Meditation – Der lächelnde Mönch

Jeden Deiner Atemzüge atmet die Welt.

Du atmest die Welt.

Die Welt atmet durch Dich.

Das ist Gewahrsein

Meditation ist von A bis Z angenehm?

Der alte Mann, seine Haut gleicht braunem Pergament, sitzt im Lotossitz, entspannt, lächelnd, weil er weiß, dass ihm niemand etwas antun kann weil er und die Welt aus Liebe bestehn. Er sitzt im Lotositz, mit derart überschlagenen Beinen, nicht,weil es irgendeine Vorschrift ihm gebieten würde. Er sitzt da so, weil es die bequemste Art und Weise ist, für ihn, zu verharren – ganz wie ein weichgepolsteter Sessel. Das hat ihn das Leben und seine spirituelle Praxis gelernt. Er lächelt, auch weil die Versenkung für ihn das Angenehmste schlechthin ist.

Meditation ist vollkommen mühelos?

Nichts an dieser Meditation – das wäre vollkommen gegen jedweden Sinn – bereitet auch nur die geringste Mühe. Nicht die aufrechte Haltung, keine Körperlichkeit, nicht irgendeine andere Sache. Meditation ist trotzdem kein Ausschluss dessen, was uns unsere erlebte Wirklichkeit zeigt. Wir transzendieren sie. Die nicht existenten Anteile werden als solche erkannt.. Das ist vage so, als ob wir uns auf ein Bild konzentrieren und unseren Blick verschwimmen lassen.

Gefühlte wunderbare Ewigkeit?

Doch das Dahinter ist kein weiteres unscharfes Bild, sondern vielmehr ein Gefühl. Die bereits verinnerlichte Alleinheit taucht mit ihrer komplett ausfüllenden Sicherheit, dem unendlichen Vertrauen, dem Gedanken der Erkenntnis über das Absolute der Liebe, der Schöpfung, auf. Und hier liegt die Ewigkeit, hier liegt die Wirklichkeit jenseits der Körper. Lediglich Werkzeug ist er, um die Liebe auszudehnen. Und dieser alte Mönch behält seinen Körper nur aus einem Grund so lange: Um die Liebe, die Wahrheit weiter geben zu können. Die oberste Aufgabe der Liebe. Zeichen seiner übergroßen Zuneigung, Liebe für uns.

Keien Hierarchien, keine Regeln?

Meditation hat nichts mit dem Körper und überhaupt nichts mit Hierarchien und Rangordungen, Vorschriften zu tun. Dieser Mönch ist einhundertdreissig Jahre alt, und er hat sein Dasein vergeistigt – ohne dabei die für uns so reale Welt zu verlassen. Er ist ganz im Jetzt. Wenn wir beginnen, uns in der Meditation zu üben, sind wir weit entfernt von jenem heiligen Zustand. Der Weg zur Erleuchtung aber, findet nicht in einem Bodybuilding Studio statt.

Spielraum für Körper und Gedanken?

Meditation ist kein Gefängnis. Sobald irgendeine Anstrengung ins Spiel kommt, gehen wir am Ziel vorbei. Wir benötigen Spielraum, der uns nicht wehtut – weder körperlich noch in und mit Gedanken, geistig. Man könnte diesen gedanklichen Spielraum vergleichen mit einem Mandala, das ja auch eine Vielfalt von sich wiederrholenden Mustern trägt, es aber möglich macht, einen zentralen Sinn zu fokussieren. Und der Sinn ist von großer, ausschlaggebender Bedeutung.

Meditation hat nichts mit dem Körper zu tun?

Meditation ist in keiner Weise eine Sache, die mit dem Körper zu tun hat. Wir versuchen den Körper zu bergreifen, doch wir benötigen ihn nicht. Weder im Lotossitz, noch im enstpannten Liegen auf dem Bett. Solange wir uns in dem Bemühen befinden, den Körper kontrollieren zu wollen, zu bestimmen, wie er sich zu fühlen hat – manifestieren wir ihn. Dasselbe mit den bewussten Gedanken – je mehr wir uns bemühen, etwas zu erzwingen, desto weiter in die Ferne rückt es.

Grundlegend: Mediatation in der Natur?

Vielleicht ist ein erster Ansatz, einmal einfach alles wegzulassen was mit irgednwelchen Ansichten und Meinungen zur Spritualität zu tun hat – und sich tatsächlich irgendwo lediglich mitten in die Natur zu setzen und einfach zuzuhören. Nichts sonst. Das ist Meditation. Und hier findet sich dann auch der Anfang des Weges, den man gehen möchte, wenn man sich der Meditation widmet. Der Weg zur Sinnfindung – manbchmal tut er sich von ganz alleine auf. Oft aber ist auch Information über die Richtung notwendig.

