Wie soll sich der Körper in der Spiritualität definieren?

Körper

Untermauerte Geisteshaltung

Die Erklärung, was denn nun eigentlich der Körper sei, bereitet vielen Menschen auf der Suche nach der Wahrheit große Schwierigkeiten. Allzu viele Dinge scheinen festgemauert, was diese gigantische Zellkonstruktion angeht. Der Körper ist in gewisser Weise eine absolute Einheit für uns, in dieser Realität, die wir mit ihm leben – ein gewaltiges Konzept, das zu verstehen, nicht wirklich gelingt. Einige Dinge stehen für uns allerdings fest: Die Vergänglichkeit des Körpers zum Beispiel, seine Empfänglichkeit für Krankheiten, seine durch die Physik beschränkten Möglichkeiten.

Wir sollten aber keine Körper sein?

Nun tendiert nahezu jedwede Glaubensrichtung in ihrer letzten Wahrheit dazu, den Körper zumindest als nur vorübergehende Wohnstatt des Geistes zu betrachten. Was immer angestrebt ist, stellt eine Transzendierung des Körpers hin zum „Glauben“ schlechthin dar. Das ist insofern kontraproduktiv, weil es ja nun der ganz realistische Körper ist, mit dem wir im Leben umzugehen haben. Hier zeigt sich die Trennung schattenhaft – denn der Körper ist mit unheimlicher Präsenz in der „Wirklichkeit“ – so stark verhaftet, dass es unmöglich erscheint ihn zusammenzubringen mit dieser „heilige Unmöglichkeit“ (die jeder Religion zueigen ist) – also den Körper und den „Glauben“ als Einheit zu sehen.

Die Idee der Liebe verblasst vor dem Körpergedanken?

Die Idee der Schöpfung, der Glaube, die Liebe tritt zurück, wird in den Hintergrund, auf eine andere Ebene, ein Piedestal, verschoben. Die Dynamik, des in der Gesellschaft und deren Konventionen agierenden Körpers, mit seiner vorgeblichen Möglichkeit, durch Krankheit und andere Einschränkungen unser Leben zu beeinflussen, erhebt sich zur Bestimmung. Finale Schlussfolgerung: Wir sind Körper. Was uns durch dessen Unzulänglichkeit tausendfach bewiesen wird.

Wir können nicht glauben, dass wir keine Körper sind?

Mehr noch, wesentlich mehr noch sogar: Der Körper bestimmt nicht nur über unser Leben. Er beeinflusst unser Denken nicht nur, er ist Teil davon. Die Idee, dass wir kein Körper sind, tatsächlich anzunehmen, nicht nur in gewisser Art und Weise zu akzeptieren und einzuordnen, sondern vielmehr zu verinnerlichen, scheint vollkommen absurd, – bekommen wir doch jede Sekunde das Gegenteil (in positiver und negativer Art und Weise) bewiesen. Die Idee der Überwindung des Körperlichen ist aus unserer Perspektive nicht nur lediglich perfide, sie ist ins „Heilige“ gerutscht, unerreichbar. Der Tod, ja, der mag eine Lösung sein.

Zu deutlich die Beweise?

Es ist also diese Bejahung des Körpers, auch seine Verneinung, genauso wie das Verharren in den „Gegebenheiten“ des Körpers, die uns Schwierigkeiten bereitet, unseren „Glauben“ zu leben, „heilige“ Ideen umzusetzen – denn wir haben diesen Gedanken, diese Gewissheit über die Kleinheit des Körpers, seine Beschränktheit, von der Mutterbrust an, im Mutterleib schon, aufoktroyiert bekommen. Eine angelernte, mit Blut und Tränen erlangte Einsicht, über die Grenzen, ebenso über die Unberechenbarkeit unserer Körperlichkeit.

Unsere Wirklichkeit ist der Körpergedanke?

