Freude löst die Zeit auf?

Freude ist Wahrheit?

Freude, reine Freude kommt aus der Wahrhaftigkeit, aus der Wahrheit. Das ist unendlich wichtig in der Betrachtung dieses Begriffes. Solange die Freude sich nämlich noch als etwas definiert, welches Negativsmen enthält (im weitesten Sinne “Schadenfreude”) – ist sie nicht wirklich, ist nicht durchdringend, bezweckt auch vollkommen anderes. So ist Freude, in ihrer Reinheit, am ehesten bei kleinen Kindern zu finden, bei Narren. Auch Buddhas freuen sich gerne.

Verzweifelte Fröhlichkeit?

Doch die wirkliche Freude ist ein gar seltenes Tier. Das liegt an der Umgebung, aus der sie erwachsen soll. Und hier ist ein Ansatzpunkt, die Macht der Freude zu erklären. Ein Prinzip der Evolution – wir finden es als zutreffend – nämlich: aus einer feindlichen Umwelt entstehen widerstandsfähige Arten – je weniger es zu lachen gibt, desto eher flüchten wir uns in eine Fröhlichkeit.

Grenzen sprengen?

Was sich in gewisser Weise heraus kristallisiert, ist, dass die Freude, die Fröhlichkeit, Lachen, Lächeln, Schmunzeln, absolut grundlegende Bestandteile des kompletten Gegenteils des dualistischen Gesellschaftsgedankens sind. Denn wirkliche Freude sprengt alle bestehenden Grenzen. Würde ein Demonstrationszug tatsächlich voller reiner, ehrlicher, aus dem Herzen, der Liebe kommenden Freude losmarschieren – keiner könnte ihn aufhalten. Doch schon die Idee einer “Demonstration” macht das natürlich unmöglich. So bleibt dies nur ein Beispiel.

Wahre Freude ist pur?

Die Stärke der wahren Freude kommt eben aus ihrer Reinheit, aus ihrer Wahrheit. So stellt sie sich, ganz automatisch, ganz ohne dass es Weiteres benötigt, außerhalb des dualistischen Gedanken von Gut und Böse. Die Freude führt diese Gedankenkonstruktion Ad absurbum. Sie ist ihr erklärter, in seiner für eben den Urteilsgedanken zerstörerischen Wirkung bekannter, lächelnder Feind. Und wird darum in jedem System (!) “bekämpft”.

Sich selbst beschränkende Wahrheit?

Je größer die Wahrheit hinter der Freude, desto größer die Freude. Die absolute, letzte Wahrheit/Freude aber beschränkt in sich ihrer Liebe durch sich selbst – denn würden wir sie mit unserem Körper erleben – wir würden schlicht und einfach verrückt werden. Freude, die aus Wahrheit kommt, kennt die Kontrapunkte Weiß und Schwarz nicht. Sie haben in dieser Freude (sehr gut erkennbar!) einfach keine Bedeutung.

Lachend ignorierte, dualistische Gedankenkonstruktion?

Doch es sind nicht nur Einzelteile des dualistischen Denkens, die die Freude für absurd und nichtexistent, für vollkommen unnötig beschreibt – es ist der Dualismus schlechthin, aus dem die Freude mit aller Kraft herausfällt. Und damit sind wir zum Punkt aus der Überschrift gelangt: Die wirkliche Freude transzendiert – mit dem Dualismus – logischerweise, auch das so heilige Konzept der Zeit.

Tolles Geschenk der Schöpfung?

Freude ist ein immens wichtiges Instrument der Schöpfung, der Liebe, uns auf den Weg zu führen. Weiter ist es vielmehr noch eine Begleiterscheinung des gelebten Liebesgedanken – die Liebe und die Freude, in ihrer Wahrheit, sind nicht tatsächlich auseinander zu halten. Womit wir – durchaus deutlich – auch bei der Philosophie des Tantra landen. Womit sich die natürlich zu verneinende Frage auftun könnte, ob Freude eine rein auf den Körper bezogene Angelegenheit ist. Freude ist ganzheitlich.

Wahre Freude ist immer außerhalb des Gesellschaftskonsens?

Wie wir schon festgestellt haben, definiert sich die Freude ganz klar als außerhalb der dualistischen Gedankenkonstruktion präsent – und in ihrer tatsächlichen Wirklichkeit, Wahrheit, auch lediglich dort. Sie, die Freude ist wahrhaftig, ganz, und kann deshalb nicht implementiert sein, im partitionierenden Gesellschaftsdenken. Alles, (wie wir in vielen Niederschriften lernen durften), ALLES außerhalb der dualistischen Verhaftung in eine Illusionswirklichkeit, ist Liebe. So wird klar, dass Freude Liebe ist, dass wahrhaftige Freude der Weg zur Erkenntnis ist.

Eine uralte, vergessene Melodie?

Freude – das ist eine wunderbare, uralte, lang gekannte Melodie – Du erinnerst Dich – und sie wird lauter und lauter, durchdringt in ihrer vollkommen anwesenden Lieblichkeit, ihrem lebenden Wohlklang, Dein Dasein – desto intensiver, je weiter Du auf Deinem Pfad fortschreitest. Der Pfad – das ist das Erlenen der Freude – das ist das Erkennen, dass Freude die Basis, die allumfassende Grundlage des Lebens ist, die sich ganz einfach aus sich selbst ergibt – weil das wahre Leben SO ist. Wer die Wahrheit sucht, der wird darum Freude finden.

Kreative Essenz des Daseins?

Freude ist die schöpferische Essenz des Lebens. Aus Freude entsprießt die Kreativität Deines Wirkens in dieser LebensiIlusion. Denn Gedanken, die aus einem Denken kommen, das von Freude erfüllt ist, sind per Definition ohne Grenzen, setzen sich über die Kleinheit des gesellschaftlichen Konsens mit Leichtigkeit hinweg. Wirkliche Freude begrenzt sich lediglich in unserer Körperlichkeit und der mit dieser Körperlichkeit einher gehenden Gedankenfiguration. Ganz deutlich: Freude ist der Atem der Schöpfung.

Gitternetzkonstruktion der Schuld?

Solange wir jedoch in der sich überlagernden, gefalteten, sich verzerrt spiegelnden Gitternetzkonstruktion der Schuldsprechung unterwegs sind, wird auch unsere so unweigerlich falsch angelegte, unrichtig definierte “Freude” sich überlagernd, gefaltet und voller Schuldgefühl sein. Auch wird im präsenten Dualismus unweigerlich des einen Freude des anderen Verdruss sein. Weil das Prinzip des Gebens und Nehmens omnipotent ist.

Fazit

So scheint auf, dass die kindkliche, naive Freude, die überquellende, Freude eines relativen “Unverständnisses”, (deren Ursache zumeist nicht verstanden wird) die wirkliche, die reine Freude ist. Weil sie sich ganz “bewusst” abhebt, von den Urteilskonventionen der Allgemeinheit – ein Verhalten, das nicht dem Gesellschaftskonsens entspricht – “behandelt” werden muss. Wenn es sich bei demjenigen, der sich so unverständlich übermäßig freut, um einen “Erwachsenen” handelt. Denn zu viel Freude ist nicht angesagt, ein recht strenger Rahmen existiert.

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