Meditation macht keinen Sinn ohne einen Sinn?

Was viele Menschen nicht bedenken, nicht beachten, nicht wahrhaben möchten (Meditation und alles drumherum ist ein Mordsgechäft) ist, dass der Sinn vollkommen im Vortdergrund steht. Der Sinn beschreibt für Anfänger in der Meditation den richtigen Weg, zur Erkenntnis zu gelangen. Meditation einfach so in das Blaue hinein, einen Zustand der Gedankenleere zu empfinden – ist sicher der richtige Weg. Doch was ist der Weg ohne Ziel?

Frage der Unbedarftheit?

Auf diese Tatsache der Unbedarftheit hat sich die Esoterikindustrie geworfen. Abgesehen davon: In einer Zahl, die sicherlich in mehrere Millionen geht, ist die Menge derjenigen beschrieben, die sich zum Heiler, zum Schamanen, Kundaliniöffner, zum Yogameister und Verkünder letzter Wahrheit aufgeschwungen haben. Jeder von ihnen versucht den Sinn zu beschreiben, eine Anleitung zu geben, ihn zu finden. Und wirklich jeder von diesen Menschen hat Recht. Denn, wer sich nur bemüht, wer bloß ruft, aus ehrlichem Herzen, dem ist seit Anbeginn der Schöpfung jede Bitte gewährt.

Gewachsene Verblendung?

Die diversen Schulen, Lehren, dazu gehören duchaus der katholische, der christliche Glaube schlechthin, genauso wie der islamische oder beispielsweise hinduistische, können sehr leicht auf einer vollkommen falschen, körperbezogenen Basis verstanden werden. Denn sie sind für Körper von Körpern geschrieben – besser über einen langen Zeitraum evolviert. Sicherlich benötigt der Geist Anleitung. Doch sobald irgendetwas, irgednwie, mit Opfer verbunden ist, körperlich ganz genauso wie geistig – sind wir am Ziel vorbei geschossen.

Bis zu einem gewissen Punkt mit dualistischem Verstand erfassbar?

Das Problem ist, diese diversen Schulen sind mit dem Verstand erfassbar. Die Wirklichkeit, die Wahrheit ist dieser verstandesmäßige Pfad aber nicht. So, nach langem Weg, wird jeder, der sich auf eine dieser vielen Lehren einlässt, früher oder später fühlen (das ist nicht von “unserer Zeit” abhängig) dass etwas fehlt, dass die Straße, die vermeintliche Lösung, eine Sackgasse ist. Deswegen ist jedwede Lehre ausgesprochen nützlich. Wir lernen.

Die Richtung hin zum Sinn ist ausschlaggebend?

Meditation ist ganzheitlich. Die wahre Dimension des geistigen Anteils dabei, wird von den Lehren, die den Körper im Zentrum stehen sehen, mehr als vernachlässigt. Wir trainieren unseren Verstand und unseren Körper (Bsp. Yoga und die Fokkusierung auf ein Mantra) Doch wir lassen dabei den Körper nicht wirklich los. Der Sinn, der wirkliche Sinn ist noch nicht gefunden. So landen wir in einem zwar durchaus interessanten und angenehmen Raum, nur scheint dieser Ort keine Türen und Fenster zu haben.

Meditation für Manager?

Verstehst Du? Was da betrieben wird, das ist Meditation für Manager. Ab in den Fitnessraum und zwanzig Liegsestützen, 10 Kniebeugen, Rückendehnen. Das ist unzweifelhaft gut und auch in jedem Fall zielführend – doch wenn es uns, aufgrund unserer Denkstruktur in die falsche Richtung lenkt, kostet es uns nur Zeit – und wir inverstieren eine Unmenge an Unsicherheit und auch Angst. Die Liebe benötigt keine Gebrauchsanleitung.

Meditation ist überparteilich?

Ganz grundsätzlich: Es spielt keine Rolle, mit welcher Lehre wir arbeiten. Denn die Antwort wird nie in der Lehre zu finden sein. Und wenn wir uns durch stundenlanges, teilweise tatsächlich leidvolles, vielleicht langweiliges Meditieren hindurch quälen, ist das obzwar eine feine Übung – bewirkt aber das ganz genause Gegenteil. Meditation – das wird immer mit Abwesenheit verbunden. Zumindest geistiger Abwesenheit, fern auch der Aktion.