Wir definieren unsere Wirklichkeit über den Körper und seine Sinne. Auch wenn da durchaus die Vorstellung von „Etwas“ existiert, das „Mehr“ ist – dieses nicht zu erklärende „Mehr“ ist vollkommen erhaben – und somit unerreichbar. „Heilig“ ist eine gute Beschreibung? Aber wir sind eben keine Heiligen. Pff. Der Körper scheint, mit seiner „Sinnlichkeit“, noch dazu, gemacht, der „Sünde“ anheim zu fallen. Und wer könnte also schon den ersten Stein werfen? Wir sind alle Sünder, und ein strafender Gott wird eines schönen Tages für Gerechtigkeit sorgen. Bis dahin kämpfen wir mit unserem Körper. In und gegen dieses Chaos.

Unsere Idee des Körpers ist die der Vergänglichkeit?

Wenn wir uns, nur mit ein wenig Distanz, einmal ansehen, wie der Körper in unserem Geslleschaftsdenken beschrieben ist, wird schnell offensichtlich, dass diese (ihm ja nicht nur zugedachten?) Attribute nichts mit dem Absoluten der Schöpfung, also der Liebe, gemein haben. An allererster Stelle steht – in Millionen von Korrelationen – die Vergänglichkeit. Was hier auffällt, ist: Der „gemeine“ Gesellschaftsgedanke, (welch perfides Egospiel!) erklärt sogar die Liebe über die Vergänglichkeit des Körpers. (Schönheitsideale, Reichtum, sogar Ego-Intelligenz)

Akzeptierte Begrenztheit?

Was uns also zu schaffen macht, ist die Begrenztheit unseres Körpers, die wir leben, die wir vorgelebt bekommen, die wir akzeptiert und verinnerlicht haben. Und alles, was aus diesem Rahmen heraus fällt, bekommt ganz schnell die Etikette eines „Wunders“. Was uns missfällt, was unser Dasein zu bestimmen scheint, sind körperliche Krankheit, (auch die geistige „Krankheit“ ist hier zur Körperlichkeit reduziert), ist der Gedanke unserer Vergänglichkeit, ist die Einschränkung, die wir leben müssen, die uns zwingt, zu ÜBERleben. Und das macht unser Unbehagen aus, angesichts unseres Daseins. (Hierseins). Wir (er) LEBEN den Tod, Seuchen, Kriege, Sünden, Schuld und Gier, Verzweiflung, Depression und Trauer.

Werk der liebenden Schöpfung?

Sind das die Dinge, die eine liebende Schöpfung der Absolutheit für seine eingeborenen Söhne und Töchter erschafft? (in ihrer Absolutheit erschaffen kann?) Können diese „Zustände“ der Wille der absoluten, uneingeschränkten, tatsächlich vollkommenen Liebe für ihre Kinder sein? Das unbedingte „Wollen“ einer unbedingten Liebe? Bekommen Sie keinen Lachkrampf. Es scheint traurige Realität. Und mit einer nahezu primitiven Einfachheit können wir doch ganz entspannt antworten: Natürlich ist dem nicht so.


Die Vergänglichkeit und die Schuld, die Sünde, sind nicht aus der Liebe?

Vielmehr ist jedwede Situation, die wir als gegeben betrachten, die wir beurteilen und einsortieren, die Teil unseres Weltbildes ist, eine Aktion, die die Liebe in ihrer Vollkommenheit inszeniert hat, um uns zum Licht zurückzuführen. Jedes einzelne Bild, (jeder Mensch) das uns begegnet, hat nur einen Sinn und Zweck: Uns aus unserem Traum des Körpers in dieser ach so verhängnisvollen Konstellation, aufzuwecken. Uns zu verdeutlichen, dass die Kleinheit des Körpers, die Beschränkung der Körperlichkeit, die Ideen von Tod und Schuld,wie wir sie aus freiem Willen leben, nicht die Wirklichkeit sind.


Unsere Sinnlichkeit ist heilig?

