Konflikt

Denken ist die Ursache für alles Ungemach?

Unser Denken ist so positivistisch angelegt, dass es ihm gegeben ist, letztlich zu erkennen, dass es selber die Ursache für alles Ungemach ist. Das ist der Punkt des Eintauchens, die Taufe des Nichts, der heilige Augenblick. Was wir in der Meditation erreichen möchten, umgelegt auf unser aktives Leben im Gesellschaftskonsens. Das Lebensrad erkennen und an seinen unbewegt bewegten Mittelpunkt zu gelangen. Von dort aus umfassend tätig sein.

Selbstreflektierte Weisheiten?

Ein Konflikt ist eine Denksituation die nicht mit einer anderen zusammenpasst. Da wir immer subjektiv auf uns selbst reflektiert denken, will meinen, die Gedanken müssen immer aus der Vergangenheit kommen, weil wir alles, was wir erfahren, nur aufgrund der alten Daten verstehen, es entsprechend abgleichen und verändern, – können wir im „Denken“ nicht wirklich lernen. Ein wahres Lernen, ein Aufnehmen tatsächlich neuer Informationen, kann nur aus der rein beobachtenden Situation entstehen. Ein Platz „oberhalb“ des Denkens – damit „oberhalb“ der Konflikte, nicht eingebunden in die Konfliktaktion, bietet diese Möglichkeit.

Freiheit von allen Konflikten?

Was auf dem Pfad angestrebt wird, (und letzten Endes von der Liebe auch geschenkt wird) ist also die vollkommene Freiheit von Konflikten. Jeder einzelne Gedanke stellt unbedingt einen Konflikt dar. Dies zu erkennen, so auch die Konflikte selbst klar zu sehen, ist die Grundlage, sich von ihnen zu lösen. Sie aus einer Perspektive zu sehen, die sie entblößt, entkleidet, ihren Unsinn deutlich machen kann. Und so Lösungsansätze zu finden. Und immer weiter zu lehren und zu lernen.

Den Chaosmechanismus erkennen?

Nichts ändert sich im Lauf des Lebensrades, nur Deine Perspektive wird eine andere. Du erkennst den tiefen Grund des Chaosmechanismus und gehst, um zu heilen. Doch es kann immer nur gegeben sein, den Weg lediglich aufzuzeigen, zu versuchen, das Chaos zu erklären, sichtbar zu gestalten. Die Unterweisung muss dort ein Ende finden – denn die Wahrheit liegt weit außerhalb jedes Erklärungskonstruktes. Sie ist nicht in Worte, nicht in Formeln und nicht in Diagramme oder Parabeln zu packen, denn das würde ihr zuwider laufen.

Alles Wissen beschreibt nur Konflikt?

Mit allem Wissen der Welt ist nur Konflikt zu beschreiben, die Wahrheit der Liebe, der Schöpfung hat mit diesem Wissen, das aus Urteil und wiederum Urteil, aus Abgrenzung und Trennung entsteht, nichts zu tun. Je weniger ich interpretiere, desto mehr scheint die Wahrheit auf. Vollkommene Interpretationslosigkeit bedeutet reine Wahrheit – die Wahrheit, die Wirklichkeit, die die tatsächliche Liebe, ist pures Wissen ohne Urteil, ohne Vergleich.

Nichtlernen?

Dies ist ein Lernen ohne Attribute, ohne erklärtes Ziel. Nichtlernen. Vollkommen außerhalb der Ratio. Es ist weder vernünftig, noch spricht es gegen die Vernunft. Es ist ein vernunftloses Aufnehmen, absorbieren, es gibt keine Trennung, keine Mauer, keinen KONFLIKT, die ein Intellekt durch Urteil sofort aufkommen lässt. Das meint auch keine Ideale. Und damit stoßen wir an einen schmerzhaften Punkt.

Konditionierter Idealismus?

Unser Weltbild, unser Gottesbild, ist konditionierter Idealismus. Was auch immer, Bilder von Buddha, Jesus oder Mohammed, sind aus meinen subjektiv idealistischen Wunschvorstellungen entstanden, welche mein Denken aus der Vergangenheit zeichnet. Doch, keine Furcht, die reine Idee wird wirksam, durch diese manipulierten Gedankenbilder hindurch, sie lässt sich nicht verleugnen. Und wie bereits zu Beginn bemerkt, der eigene Verstand ist des Selbstzweifels fähig – hier liegt unsere Erlösung.

Die Erlösung liegt in der Vollkommenheit der Liebe?

Unser Weg, außerhalb jeder Vernunft und jeden Urteils, jeden Ideals, Vergleiches, Konflikts, die Wahrheit zu finden, ist vorgezeichnet durch die Absolutheit des Liebesgedanken. Die Wahrheit ist so mächtig, dass sie im vollkommenen Jetzt liegt, und nur unser Zeitbegriff von Vergangenheit und Zukunft sperrt uns ein. Die Wahrheit liegt in der tiefstmöglichen Befreiung von jedweder Konditionierung – und wir marschieren in unserem Dasein geradewegs auf diese Wahrheit zu.

Meditation kann Mauern nieder reissen?

Diese Gedankengänge führen uns ganz nahtlos zur Meditation. Indem wir die Mauer, den Abgrund, den jeder Gedanke zwangsläufig errichtet, fortlassen, in einem Gedankenvakuum, ist die Wirklichkeit, die Wahrheit uns direkt zugänglich. Wir können Sie berühren, sie verstehen, ohne das ein Mantel um sie gehüllt wäre, der aus Vorurteilen – aus Idealen – aus Richtsprüchen – aus Urteilen, besteht.

Grenzen fallen auch in unserer Realität?

Und so verstehen wir auch, dass wir in einer chaotischen Welt der Begrenzungen leben, die uns und unser Denken leibhaftig „klein“ gestalten. Wobei das Wort „klein“ die Vorteile, die Idealismen, die Wünsche und Konditionierungen beinhaltet, denen wir in der Gesellschaftsgedankenkonstruktion gnadenlos, ohne Gegenwehr, ausgeliefert sind. Vom heiligen Augenblick an, vom Moment der Erkenntnis an, fallen die Mauern, die wir gerade in der Meditation gesehen haben, auch im Erdenleben des Konsums und des Urteils, der Sünde und der Krankheit.

Konflikt

Fazit

Das heißt dieses ausgesprochen wackelige Bauwerk unseres Denkens, in dem wir unser Dasein verschwenden, wird zusehends durchsichtiger, seine kräftigen, dunklen Farben der Ängste verblassen. Buntes, helles, durchdringendes Licht kommt auf. Hier, in diesem Verstehen, findet sich Angstfreiheit. Ohne Urteil keine Angst. Und ohne Angst vor irgendetwas – wird das Leben zum herrlichen, funkelnden Feuerwerk.

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