Die Welt meditieren?

Meditation ist ganzheitlich. Ganz wie die Liebe. Wir meditieren nicht nur uns und unseren Meditationsraum, sondern die ganze Welt. Mit allem was dazu gehört. Könnte es denn da iregdwelche Hierarchien, Vorschriften, Regeln geben? Wer möchte den Gedanken des Absoluten mit Grenzpfeilern und Stacheldraht versehen? Meditation hat nichts mit Grenzen zu tun, also auch nicht mit dem Körper.

Raffiniertes Egowerk?

So ist das kniende Gebet im Christentum, das liegende im Islam oder das kriechende im tibetanischen Buddhismus, der Lotossitz der asiatischen Religionen – das genau gleiche. Vollkommen irrelevant. Sogar ablenkend. Sozusagen, den Todesgedanken, die Idee der Körperlichkeit, der Vergänglichkeit, manifest machend, ablenkend. Ein raffiniertes Egowerk, das den Körper ins Zentrum stellt.

Mit einer Hand klatschen?

Meister Dr. Taitaoro Suzuki beschrieb in einem seiner Werke einmal, wie ein Meister seine Schüler auffordert, mit einer Hand zu klatschen. Die fehlende Hand symbolisiert dabei das Alleins, das Absolute, nicht wirklich definierbare. Die vorhandene Hand steht für das Denken und das Sein des Menschen. Die Aufforderung zu klastchen, ist die Bitte, in Interaktion zu treten. Das nun liegt zum einen weit jeder Körperlichkeit, zum anderen ist es die Körperlichkeit höchstpersönlich.

Dem Intellekt ein Ziel geben?

Das ist Meditation. Das Klatschen mit einer Hand. Und wir müssen dem Teil, der unsere Körperlichkeit, unseren Intellekt, den Verstand, damit die die Bezogenheit auf den Körper ausmacht, unbedingt ein Ziel geben. Sinnsuche ist dabei der Weg. Lernen. Informationen. Im Denken. Neugier. Achtsamkeit. Da ist etwas – nennen wir es Geheimnis – es lässt sich entschleiern! Mit Zuversicht. Und – ALLES überragend – mit dem Vertrauen in die Liebe. Ob am Küchentisch oder auf der Meditationsmatte. Ob im Lotossotz oder in einem bequemen Polstersessel.

Dem Weltlichen entflohen?

Der japanische Meister Professor Dr. Taitaro Suzuki beschrieb diesen Vorgang am Beispiel eines Fabrikarbeiters, der neben einer Reihe tösender Maschinen steht – nicht als Maschinen weit und breit – der aber doch ganz einfach einen Knopf in seinem Kopf umwirft, so dem weltlichen Lärm komplett entflieht. Wie oben beschrieben, ein Lernstadium, wichtig dieser Raum, aber nicht zielführend hin zum Sinn.

Ein Brillantfeuerwerk?

Und wenn diese Einsicht – wenn die tatsächliche Wahrheit sich lediglich nähert – dann tut sich der Sinn auf. In einer Glorie ohnesgleichen, einem Brilliantfeuerwerk. Und was dann mit jedem Atemzug vom Prana in uns fließt, erfüllt uns mit einem Hochgefühl, dass wir weinen könnten. Denn wir haben das Alleins verstanden. Es hat zu uns gefunden. Und auch wenn der Weg, der Pfad in Zeit gemessen wird, nicht mehr berührt uns dies.

Wir sind junge Heilige?

Wir sind der Mönch in noch jungen Jahren, der mit vollster Hingabe die Liebe verteilt. Sein Körper, seine materielle Anwesenheit, nur Werkzeug, uns die Möglichkeit zu geben, zu sehen.
Weiter: Meditation ist nichts anderes, als den Geist mit diszipliniert positiv fokussierten höheren Ebenen des Denkens herauszufordern, was einfach soweit geht, dass die sogenannte Realität, in der wir denken, mit ihr auch jede Diszilplin, entschwindet. Und die äußeren Körperumstände spielen überhaupt keine Rolle.

Fazit

Und wer bereits ein wenig verstanden hat, der wird jedesmal, wenn er sich dem nähert, mit wundervoller Intensität, alle Universen der Liebe spüren. Durchdringend. ALLES umfassend. Der Versuch der Meditation ist eine Frage, die wir stellen. Die Antwort hören zu können, müssen wir lauschen, bereit sein zu lernen, willentlich. Möchten der Liebe, die wir aus ehrlichem Herzen einladen, einen Altar bereiten. Das ist Meditation.

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