Es ist also das Ziel der Liebe, uns zu lösen, aus diesen Fesseln in unserem Verstand, die Körper und Geist in Gefangenschaft, in Sklavenschaft halten. Und dies bewerkstelligt die allumfassende, allgegenwärtige Quelle, die Liebe, mit meisterhafter, vollkommen simpler Bravour. Wie immer, wenn es um uns, unser Ich, also die grundlegendsten Dinge unseres „Lebens“ geht, (ein anderes Beispiel wäre die Begrifflichkeit der „Zeit“) ist genau dort (hier unser Körper) auch die einfachste aller einfachen Lösungen zu finden.

Wir sind blindes Licht?

Um das zu verstehen, sehen wir uns an, was unser Körper eigentlich ist. (Im Übrigen nach modernster physikalischer Einschätzung, inklusive Quantentheorie) Unser Körper ist, besteht aus, Energie. Aus Lichtfrequenzen. Auch er ist also letztlich, wie alles Materielle, reine Illusion. (aus unsererSinnes- Perspektive) Es ist jedoch ganz offensichtlich keineswegs so, dass wir dies erleben würden, erkennen, erblicken könnten, würden, wollten. Wir sind mehr oder minder in „Materie“ eingebunden, in Ketten, gefangen auch in dem vorgeblichen Wissen um die Endlichkeit materieller Erscheinungen. Der Gedanke, die Illusion, der Dualismus, dieser Dynamik des Gedankens, wir seien „Materie“(so wie sie allgemein (Im „Volksmund“) definiert ist) , hat uns in die Blindheit getrieben.


Die Liebe benützt zärtlich unsere Behinderung?

Und was könnte eine unbedingte Liebe, die nur das zärtlichste für ihre Kinder möchte, nun denn anderes tun, als diese „Blindheit des materialisierenden Gedankens“, die uns ausmacht, zu benutzen, um uns die Wirklichkeit, die Wahrheit der Schöpfung, aufzuzeigen, die wir vergessen haben? Das heißt, in der Einfachheit des Liebesgedankens, der so einfach ist, dass wir ihn nicht mehr verstehen, ist der Körper, als der wir uns so unmittelbar und direkt fühlen, das Geschenk, welches uns zur Erlösung führen kann.

Noch einfacher?

Und es wird immer einfacher, immer beglückender, immer mehr Zärtlichkeit offenbarend. Denn alles was wir tun müssen, ist mit dem, dass wir glauben, das wir sind, mit der ach so realen Illusion unseres Körpers also, die Liebe zu leben, sie umzusetzen. Denn es ist genau diese verkannte, aus einer falschen Perspektive betrachtete Körperlichkeit, die wir sind. Und wenn wir der Liebe, in „Gedanken, Worten und Werken“ diese, unsere Körperlichkeit überantworten – dann wird die hervorragende Eigenschaft der Liebe überdeutlich: Nämlich, dass sie sich ins Undenkbare, Unbeschreibliche ausdehnt. Und das hat für uns vollkommen ganzheitliche Bedeutung im Jetzt.


Liebe weiter geben?

Das heißt also, es bleibt weiterhin völlig einfach. (nahezu „primitiv“ – Lächel) Denn es ist jedwede Liebe aus ehrlichem Herzen gemeint, (ganz egal, wie wir diese Begrifflichkeit für uns definieren) die wir nur erkennen, anwenden, umsetzen können. Eine Transformation der Perspektive. Mehr nicht. Lieben! Ja, mit dem Geschenk, dass uns die Liebe gemacht hat, unserer Körperlichkeit, die Liebe weiter geben. Das bedeutet auch den Umgang mit unserer Sexualität, unserer so sorgsam im dualistischen Gedanken gehüteten Intimität (schon der Begriff schreit „Begrenzung“) in seiner bisherigen Bedeutung zu überdenken und schließlich logischerweise aufzugeben.


