen?

Es gilt, sehr einfach, die Richtung wieder zu ändern. Das ist zum einen eine Sache, die die Schöpfung, die Liebe, in ihrer Zuneigung zu ihren Kindern, ohnehin als Dein Lebensziel sieht – zum anderen kannst Du Dich aktiv von Deinen Schmerzen befreien, wenn Du nur versuchst zu verstehen, dass jede Situation – gleichwohl eine Situation des Schmerzes – nur dazu dient, Dich zur Liebe zu führen. Doch noch davor steht die Erkenntnis, dass das, was wir zu sehen in der Lage sind, nur ein von undurchdringlichen Nebeln verschleiertes Bild des unglaublichsten, bezaubernsten, glücklichsten Universums überhaupt ist.

Das wunderschönste Universum überhaupt?

Das ist die Wahrheit, die uns von jedem Schmerz befreit, die mit uns ist und uns hineinholt, in ein Ich, das keine Schmerzen, keine Ängste mehr kennt. Ganz einfach, weil erkannt wurde, dass die Grundlagen für das Ungemach schlicht nicht existent sind – und auch niemals seiend waren. Wir lösen mit dieser Erkenntnis den Gradmesser, also jede Hierarchie, Rangfolge der Schmerzen und der Angst, auf. Seifenblasen.

Nur ein riesiger Irrtum?

Der Weg aus dem geistigen, seelischen, gedanklichen Schmerz, ist also das Gewahrsein, die Einsicht, dass gesellschaftliche „menschliche“ Präambeln in jedem auch noch so speziellen Fall nur ein gigantischer Irrtum sein können. Ausgesprochen biegsame, vollkommen abhängige, vorurteilsbehaftete, manipulierte Vorurteile sind. Falsch verstandene Informationen. Lediglich verdrehte, nur trügerisch sinnvolle Interpretation – unter Milliarden anderer. Nicht nur nicht relevant – sondern schädlich – schmerzhaft.

Mechanismen des Schmerzgefühls?

Wer die Mechanismen durchschaut hat, die auf gedanklicher Ebene zu einem Gefühl des Schmerzes führen, der ist zwar nicht unverbrüchlich vor dessen Attacken gefeit – das Ego begleitet uns durch unser Dasein – doch kann er wesentlich distanzierter und aus einem Standpunkt der Befreiung sehen. Und so ist er offen der Auflösung, nicht nur seiner eigenen unsinnigen Ängste gegenüber, sondern auch in den Schmerzen und Ängsten, die er deutlich in der Kommunikation mit anderen erkennen kann.

Fazit

Jemand, der die Wirklichkeit erkannt hat, ist (fast klingt das ein wenig überheblich, doch es beschreibt dies am Besten) „ERHABEN“. Steht über den Ursachen, die er als ursächlich nicht existent entlarvt hat. Gelassenheit, Frieden und unendliche Ruhe ist die unmittelbare, nicht zu vermeidende Folge. Wer könnte einem Buddha Schmerzen zufügen? Und wir alle sind Buddhas, von Beginn jeden Seins an.

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