Warum hat Meditation nichts mit Räucherstäbchen und Kerzenschein zu tun?

Meditation

Nützliche Accessoires zur Meditation?

Natürlich – diese Accessoires, Duftkerzen, Räucherkegel, Teppichpracht, stehen für Gelassenheit, orientalische Ruhe, entspanntes Flair, angenehmes Setting. Doch bereits in dem Augenblick, in dem wir uns auf dem Weg in die Konzentration der meditativen Übung begeben, spielen sie überhaupt keine Rolle mehr. In der Meditation möchten wir unseren Geist auf eine Ebene bewegen, der nichts mehr von dieser Welt anhaftet. Auch nicht der Geruch von Sandelholz. Doch hat dieser Text nichts mit der Technik der Meditation zu tun.

Calm down

Was gibt es einzuwenden, zur Meditation in einem netten Ambiente?

Seien Sie nicht gleich eingeschnappt. Das Bereitstellen einer netten Umgebung, die Einrichtung, Gestaltung des Raumes alleine schon, ist eine Andachtsübung, gehen wir die Sache richtig an. Natürlich, es fällt Ihnen – gefangen in dieser Welt der Präambeln – schwer, Ihren Ärger (Unmut?) zu zäumen. Sie suchen 1000 Gründe, warum das Setting zur Meditation so wichtig ist, das Ritual womöglich sogar – denken vielleicht an die Zeremonien in buddhistischen Klöstern oder in westlichen Kathedralen.

Und so, ganz einfach, sind wir angelangt bei dem, was der Kernpunkt der Angelegenheit ist. Stellen Sie sich ganz einfach die Frage, was Ihnen wichtig ist, bei der Meditation. Antworten Sie ehrlich. Auch wenn es weh tut – wichtig ist weder Ort noch Zeit – denn genau diesem Gedankenkonstrukt möchten wir ja entkommen. Nein – niemand möchte Ihnen Ihre Architektur wegnehmen, Ihre Duftkerzen, Buddhafiguren und Malas.

12 Worte hin zum Frieden
12 Worte hin zum Frieden

Meditation – Alles lediglich eine Frage des Verständnisses?

Niemand hier in diesem Text, schon gar nicht die Schöpfung, möchte, dass Sie etwas opfern. Fühlen Sie sich einfach wohl! Alles, was der einzelne unternimmt, ist sein Weg, ist genau das Richtige. Worauf hingewiesen sein möchte, ist – in vielen Religionsgemeinschaften, auf vielen der tausenden von Pfaden, die zur Wahrheit führen sollen, wird der Ritus, das Ambiente, (bis hin zum Magischen) in den Vordergrund gestellt.

Wo stehe ich spirituell, mit meiner Meditation?

Stellen Sie sich einfach die Frage, inwieweit die Beanspruchung der Sinne des Körpers, dessen momentane Ebene sie ja durch die Meditation Übung zumindest ein wenig transparent gestalten möchten, mit diesem Ziel, das auf ultimativ geistiger Ebene erstrebt wird, vereinbar ist. Meditieren Sie gar Ihr Ambiente, Ihr Setting? Wie viel Zeit investieren Sie, von Ihrer Pause für die Meditation, auf die Rituale? Sicherlich können Sie diese Frage in einem positiven Sinn beantworten.

15 minute Meditation Arrangement
15 minute Meditation Arrangement

Reden wir letztlich von Götzen?

Wenn wir uns erinnern, dass das göttliche, die reine Liebe in uns, nichts mehr mit Körperlichkeit zu tun hat – inwieweit ist dies für uns spritueller Alltag? Welchen Ausmaßes sind die Äußerlichkeiten, denen wir anhängen? Von welchen Vorschriften, von wem erfunden, lassen wir uns führen? Leiden wir unter Umständen dabei sogar? Die Liebe, die wir zu erreichen suchen, ist absolut. Sie möchte keine Opfer. Opfern, heißt, etwas weggeben, das einem lieb ist. Das tut weh. Die Liebe möchte nicht, dass ihre Kinder Schmerzen empfinden.

Was soll man denn nun unter Götzen verstehen?

Zumeist nimmt bei einigen Suchenden sehr einfach das Ritual, der Ablauf der Dinge, das Setting gleichfalls, immer größeren Platz in einer spirituellen Handlungsweise ein. Natürlich kann man guten Geschmack bei der Einrichtung eines Raumes, einer Örtlichkeit zeigen – auch der Preis der benützten Artefakte ist letztlich nicht von Interesse – jedoch – wo hört die Weltlichkeit auf – wo beginnt, wo steht die Anhaftung? Dies ist eine ernsthaftere Frage, als Sie vielleicht denken.

Ein Kurs in Wundern
Ein Kurs in Wundern

Meditation, Kerzenschein und Räucherstäbchen?

Natürlich! Das gibt ein gutes Körpergefühl. Alles ist erlaubt. Wünschenswert lediglich, die Hinwendung zum Wesentlichen. Zum Verstehen, dass die Quelle das Ziel ist. Dass dieser Ursprung, die Quelle, nicht mit diesen Objekten, was auch immer sie sein mögen, – ob sie mit magischen Attributen belegt sind, oder nicht – identisch ist. Sich vielmehr auf einer Ebene befindet, die eben nichts mit diesen Bildern zu tun hat, denen ihre Bedeutung doch bloß durch eine Illusion, die sie selber sind, gegeben ist.

Fazit

Ganz bestimmt ist nichts gegen einen netten Raum zu sagen, in dem man seine Andacht, seine Meditation verrichtet. Nichts gegen seine Ausstattung. Es gibt keine Einwände. Worauf jedoch verwiesen sein soll, ist die Ritualisierung des Glaubens wie – lediglich beispielhaft – in der katholischen Kirche. Denken Sie an die prachtvollen Gewänder, die diamantenbesetzten Mitren, die goldenen Kelche. Das Argument, die Verbindung, ist gar nicht so weit herbeigeholt, wie es vielleicht scheinen mag, denn Tatsache ist, in ihren Urgründen speist sich der Ritus des westlichen, christlichen Glaubens in der Götzenanbetung seiner Vorgängerreligionen.

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