Die Körperlichkeit im Dualismus als wunderbares Positivum

Der Lösungsansatz des Tantra führt uns zurück zu dem Begriff des Körpers. Zu der Frage, wie man denn seinen Körper in der Spiritualität definieren soll. Nun, die letzte Antwort wäre: „Überhaupt nicht“. Doch soweit, wie wir schon festgestellt haben, sind wir mit unserem Denken noch nicht. Im Gegenteil. Doch erweist sich, wie immer, wenn wir es mit der Liebe zu tun haben, dieser Mangel als ein wunderbares Positivum.


Durch Liebe, durch Tantra-bewussten Sex positive Lebensenergie freisetzen und weitergeben?

Im Tantra kennen wir, als ungefähre Grundlage in der Betrachtung dessen, was der Körper symbolisiert, die sieben Chakren und die mit ihnen verbundenen Nadis. Die Philosophie des Tantra sagt nun, hier seien in den Chakren und Nadis, die Energieströme, das Prana, Gottes Atmen, blockiert. Die Chakrazentren könnten die eigentlich nur positive Lebensenergie – die Liebesenergie – die Schöpfungsenergie – die uns durchdringt und umgibt, nur unvollständig weiterleiten. Das ist sehr körperlich gedacht und auch gemeint.


Verschmelzung von Körperlichkeit und Energien

Was im Tantra nun angedacht ist, das ist eine Verschmelzung der beiden Zustände zum einen des „Nichtgewahrseins“ also der Körperlichkeit, und zum anderen dessen, was die Energien, die uns ausmachen, tatsächlich darstellen. Die absolute Liebe nämlich. Diese Verschmelzung, der Prozess der Transformierung des Zustandes des Körpers in dualistischer Gedankenfiguration also, hin zu der Alleinheit der uns umgebenden, alles durchdringenden, allmächtigen, absoluten Liebe, dem „Urzustand“ des Seins, kann, mit unserer Ganzheit als Körper und überragender Geist, erreicht und auch weitergegeben werden.

Die Sinne des Körpers als Schlüssel zur Erleuchtung?

Das heißt also, dass wir unseren Körper, das wunderbare Geschenk der Schöpfung an uns, das uns so nahe ist, als den Schlüssel zu den Türen der Erleuchtung benützen können. Mehr noch, dass es die Liebe (ob des Offensichtlichen des Angebotes) so angedacht hat. Dieser Tempel, unser Körper, ist heilig und wir können Heiliges mit ihm vollbringen. Je näher wir unserem eigenen Körper in seiner Wahrheit als gebündelte Liebesenergie kommen, wie bei einer Blume die wir betrachten, auf deren Einzelheiten, deren Fragmente und die wundersame Zusammenarbeit mit dem Alleins aufmerksam werden, so erschließt die Liebe auch die unendlichen Dimensionen unseres Körpers für uns. Öffnet wundersame Tore.

In Totalität zum Zweck der Liebe?

Je mehr wir unseren Körper also kennenlernen, – vielmehr seine Herrlichkeit im Alleins des liebenden Gedanken leben – je mehr wir unseren Körper (mit allen Mitteln und Möglichkeiten, die uns ganz unmittelbar gegeben sind) also in den Dienst der Schöpfung, der Liebe stellen, – desto mehr wird sich auch die Illusion des Körperlichen auflösen, die unser dualistisches, gesellschaftliches Gedankengut bis dahin projiziert hat. Es ist tatsächlich so einfach. Den Körper, unser Ich, unsere Vorstellung von unserem Ich, in Totalität zum Zweck der Liebe zu verwenden.

Liebe ist unbedingte Zärtlichkeit?

Das alles hört sich irgendwie sehr nach „Aufgabe“ (noch dazu unlösbarer Aufgabe) an. Dabei vergessen wir, dass wir es mit der Zärtlichkeit der Schöpfung, der Liebe zu tun haben. Und so wird das, was wir mit unserem Körper in Liebe weitergeben, für uns selbst zum Akt des Erhaltens von Liebe. Wir werden mit Liebe, Sinnerfüllung, Lust, belohnt, weil wir lieben. Unser Leben, unser Dasein, mit ihm die Empfindung unseres Körpers, verändert sich hin zum Wunderbaren, Auflösenden, nicht erklärbaren. Die unüberwindliche Liebesidee – körperlich und in Gedanken. Sie transzendiert.


Der Atem Gottes weht durch unseren Körper?

Die Definition unseres Körpers in der heiligen Spiritualität könnte die sein, dass wir (wie ein Mönch vor vielen hundert Jahren einmal niederschrieb) nur ein Loch in einer Flöte sind, durch die Atem Gottes, der Liebe strömt. Je mehr wir uns öffnen, zur Wahrheit hin, also die Konformitäten, die Masken der Gesellschaft ablegen, unsere Körperlichkeit mit allen Konsequenzen, ohne irgendwelches Urteilsdenken, der Liebe überantworten, desto klarer wird der alles umarmende Ton sein, den unser Instrument erzeugt. Ein Wohlklang der vollkommenen Liebe. Eine Erlösung, eine Befreiung für die Geschöpfe des Dualitätsdenkens.

Tantra – ein heiliger Freiraum?

Im Tantra wird ein Raum offenbar, der ohne die Begrenzungen der Dualitätskonstruktion, deren Prämissen, deren Urteilsdenken und Konformismus auskommt. Das macht sich in der „Realität“ als herausragend deutliches Zeichen, in der grundsätzlichen Nacktheit während der Andacht deutlich, im Fehlen jedweder Präambeln, was Schönheit, Alter, Beziehungsstatus, „Persönlichkeit“, ausmacht. Das kann in dem Alleins, das mit den Tantra-Übungen angestrebt wird, nicht existieren.


Positives Sinnesempfindungen für das Alleins vervielfachen?

Im Tantra wird die ganz praktische Möglichkeit geboten, positives Empfinden zu wecken, zu verstärken, ganz wichtig, weiterzugeben, zu multiplizieren, – UND umzusetzen – in „heilige“ Energie, die zu einer ganzheitlichen, sich potenzierenden, spirituellen Gesundheit nicht nur der Person, sondern der Allgemeinheit führt. Und das, so irreführend dies auch aus der Perspektive der Gesellschaft wirken mag – ist ganz subjektiv und durchdringend Körperarbeit. (LICHT) Mit dem Wissen uralter spiritueller Lehrer verbesserte Körper (Energie) Kommunikation. Ein „Sex“ jedoch, der die gesellschaftliche Bedeutung der drei Buchstaben „Sex“ ad absurbum führt.

Ein Raum mit liebenden Gewissheiten

Die Tantra Philosophie bietet einen Ruheraum, einen Ort, an dem andere Gewissheiten gelten. Einen wahrhaftigen „Freiraum“. Frieden. Ungestörtheit. Sanftheit. Zärtlichkeit. Körperlichkeit kann sich erklären. Alles das, in den Gesellschaftsnormen, Räumen, Situationen unserer Zeit, unseres gelebten Lebens, in dieser Intensität, mit dieser Intention, überhaupt nicht möglich. Und doch ist es so einfach. So simpel, als ob man einen Lichtschalter betätigt. Der Geist, der Liebe zugewandt, ist zu ganz wunderbar Erstaunlichem fähig. So ist also nur ein wenig Wollen notwendig, ein kleiner Ruf an die Liebe, die Schöpfung, ein bisschen eigener Wille – und Vertrauen.

Fazit

Die lebendige Liebe hat Dir diesen Körper geschenkt, ganz bestimmt nicht, um auf einen Kreuzweg zu gehen. Das wäre komplett gegen jede Idee, gegen die Wahrheit der Liebe. Das ganz genaue Gegenteil ist der Fall. Das Leben, die Welt, die Natur, Dein Körper, all die Sinne, sollen Dir unsägliche Freude bereiten. Denn das ist der andere Name von Liebe und Zärtlichkeit und Dankbarkeit und Schuldlosigkeit – unsägliche Freude. Sinneserfüllung. Und nicht ihre Unterdrückung, nicht das Bild der Kreuzigung.

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Zeit

Grundlegende Begrifflichkeit?

Der Zeitbegriff wurde in der Menschheitsgeschichte, mit zunehmender Produktivität des kapitalmaximierenden Gedankens, stetig wichtiger. Er hält uns in einem Umfang, einer Dichte, einer Präsenz gefangen, die vollkommen übermächtig scheint. Wir wollen nun davon absehen, in die Vielfalt der Theoreme über die Zeit einzusteigen. Allzu viel (durchaus interessantes) wurde hier geschrieben. Helfen, (so es doch solch Unmengen von Definitionsschemata gibt) sollen uns beim Verständnis, St. Augustin und Meister Eckhart.

Vielfalt an Erklärungsschemata?

Betrachten wir den Begriff der Zeit, so wird sich für unser Leben herausstellen, dass die Dreiteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erst einmal Grundlage ist, postulierte und gelernte Wahrheit. Die Philosophie tendiert unter anderem dazu, zu erklären, dass die Stimmungen, Gedanken, die Bewegungen, Aktionen eines Lebewesens im Raum untrennbar mit der Zeit verbunden seien. Eine Ganzheit, die der dualistische Gedanke sich nicht gefallen lassen kann, und sofort zu zerteilen beginnt. So entsteht die Vielzahl der Erklärungen. Man versucht, die Zeit zum Konzept zu definieren.

Klare Logik?

Was nun Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft angeht, sind sie für uns ganz ursächlich, deutlichst zu sehen und auch zu begreifen. Was aber passiert mit uns, in dieser Perspektive? Wir sehen, betrachtet man das Ganze etwas abstrahiert, ein Art laufenden Screenshot von einem Monitor (unsere Sinnesmöglichkeiten). Der verbundene Computer enthält abgespeichert, (ständig modifiziert und abgeglichen) all die Bilder, all die Frequenzen unseres Lebens. Zuerst, zuallererst aber, die subjektiven Schlussfolgerungen, die aufgrund eines individuellen Informationszustandes manifestiert werden.

Sinn und Unsinn des Lebens?

Das meint also, der Bildschirm zeigt unsere Lebensintention, unser Verständnis/Unverständnis über den Sinn/Unsinn des Lebens. Wie es nun die nahezu perfekte Intention und Logik der dualistischen, sich im Chaos vervielfältigenden Gedankenkonstruktion ist, (reiner Selbsterhalt) verwendet sie den Mensch als Ganzes, mit seinen Sinnen, seinen Gedanken um (in der Zeit) sich selbst zu zementieren. Das passiert, indem sie die mit Schuld befrachteten Bilder aus der Vergangenheit ohne einen Halt in der Gegenwart zu tun, sofort in die Zukunft verschiebt – so wird ihr Bild der Korrelation der Dinge gefestigt. Das, was auf dem Bildschirm als Endergebnis erscheint.

Die Gegenwart ist die Liebe?

Wie der pflanzliche Aufbau einer Zwiebel – doch hier liegt Schale um Schale über einem Nichts an Bedeutung. Der Dualismus der Situation liegt in Vergangenheit und Zukunft – die Wahrheit, die dies auflöst, ist die pure Gegenwart. Und das – absolut durchdringend – ist die Liebe. Der Gedanke der Liebe transzendiert die Zeit, somit die Wirklichkeit. Wir wissen das. Es gibt dafür Erklärungsmuster im Gesellschaftsdenken. Die Wahrheit aber lässt sich nicht verleugnen. Und doch scheinen diese kurzen Augenblicke nur wie von ungefähr in unserem Leben auf, um dann gleich wieder zu verschwinden, im Zeitchaos.

Nur ein Urteilsgedanke?

Der Gedanke der Zeit ist der Gedanke des Urteils. Es ist der Gedanke der Veränderung, der Auflösung, der Verweslichkeit, der Sünde und („ewigen“) Schuld. All das sind Attribute, mit denen die Wirklichkeit, die Wahrheit, die Liebe, die Schöpfung, nichts zu tun haben kann. Die Wirklichkeit liegt, abseits aller Illusionskonstruktionen, im Jetzt. Und entgegen aller anderen Aussagen, ist es möglich, einen Platz in sich selbst zu erreichen, der diesem absoluten „Jetzt der Liebe“ zumindest sehr nahe kommt.

Zeit transzendieren?

Es gilt also – das ist der Weg – die Zeit für uns aufzulösen, sie unbedeutend zu gestalten. So, wie wir sie im Liebesspiel vergessen, so wie sie sich im Gegenteil ausdehnt, wenn wir uns nach dem Liebsten sehnen. Wir müssen einen Platz in der Zeit schaffen. Ihn immer größer werden lassen. Einen wundervollen, mit blühenden Pflanzen und jeder Phantasie ausgestatteten Garten in der Zeit. Eine Oase. Und dieser Platz kann nur in unserem Denken sein. Erst wenn er dort Wirklichkeit geworden ist, wird sich die Welt verändern.

Durchaus machbar?

Was für eine wundervolle Möglichkeit! Und Möglichkeit heißt, es ist machbar! Es ist möglich! Denn die absolute Liebe umarmt, trägt, führt, unterstützt uns, zärtlich, bei diesem Unterfangen, sie wiederzuerkennen. Und wer die Bitte an die Liebe sendet, wer sich ehrlichen Herzens bemüht, der wird Antwort erhalten. Ganz konkret. Der angestammte Platz im Jetzt tut sich auf, auch in dieser furchtbaren Welt der sich ausschließenden Gegensätze, der Krankheit und der Vergänglichkeit.

Ein zeitloser Platz für jeden?

Das heißt ganz praktisch, dass sich ein Ort findet – wie auch immer – an dem die Zeit für Dich bedeutungslos wird. Und mit dieser verschwindenden Illusion der Zeit verblassen auch die schrecklichen Trugbilder, die Ängste, die Dich durch Dein Leben begleitet haben. Sie werden zu dem was sie immer waren: Zeitloses Nichts. Denn in das zeitlose Nichts und Alles – in die Schöpfung, die Liebe, das Glück, lösen sie sich auf.

Liebevolle Gedanken lösen die Zeit auf?

Dein Leben ändert sich, lässt du die liebevollen Gedanken, die immer zeitlos sind, in Dein Denken ein. Die Fesseln der Uhren – sie halten Dich nicht länger. Du siehst sie als das, was sie sind. Die grundlegende Konzeption des von Schuld und Unterscheidung durchdrungenen dualistischen Gedankens, des Egomusters. In dem Raum, der Dir gegeben werden wird, spielen diese Theorien, die man zur blutigen Wirklichkeit gestaltet hat, keine Rolle mehr.

Eine Zeit ohne Angst?

Wer nur im Ansatz diese Wirklichkeit über die Zeit erkennt, dem kann die Welt keine Angst mehr machen. Denn in der Zeit führt diese sich selbst ad absurdum. Warum sollte etwas aus der Zeitlosigkeit der absoluten Liebe geborenes, in einem Zeitbegriff sein Ende finden? Das ist absurd – und doch ist es der Grundgedanke unseres Lebens. (Und Sterbens) Es ist die vollkommen verrückte Prämisse, die wir erschaffen haben, die von Krieg und Gier und Schuld und Sünde, von Tod und Krankheit schwadroniert.

Zeit ist der dualistische Gedanke?

Dieser, unser Lebensgrundsatz, den wir noch dazu mit Zähnen und Messer verteidigen, sinngemäß bis aufs Blut, ist so lächerlich, dass einem das Lachen vergeht. Nun – die Zeit bleibt ein Phänomen. Wir neigen nicht dazu, sie als das Chaos zu beschreiben, dass sie ist – der dualistische Gedanke – dessen Urgrund die Zeit ist, lässt das nicht zu. Er lässt uns die Zeit als wohlgeordnet erkennen – zementiert sie doch seine Beweisführung der Vergänglichkeit.

Zeit in der Angst?

Der Begriff der Zeit löst widersprüchliche Gefühle in uns aus. Wenn wir in uns hineinschauen, dabei ganz ehrlich sind – werden wir feststellen, dass die meisten unsere Gefühle der Zeit gegenüber negativ belegt sind. Mehr noch – sie sind von Angst erfüllt. Wen wundert es? Mit der Begrifflichkeit der Zeit hat das dualistische Denken sein vollkommenes Outing: Tempus fugit. Du wirst sterben. Alles wird dir genommen werden.

Zeit – die Egofessel der Vergänglichkeitsidee?

So gelangen wir also schließlich zu dem Punkt an dem wir konstatieren können: Zeit ist das Instrument des Egodenkens. Sie bedeutet im Grunde Angst, sie ist das Grundgerüst des Egogedankens, sie vertritt die Egofessel der Vergänglichkeitsidee. Wenn wir erkennen können, dass Zeit für uns Angst bedeutet, zumindest ein subtiles Gefühl des Unwohlseins heraufbeschwört – so dass wir jeden Gedanken in diese Richtung sofort blockieren – welch Balsam das Wissen um unsere eigene Zeitlosigkeit!

In der Zeit liegt die Zärtlichkeit der Liebe?

Denn, wie in jeder großen Begrifflichkeit unseres Lebens – Gott kennt keine Geheimnisse und Mysterien – liegt auch hier ein Weg zur Liebe offen. Wenn wir die Zeit nicht als die Geisel des Daseins betrachten, sondern vielmehr erkennen, dass sie ein Instrument der Zärtlichkeit der Schöpfung ist – eine liebevolle Zeit, die uns zum Glück und zur Freude gegeben worden ist, wenn wir diese Wahrheit umzusetzen zu versuchen – weg von der Angst der dualistischen, gesellschaftlichen Einstellung – dann umarmt sie uns – zusammen mit der Liebe. Ganz konkret. In der Zeit.

Die Liebe löst die Zeit auf

Das ist die Wahrheit: Je mehr wir verstehen, je mehr wir uns der Idee der Liebe in Gedanken und Tat zuwenden, desto stärker verändert sich die Zeit, unser Denken über die Zeit, unser Empfinden der Zeit gegenüber, den Augenblicken, den Situationen und Gelegenheiten gegenüber– man könnte sagen, die Zeit löst sich auf. Da sie im Grunde nicht existiert, ist das obsolet. Vielmehr sollte man sagen, wir erkennen mehr und mehr die Bedeutung ihre Nichtexistenz.

Fazit

Die Wahrheit, die Wirklichkeit der Zeit, ist dermaßen zärtlich, dass sie sich auflöst, ins Jetzt, in ein Nichts, das Alles ist. Die Liebe. Die Zeit gehört zu dieser großen Unbestimmtheit des Lebens – und nicht, in Furcht vor ihr, kleinmütig durchs Leben schreiten, ist die Devise, sondern vielmehr zu erkennen, dass sie ein gar zärtliches, fürsorgliches Werkzeug der unbedingten Liebe ist. Lasst uns die Zeit ausdehnen, transzendieren, zu dem Nichts und Alles in Liebe, das die Wahrheit ist. Nur Freude bleibt.

Intressant

Unendliches Vertrauen – unendliche Liebe

Bringt die Zärtlichkeit ans Tageslicht!

Ich bin Du – die absolute Liebe?

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